Geilenkirchen: Von der Stammbelegschaft will man keinen missen

Geilenkirchen: Von der Stammbelegschaft will man keinen missen

„Für mich ergibt es Sinn, in die Betriebe hinein zu gehen und mich vor Ort zu informieren.” Der sozialpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Landesvorsitzende der CDA in Nordrhein-Westfalen, Dr. Ralf Brauksiepe, stattete der Firma KSK-Industrielackierungen in Niederheid einen Besuch ab.

Seit 16 Jahren veranstaltet die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) solche Reisen zu Unternehmen, bevorzugt in den Ferien. Zwar stünden bald Wahlen an, aber „es wäre unsinnig, die Sommeraktion jetzt nicht zu machen, nur weil diese Wahlen sind”, so Ralf Brauksiepe.

Der sozialpolitische Sprecher informierte sich unter anderem über den Stand des Geilenkirchener Vorzeige-Betriebs in Krisenzeiten und machte sich bei einem Rundgang ein Bild von den „vorbildlichen Arbeitsbedingungen” des mittelständischen Unternehmens.

Gesellschafter und Geschäftsführer Hubert Krückel hatte den Gast und die ihn begleitenden Parteikollegen Leo Dautzenberg MdB, den CDA-Kreisvorsitzenden Dr. Armin Leon, Geilenkirchens Bürgermeister Andreas Borghorst und den CDU-Stadtverbandsvorsitzender Franz-Michael Jansen zuvor im Verwaltungsgebäude in der Von-Humboldt-Straße begrüßt.

Dr. Ralf Brauksiepe erfuhr dort, dass der Zulieferbetrieb für die Autoindustrie 1974 als kleine „Autoklinik” mit wenigen Mitarbeitern gegründet wurde. Der Geschäftsführer berichtete, dass er zu dieser Zeit selber Kunststoffteile lackiert habe. Ein von ihm entwickeltes und patentiertes Lackierverfahren habe die Aufmerksamkeit der Autohersteller erregt. Sein Beschichtungssystem war damals weltweit richtungsweisend und ist in der Weiterentwicklung auch heute noch führend.

„Es gibt keinen Mercedes am Markt, der nicht mit Teilen ausgerüstet ist, die mit unserem neuen Verfahren lackiert werden”, so Hubert Krückel. Fast alle Autohersteller, besonders die Segmente der Mittel- und Oberklasse, würden heute von KSK beliefert. Das Wissen darum bedürfe aber einer ständigen Weiterentwicklung.

Beim Austausch wurde deutlich, dass auch KSK-Industrielackierungen von der wirtschaftlichen Krise betroffen ist. „Wir hatten einen erheblichen Rückgang zu verzeichnen, bei Lkw mehr als bei Pkw”, resümierte Hubert Krückel, aber: „Wir konnten unsere Stammmannschaft von 330 Leuten halten.” Das Unternehmen habe sich von Zeitarbeitern trennen müssen, auch nutze es das Mittel der Kurzarbeit. Der Firmenchef ist optimistisch: „Wir werden ohne großen Schaden die Krise meistern. Es geht auf niedrigerem Niveau wieder aufwärts.”

Die Firma beschäftige viele ungelernte Kräfte, hieß es, jedoch würden diese für spezielle Aufgaben ausgebildet. Hubert Krückel: „Der Kern der 330 Mitarbeiter ist sehr gut ausgebildet, davon möchten wir keinen missen.” Dr. Ralf Brauksiepe hatte zuvor erklärt, dass die Unternehmen gebraucht würden, auch um die Ungelernten in Arbeit zu bringen, denn: „Das kann die Politik alleine nicht schaffen.”

Der Rundgang führte die interessierten Gäste durch einige der insgesamt 15 großen Hallen von Werk 1 und Werk 2 rechts- und links der Von-Humboldt-Straße. Vertriebsleiter Volker Braas zeigte den Besuchern neben der Metallvorbehandlung auch die Roboterlackieranlage, in der (fast) ohne menschliches Zutun Metall- und Kunststoffteile in vielen individuellen Farben beschichtet werden, zu Spitzenzeiten täglich rund 130.000 Autoteile.

„Nach der Urlaubszeit”, gab Hubert Krückel seinen Gästen mit auf den Rückweg, „stehen die Zeichen auf Markterholung.”

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