Senioren in Geilenkirchen: Uneinigkeit zur Schaffung einer Wohnberatung

Senioren in Geilenkirchen : Uneinigkeit zur Schaffung einer Wohnberatung

Nach dem Ausschuss für Bildung, Soziales, Sport und Kultur beschäftigt sich an diesem Mittwoch auch der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Geilenkirchen mit einem Antrag der CDU, „dass ab einem noch mit der Franziskusheim gGmbH zu vereinbarenden Zeitpunkt die Stadt Geilenkirchen sich mit einem jährlichen Betrag in Höhe von 9900 an den Kosten für eine 0,5-Stelle einer Wohnberatung für das Stadtgebiet Geilenkirchen beteiligt“.

Diese Wohnberatung ist, wie berichtet, nach den Vorstellungen der CDU für ältere Mitbürger gedacht, damit sie so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden leben können. Die CDU argumentiert, für die Herstellung von Barrierefreiheit gebe es häufig Fördergelder, die betroffenen Senioren seien angesichts der Vielzahl von Möglichkeiten und Bestimmungen mit der Beantragung überfordert. Die Finanzierung der Stelle werde zur Hälfte durch ein Förderprogramm der Pflegekassen übernommen.

  Sicherlich, so argumentierte CDU-Fraktionschef Max Weiler im Sozialausschuss, gebe es beim Kreis Heinsberg zwei Stellen für Pflegeberatung. „Die beraten aber erst dann, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Wir hingegen wollen präventiv arbeiten. Immerhin sind zwölf Prozent der Geilenkirchener Bevölkerung 65 Jahre und älter“, sagte Weiler.

„In Geilenkirchen ist viel in Bewegung. Wir dürfen uns personell und finanziell nicht übernehmen. Die Haushaltslage ist nicht rosig. Aber der Bedarf ist da, das Projekt ist sinnvoll, dazu kann man nicht Nein sagen“, erklärte Stefan Mesaros, Fraktionsvorsitzender Für Gk!. Auch die SPD signalisierte Unterstützung. Dennoch fragte deren Fraktionschef Christoph Grundmann: „Der Antrag soll verhindern, dass alte Menschen ins Altenheim gehen. Warum sucht man dann die Zusammenarbeit mit einem Altenheim?“ Für die Grünen meinte deren Fraktionsvorsitzender: „Gute Anträge werden von uns unterstützt, auch wenn sie von anderen Fraktionen kommen. Es ist gut angelegtes Geld. Der Antrag hilft den Menschen und hilft der Kommune, sich als menschenfreundliche Stadt darzustellen.“

Bedenken äußerte Wilfried Kleinen, Vorsitzender der Fraktion „Geilenkirchen bewegen! und FDP“: „Die demografische Entwicklung gibt Ihnen recht“, meinte er in Richtung CDU. Aber: „Ich habe in dieser Angelegenheit viel telefoniert, den Bedarf konnte keiner begründen. Wenn die Förderung ausläuft, haben wir die Stelle, obwohl keine Notwendigkeit besteht.“ Und in Richtung Kämmerer Daniel Goertz fragte Kleinen: „Unterstützen wir nicht mit städtischem Geld eine Stelle der Franziskusheim gGmbH? Übernehmen wir nicht Aufgaben des Kreises?“ Diese Frage habe er sich auch schon gestellt, sie werde geprüft, antwortete Goertz.

„Wir wollen keine Leistungen übernehmen, die andere per Gesetz übernehmen müssen. Es gibt die Möglichkeit, Hilfe an anderer Stelle zu bekommen“, sagte Karola Brandt (Bürgerliste). Außerdem könne nicht jeder eine Förderung in Anspruch nehmen, der Hilfesuchende müsse eine begründete Bedürftigkeit nachweisen. Für eine Förderung gebe es viele Kriterien. Außerdem gebe es in der Stadt kaum Wohnraum, der altengerecht umgestaltet werden könne. Brandt: „Ich will keine Hoffnungen wecken, die ich nicht erfüllen kann. Außerdem können wir nicht aus einem Füllhorn heraus handeln.“ Und Nils Kasper (FDP) meinte: „Es ist eine Aufgabe des Kreises, die CDU soll diesen Antrag in den Kreistag einbringen.“

Bernhard Kozikowski meine als beratendes Mitglied der Kirchengemeinden: „Die Franziskusheim gGmbH wird sicherlich nicht in die eigene Tasche wirtschaften.“  Das sah auch Jürgen Benden so. Mit dem Franziskusheim haben wir einen starken Partner an unserer Seite.“ Kleinen konterte: „Es ist unerträglich, wenn Sie sagen, ich hätte etwas gegen das Franziskusheim. Ich würde nie etwas gegen so eine Einrichtung mit solch einer fachlichen Kompetenz sagen. Nochmals Grundmann zu dem Thema: „Es ist zielführend, wenn man solch eine Einrichtung vor Ort hat. Dezentralisierung ist gut, damit die Menschen nicht nach Heinsberg müssen.

Bei zwei Enthaltungen wurde der CDU-Antrag einstimmig angenommen. In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses an diesem Mittwoch ab 18 Uhr und in der nächsten Ratssitzung am Mittwoch, 10. April, 18 Uhr, wird weiter diskutiert.

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