Übach-Palenberg: Über die Einbahnstraße in das Zentrum

Übach-Palenberg: Über die Einbahnstraße in das Zentrum

Der Stadtteil Palenberg soll für den Einzelhandel und seine Kunden wieder attraktiver werden. Diesem Ziel wird die Öffnung der Aachener Straße als Einbahnstraße in Richtung Zen­trum Palenberg dienen, die der Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Sicherheit in jüngster Sitzung auf den Weg gebracht hat.

Ausschussvorsitzender Josef Fröschen (CDU) hatte zu Beginn der Sitzung darauf hingewiesen, dass entsprechende Forderungen der Geschäftsleute über viele Jahre hinweg immer wieder geäußert worden waren.

Ampeln unverändert

Bevor die Planerin Silvia Vassilliere von der Ageva (Arbeitsgemeinschaft Entwicklungs- und Verkehrsplanung Aachen) den Plan vorstellte, wies Bauamtsleiter Achim Vogelheim auf die „Verödung“ hin, welche die Aachener Straße als Sackgasse erfahren habe. Weil eine große Lösung mit einem Kreisverkehr zu teuer wäre, so Vogelheim, habe man sich jetzt für die kostengünstige Variante — die einfache Öffnung der Straße — entschlossen, die nur etwa 60.000 Euro kosten würde.

Planerin Silvia Vassilliere benannte als Ziel der Planung die Möglichkeit für den Autoverkehr aus Richtung Frelenberg, die zen­trumsnahen Parkplätze in Palenberg ohne Umweg zu erreichen. Man habe dabei darauf geachtet, dass die Ampelanlage an der Einmündung Mühlenweg nicht geändert werden muss, da dies die Realisierung verteuert hätte.

Im Wesentlichen müsse man jetzt nur die Straßenmarkierungen ändern und eine nicht stark frequentierte Fußgängerverbindung unterbrechen, beziehungsweise die leichte Wallaufschüttung durchbrechen, an der die Aachener Straße noch endet. All das, so die Planerin, bringe weder eine Gefährdung der Fußgänger oder Radfahrer noch größere optische Veränderungen mit sich.

Für die CDU begrüßte Walter Junker das Vorhaben, auch wenn es die kleine Lösung sei. „Wir haben schließlich auch nur kleines Geld“, argumentierte er. Für die UWG sagte Wolfgang Bien: „Wir wünschen uns das seit Jahren“, reflektierte so auch frühe Koalitionsaussagen seiner Fraktion. Wolfgang Gudduschat (FDP) sah sogar einen „ersten Bypass gegen den Palenberger Herzinfarkt.“

Anders sah das die SPD. Wenn man von der Haushaltssituation ausgehe, so deren Sprecher Heiner Weißborn, könne man sich auch die „kleine Lösung“ nicht leisten, da man für wichtigere Dinge auch kein Geld habe. Den angeblichen Missstand in Palenberg kenne er seit vielen Jahren. Alle Untersuchungen in der Vergangenheit hätten sich gegen die Öffnung der Aachener Straße ausgesprochen. Die Straße sei seit rund 30 Jahren nicht mehr befahrbar. Dass dennoch jeder, der will, den Weg ins Palenberger Zentrum finde, zeige Jahr für Jahr der Besucherandrang beim Kaiser-Karl-Fest. Die Öffnung sei „Unfug und herausgeworfenes Geld“, schloss Heiner Weißborn. Gegen die Stimmen der SPD sprach sich der Ausschuss mehrheitlich für die vorgestellte Planung aus.

Einhellige Zustimmung gab der Ausschuss jedoch für geschwindigkeitsreduzierende Maßnahmen in der Otto-von-Hubach-Straße. Hier sollen künftig vier Schwellen den Verkehr bremsen. Das entspricht, so Bauamtsleiter Achim Vogelheim, auch dem Wunsch der Mehrheit der Anwohner.

(mh)
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