Geilenkirchen: Vierbeiner in der Kunst: Angelika Freitag stellt im Haus Basten aus

Geilenkirchen: Vierbeiner in der Kunst: Angelika Freitag stellt im Haus Basten aus

Ein Herz für Tiere zeigt Angelika Freitag seit frühester Jugend, und bis heute setzt die Künstlerin aus Düsseldorf mit Stift und Pinsel vornehmlich Vierbeiner in Szene. Ab Sonntag, 9. Juni, ist in der Ausstellung „Tierwelten“ ein Querschnitt ihres Schaffens in der Galerie Haus Basten in Geilenkirchen zu sehen.

In ganz Deutschland, aber auch in den Niederlanden, Belgien, Österreich, Frankreich, der Schweiz und in China wurden ihre Werke ausgestellt. „Als Jugendliche habe ich viel mit Pferden zu tun gehabt“, erzählt Angelika Freitag. Damals habe sie sich als aktive Amateur-Rennreiterin auf der Galoppbahn in Düsseldorf betätigt. Gerne erinnert sie sich auch noch an ihren Hundemischling „Kalle“, den sie in den 70er Jahren als Welpe vor dem Einschläfern gerettet hatte. Dank ihrer Zuwendung und Pflege wurde Kalle stolze 17 Jahre alt, das ist ein herausragendes Alter für Hunde.

Angelika Freitag zeigt mit „Tierwelten“ einen Querschnitt ihres künstlerischen Schaffens in der Galerie Haus Basten in Geilenkirchen. Diese Motivwahl beeinflusst die Künstlerin aus Düsseldorf bereits seit ihrer Jugend. Foto: Georg Schmitz

Bei Walter Verwoerth

Ob Pferd oder Hund der Auslöser für ihre Karriere als Malerin und Bildhauerin waren, lässt Angelika Freitag offen. Jedenfalls widmete sich die 1952 in der Landeshauptstadt geborene Künstlerin schon damals parallel zum Reitsport der Malerei. „In jungen Jahren habe ich schon gerne gebastelt und gemalt“, blickt sie zurück.

Ihre künstlerische Tätigkeit begann nach dem Abitur 1971 in Düsseldorf mit einem Werkseminar. Einer ihrer Tutoren war Walter Verwoerth, ein Künstler, der sich vor Jahren in Geilenkirchen niederließ. Nicht zuletzt ihm ist es zu verdanken, dass Angelika Freitag für die Präsentation ihrer Werke im Haus Basten gewonnen werden konnte. Angelika Freitags Studium an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf (1973 bis 1978) folgte ein weiteres Studium der Kunstwissenschaft von 1978 bis 1980. „Zuerst habe ich gezeichnet, mit wasserlöslichen Farben“, erinnert sich die Künstlerin. „Ich habe eine ziemlich reduzierte Farbpalette, hauptsächlich Ockertöne, die defensivem Charakter entsprechen, den ich mag“, sagt Angelika Freitag, während sie sich um Präsentation und Aufbau der Ausstellungsstücke kümmert. An Tieren interessiere sie „das Glatte“, aber auch „das Wollige“, was sie in ihre Malereien oder Skulpturen einbeziehe. Die aus Drahtgestellen in Verbindung mit Gaze und Papier gefertigten Plastiken entstanden parallel zu den Bildern. „Meine größte Skulptur ist eine 4,20 Meter hohe Giraffe“, berichtet Angelika Freitag. Diese Kreation steht im Flur ihres Studios im ältesten Atelierhaus in Düsseldorf.

Wer nun in der Ausstellung reine Tierporträts erwartet, wird enttäuscht sein, denn die „Kreaturen“ sind gewollt überzogen oder entfremdet dargestellt. Die abstrahierten Zeichnungen lassen dem Betrachter durchaus Raum für eigene Interpretationen. Auch der Mensch findet sich auf manchen Zeichnungen wieder, mit Hund oder mit Pferd.

Verschiedene Techniken kommen bei Angelika Freitags Zeichnungen zum Tragen. Die aktuellen Darstellungen in Tusche kommen ohne jegliches Umfeld aus, stehen frei im Raum, nur auf weißem Untergrund. Einige Tierdarstellungen sind aus der Drehung mit dem Pinsel heraus entstanden, vervollständigt durch Tupfer.

„Manche Formen haben sich verselbstständigt“, sagt die Künstlerin, die sich schon auf die Vernissage von „Tierwelten“ am morgigen Sonntag um 11 Uhr freut.

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