Verschneite Miniaturwinterlandschaft im Hause Hirche

Verschneite Miniaturwinterlandschaft : Mit Liebe für Details ein Stück Romantik ins Haus gezaubert

Der Winter hat bei uns zwar noch nicht mit Schnee Einzug gehalten, doch in Frelenberg gibt es ein Haus, in dem schon seit Mitte November eine romantische Miniatur-Winterlandschaft zu bestaunen ist. Organist und Chorleiter Wilfried Hirche gestaltet sie mit seiner Frau Marianne seit fünf Jahren jedes Jahr anders.

Teils wie anno dazumal, teils aus der heutigen Zeit muten die Häuschen, Kirchen, Karussells und Figuren an, die liebevoll auf zwei großen Platten – drei Meter mal ein Meter sechzig – mit viel künstlichem Schnee im Wohnzimmer drapiert sind. Einige Tausend Euro stecken in diesen Miniaturen, wie das Paar erzählt.

„Wir fangen immer zwei Wochen vor dem ersten Advent mit dem Aufbau an. Abgebaut wird Mitte Januar“, erklärt der Organist. Seine Frau ergänzt: „Zum Aufbau brauchen wir zwei Wochen, zum Abbau acht Tage.“

Alles blinkt und bewegt sich: Mit jeder Menge Details zieht das Bergdorf die Betrachter in seinen Bann: Eine beleuchtete, steile Skirampe mit zur Talstation auf- und abfahrenden Liften und Skifahrern fällt als Erstes ins Auge. Bei genauerem Hinsehen entdeckt man sogar Hirches Familienhund „Jan“, der in halsbrecherischem Tempo auf einem Snowboard die Piste hinunter rast. „Diese Tierfigur haben wir im Geschäft gesehen und mussten sie natürlich sofort haben“, verrät das Ehepaar lachend.

Hoch oben in der Luft zieht derweil der Weihnachtsmann samt Rentierschlitten seine Kreise – vermutlich ist er auf dem Rückweg zum Nordpol. Kinder- und Kettenkarussells mit blinkenden Lichteffekten und moderne Fahrattraktionen für Wagemutige, die sich halsbrecherisch schnell drehen, faszinieren Groß und Klein.

Mehrere Eisbahnen mit Schlittschuhläufern, die elegant ihre Bahnen ziehen, bunte Verkaufsbuden, Straßenmusiker und Chöre lassen immer neue Details entdecken. Ein Liebespärchen auf einer Bank bei Vollmond wird nur von zwei kleinen Häschen belauscht, während die Feuerwehr mit einem Pferdewagen und darauf befindlichen, nostalgischen Wasserbehältern zu einem Einsatz fährt.

„Mit großen Augen und ganz begeistert steht unsere dreijährige Enkelin Miley oft davor“, freuen sich die Baumeister, „sie weiß aber, dass sie nichts anfassen darf“ Kürzlich seien die Sternsinger vom Frelenberger Kindergarten da gewesen, berichten die beiden. Sie hätten gar nicht mehr fort gewollt, hätten immer neue Sachen entdeckt.

Viele Figuren in dem verschneiten Wunderland sind beweglich und zeigen Liebe zum Detail. Foto: Renate Kolodzey

So läuten beispielsweise zwei Mönche die Kirchturmglocken, und ein alter Herr füttert die Tauben. Auch ein Hund, der an einem großen, auf dem Boden stehenden Briefkasten sein Bein hebt, fehlt nicht in der grandiosen Szenerie.

Selbstredend ist im Miniatur-Wunderland auch modernes Wintergrillen angesagt, während sich die benachbarten Schäfchen lieber mit Grünfutter von ihrem Bauern verwöhnen lassen und sich dabei nicht einmal von der nostalgischen Eisenbahn, die lautstark daher rattert, stören lassen.

„Als Felsen habe ich originale Steine aus Österreich eingebaut, die ich aus dem Urlaub mitgeschleppt habe“, gibt Wilfried Hirche Einblicke in die pfiffige Konstruktion. Seine Frau ergänzt: „Wir fahren schon seit 33 Jahren nach Tschagguns in Vorarlberg. Dort mieten wir immer ein Ferienhaus, von dem aus wir einen fantastischen Blick ins Tal haben. Diese Aussicht hat uns inspiriert – besonders abends, wenn im Dorf die Lichter angehen.“

Natürlich gehe auch öfter etwas kaputt, erzählen die beiden. Demnächst müsse der Hausherr einen Motor, der für Lichteffekte sorge, austauschen und festlöten. Dann heiße die Devise: „Kinder betet – Wilfried lötet!“

In diesem Jahr habe der Organist zudem einen ganz besonderen Plan, verrät er: „Ich möchte die alte Frelenberger Kirche als Modell nachbauen – mit einem Soundmodul, sodass ich sie vom Handy aus mit Musik bestücken kann!“ Langeweile wird also mit Sicherheit nicht aufkommen im Miniatur-Wunderland der Familie Hirche.

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