WM strahlt bis in die Region: VfR Übach-Palenberg hofft auf positiven WM-Effekt

WM strahlt bis in die Region : VfR Übach-Palenberg hofft auf positiven WM-Effekt

Nach dem Wintermärchen von 2007 gab es einen Mitgliederboom von zwölf Prozent bei den Nachwuchs-Handballern. Allerdings haben die Experten Zweifel, dass die deutsche Mannschaft in diesem Jahr den Titel holt.

Sportlicher Erfolg, wachsende Popularität, steigender Zulauf: Aktuell schaut die ganze Handballwelt nach Deutschland und Dänemark, aber auch die Amateurvereine in der Region erhoffen sich einen positiven Effekt. Trotz aller Begeisterung gibt es aber auch eine negative Folge.

„Eine erfolgreiche und gut gespielte Weltmeisterschaft bringt Schwung in den Handball und neue Vereinsmitglieder“, weiß Reinhard Schmidt, der erste Vorsitzende der Abteilung Handball beim VfR Übach-Palenberg. Bereits seit 25 Jahren ist er im Vorstand beim VfR aktiv. Nach dem Wintermärchen von 2007 verzeichnete der Verein zwölf Prozent mehr Mitglieder. In Summe waren es dann 300 Handballer. „Natürlich ist diese Euphorie aber auch wieder abgeebbt, und nicht alle sind am Ball geblieben“, fügt der 60-Jährige hinzu. Aktuell sind im Verein rund 250 Freunde des Handballs aktiv - allerdings bewegt sich die Mitgliederzahl bereits seit 20 Jahren in diesem Rahmen.

„Bisher sind die Anfragen an uns auf einem normalen Niveau“, erzählt Roman Kapfenberger. Aber das Turnier sei auch noch jung: „Wenn unsere Mannschaft das Halbfinale erreicht, ist alles möglich.“  Der angehende Gymnasial-Lehrer hat früher aktiv beim VfR gespielt und kümmert sich nun intensiv um den Nachwuchs. „Bei uns hat die Jugendarbeit mittlerweile Priorität Nummer eins“, sagt Reinhard Schmidt. Noch vor drei Jahren waren lediglich 25 Kinder und Jugendlichen in der Abteilung angemeldet. Damals machte sich der Vorstand ernsthalt Sorgen um den Erhalt der Abteilung. Seit gut zwei Jahren ist  Roman Kapfenberger nun Jugendleiter, und seither hat er einiges bewegt.  „Ich habe intensiv die Grundschulen abgegrast und Handball vorgestellt“, so der 24-Jährige. Mit Erfolg: Heute trainieren 76 Kinder zwischen sechs und 18 Jahren in der Sporthalle in Palenberg. „Daher hätten wir nichts gegen einen Schub durch die WM, aber wir werden weiterhin auf eine intensive Jugendarbeit setzen“, betont Reinhard Schmidt.

Tun alles für die Jugend: Reinhard Schmidt und Roman Kapfenberger. Foto: ZVA/Michèle-Cathrin Zeidler

Die WM im eigenen Land hat auch Auswirkungen auf den Amateur-Bereich. Der Spielbetrieb pausiert seit dem 15. Dezember. „Eine lange Winterpause kann ein Trainer nutzen, um an ein paar Stellschrauben zu drehen“, sagt Roman Kapfenberger. Allerdings müssten Testspiele organsiert werden, damit die Spieler in Form und Routine blieben. „Die Saison wird dadurch außerdem deutlich länger und läuft statt bis Ende April bis Mitte Mai“, ergänzt Reinhard Schmidt, der bisher jedes Spiel der deutschen Mannschaft gebannt vor dem Fernseher verfolgt hat.

„Einige Vereinsmitglieder haben sich aber auch Urlaub genommen und sind nach Berlin gereist“, berichtet der Vorsitzende. Für alle Daheimgebliebenen wurde am Dienstag spontan ein Public-Viewing in der Sporthalle organsiert. Sollte die deutsche Auswahl das Halbfinale erreichen, sind größere Events geplant. „Bei der WM 2007 haben wir in der Halle sogar Teppich ausgelegt und haben mit 250 Leuten das Spiel verfolgt“, erinnert sich Roman Kapfenberger.

Beide Handballer drücken der deutschen Mannschaft die Daumen, allerdings haben sie einen anderen Favoriten. „Die Deutschen spielen offensiv zu dünn und machen zu viele technische Fehler“, findet der Jugendleiter. Er sieht am Ende Dänemark als Sieger aus dem Turnier hervorgehen. Für Reinhard Schmidt sind Dänemark und Frankreich besonders stark. „Aber Handball ist gerade so spannend, weil der Sieger nicht zu Beginn feststeht“, so der Vorsitzende. Vieles gehe über Emotionen und das Publikum: „Wenn die Tagesform stimmt und mit dem Heimvorteil im Rücken, sind wir aber auch vorne mit dabei.“

Lust bekommen? Neue Mitglieder sind beim VfR immer willkommen. Mehr zum Verein gibt es online unter www.vfr-handball.de.

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