Vom Modell T bis zum Rolls Royce: Frühlingserwachen in Geilenkirchen

Vom Modell T bis zum Rolls Royce : Frühlingserwachen mit Benzingeruch beim Sportpark Loherhof

Als Autos noch nach Benzin rochen, liefen die Schätzchen vom Band, die beim 9. Frühlingserwachen auf dem Gelände des Sportparks Loherhof von den Besuchern bewundert wurden.

Freddy Solty, Geschäftsführer des Sportparks und Winfried Peters vom Verein Oldtimer IG Grenzland sind ein eingespieltes Team und haben diese Veranstaltung zu einem Muss für alle Oldtimerfans der Region entwickelt. Beide sind Liebhaber der klassischen Autos und teilen diese Liebe gerne mit den Besitzern, die ihre Autos hegen und pflegen und den vielen Besuchern des Frühlingserwachens, die zumindest gerne mal die wunderbaren Kurven der alten Fahrzeuge bewundern.

Rund 400 Oldtimer waren beim 9. Frühlingserwachen in den Park des Loherhofs eingefahren. Zwei zusätzliche Stellflächen hatten die Veranstalter für die Karossen aus den unterschiedlichen Epochen der Autogeschichte einrichten müssen, um den Wünschen der Besitzer nachzukommen, ihre Fahrzeuge einmal im Kreise Gleichgesinnter zeigen zu können. Die Bandbreite der präsentierten Autos umschloss die Automobilgeschichte von den Anfängen bis vor 30 Jahren, also alle Modelle, die ein H-Kennzeichen bekommen.

Auch für Kenner der Szene gab es auf dem Loherhof Fahrzeuge zu entdecken, die man nicht auf jeder Schau sieht. Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die Einfahrt der Oldtimer Rallye Euregio Classic Cup. Von Aachen kommend machte der Tross Station auf dem Loherhof. Durch die schöne Baumallee fuhren die Oldies entlang der vielen Zuschauer ein und wurden am Zielpunkt den interessierten Gästen präsentiert.

Renault Alpine war eines der schönsten Autos auf dem Concours D´Elegance. Gebaut wurde der Wagen 1964, restauriert 2017. Foto: Dettmar Fischer

Ein ganz besonderes und seltenes Schmuckstück war der Rolls Royce Phantom II. Der Luxuswagen war Anfang der 1930er Jahre auf den Markt gekommen. Auf dem Loherhof fuhr ein Exemplar des letzten großen Sechszylinders vor, das wie viele andere Fahrzeuge in einem perfekten Zustand zu bewundern war.

Gabriel Eich vom Oldtimerclub Rhein-Erft besucht das Frühlingserwachen auf dem Loherhof von Anbeginn an. Eich war aus Erftstadt mit seinem roten Porsche 911, G-Modell, gekommen. Den Wagen hatte er gleich neben der Baumallee auf der Wiese neben den anderen Schätzchen zur Betrachtung abgestellt. Zusammen mit seinem Clubkameraden Lothar Schlegel hatte es sich Gabriel Eich auf einem Stühlchen am Rande des Concours D´Elegance gemütlich gemacht.

Wenn die Motorhauben zum 9. Frühlingserwachen auf dem Gelände des Sportparks Loherhof aufgeklappt werden, ist es Zeit für die Benzingespräche. Foto: Dettmar Fischer

Auf dem Concours D´Elegance rund um die Freiluft-Cafeteria waren die Fahrzeuge ausgestellt, die am Wettbewerb um den schönsten Oldtimer teilnahmen. Gabriel Eich und Lothar Schlegel genossen die entspannte Atmosphäre und gaben den Veranstaltern recht, die bewusst auf einen großen Rummel mit Verkaufsständen verzichten. Die Benzingespräche sollten im Vordergrund stehen und natürlich die wunderbaren Autos. Dass diese Autos auch Preise erzielen, die jenseits der meisten Neuwagen angesiedelt sind, ist bekannt.

Dennoch sieht Gabriel Eich seinen Porsche nicht als Geldanlage.  „Solche Autos werden in der Regel vererbt“, sagt Lothar Schlegel und deutet auf zwei Mercedes Benz. Der eine von den beiden war ein weißes Cabrio mit schwarzem Verdeck, top gepflegt, top motorisiert und rund 130.000 Euro wert. Je älter desto teurer könnte der Laie mutmaßen. Doch nicht weit vom weißen Cabrio entfernt stand ein schwarzer Ford, ein Modell T, das meistverkaufte Auto der Welt bis der Käfer vom Band lief.

Das Modell T, Baujahr 1914, brachte es mit 20 PS auf 72 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit. Mit den wunderschön polierten Messingteilen, alleine die blank polierten Fußabtreter waren eine Augenweide, soll das Modell T 100.000 Euro günstiger sein, als das Mercedes Coupé.

Freddy Solty mag beim Frühlingserwachen vor allem die Momente am Nachmittag, wenn die Motorhauben aufgeklappt werden und in aller Ruhe die Benzingespräche geführt werden.

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