Gedenken und Feiern: 75 Jahre Befreiung: Workshop zum Soldatenfriedhof Ysselstein

Gedenken und Feiern: 75 Jahre Befreiung : Workshop zum Soldatenfriedhof Ysselstein

Im Rahmen des niederländischen Projekts „Herdenken en Vieren 75 jaar Bevrijding“ (Gedenken und Feiern: 75 Jahre Befreiung) fanden sich kürzlich 15 geschichtsinteressierte Schüler der neunten Klassen im Jugendzentrum Übach-Palenberg ein.

Unter Leitung der Referentin Konstanze Zechendorf vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. wurde in einem Workshop die deutsche Kriegsgräberstätte Ysselsteyn untersucht.

Über 31.000 Tote sind auf etwa 30 ha beerdigt, eine Fläche, die größer als Übach-Palenberg ist. Dieser einmalige Ort, auf dem hauptsächlich Wehrmachtsangehörige, aber auch Zivilisten und Kriegsverbrecher, bestattet sind, ist auch aktuell ein kontrovers diskutierter Ort. Bei der Beschäftigung mit den dort bestatteten Menschen und der gelebten Erinnerungskultur entwickelten die Schüler Diskussionen rund um die Fragen: Warum gibt es eine deutsche Kriegsgräberstätte auf niederländischem Gebiet? Wer liegt auf diesem Friedhof überhaupt begraben? Ist die Bezeichnung „Soldatenfriedhof“ angebracht? Ist ein Soldatenfriedhof ein angemessenes Mahnmal, wenn dort auch Kriegsverbrecher liegen?

Konfrontiert mit der Problematik äußerte sich ein Schüler: „Warum sollen gefallene Kriegsverbrecher besser behandelt werden, als normale Tote? Das ist doch ungerecht und nicht angebracht.“

Eine andere Schülerin bemerkte hingegen zum Abschluss: „Durch Orte wie Ysselsteyn wird einem die unfassbare Zahl der Toten noch einmal vor Augen geführt. Unvorstellbar wie viel Grauen durch den zweiten Weltkrieg über Europa und die Welt gebracht wurde. Auch wenn ich mit der offiziellen Beschriftung des Friedhofs, in der nur von deutschen Soldaten gesprochen wird, nicht einverstanden bin, halte ich diesen Ort dennoch für ein wichtiges Mahnmal.“

(red)
Mehr von Aachener Zeitung