Wehr übt Rettung aus Naherholungsgebiet bei Übach-Palenberg

Boot gekentert : Wehr übt Rettung aus Naherholungsgebiet

Großeinsatz im Naherholungsgebiet: Mit Drehleiter und weiteren Fahrzeugen erschien am Wochenende ein großes Aufgebot der Freiwilligen Feuerwehr. Grund war ein gekentertes Ausflugsboot, die beiden Insassen fanden sich im an dieser Stelle mehr als manntiefen Wasser des Zentralsees wieder.

Da das Ganze aber ohne Blaulicht abging, konnten sich die Gäste auf der Terrasse von Heinz Gaidas Gastronomiebetrieb im Naherholungsgebiet aber wieder beruhigen und die schnell gezückten Smartphones wieder in die Tasche sinken lassen, da es sich zum Glück nur um eine Übung handelte. „Wir wollten einmal in realistischer Umgebung den Ernstfall simulieren und haben dazu die Kameraden von den Feuerwehrtauchern des Kreises Heinsberg zu uns eingeladen“, kommentierte Einsatzleiter und stellvertretender Wehrleiter Stefan Peters den Vorgang.

Einige Stunden zuvor hatten sich die Übach-Palenberger Wehrleute und die Feuerwehrtaucher schon getroffen, um sich Material und Möglichkeiten der speziellen Einheit zeigen zu lassen. So konnten sie relativ entspannt ihren Einsatzort mitten zwischen Palenberg und Marienberg erreichen. Dass das Szenario aber durchaus beeindruckend und realistisch war, zeigte nicht nur der getriebene Aufwand. Denn schließlich sollte per Drehleiter das eigene Rettungsboot der Feuerwehrtaucher zu Wasser gelassen werden.

Zudem legten die Kameraden nicht nur die für den Einsatz nötige Ausrüstung an, sondern waren durchweg hochkonzentriert und zügig bei der Sache. Da dauerte beispielsweise das Aufpumpen des Schlauchbootes dank Drucklufteinsatz nur Augenblicke. Da packten aber auch die Kameraden – obwohl die Feuerwehrtaucher des Kreises Heinsberg eine eigene Einheit ohne direkten Kontakt zur Freiwilligen Feuerwehr Übach-Palenberg sind – gezielt an, und alles lief reibungslos ab.

Eine eigene Kommandozentrale mit eigens aufgebautem Pavillon war der zentrale Anlaufpunkt der Übung. Die erfahrenen Maschinisten hinter den Steuern der Einsatzfahrzeuge zirkelten zielsicher auch zwischen den vielen geparkten Fahrrädern der Ausflügler hindurch und das realistische Einsatzszenario wurde zum echten Prüfstein für die Wehrleute.

So wurde die ursprünglich geplante Wasserung des Feuerwehr-Einsatzbootes nach kurzer Überlegung doch abgesetzt, dafür lieferten die bei bestem Sommerwetter ordentlich schwitzenden Kameraden bestes Fotomaterial für die Zaungäste ab: Tauchanzüge, Rettungsboot und Taue hinterließen einen tiefen Eindruck. Und ganz nebenbei erkundeten die erfahrenen Feuerwehrtaucher mit ihrer Spezialausrüstung noch den See: Dort finden sich nämlich einige Kuriositäten am Grund, wie beispielsweise versenkte Gartenstühle und mehr. Den nur zum Schein in Seenot geratenen Freizeitkapitänen im und am Tretboot ging es natürlich bestens. So war einer der Helfer nur zum Treten des Bootes angetreten, ein zweiter spielte das verunglückte, schwimmunfähige Opfer Numero eins und „Kamerad Holzkopf“, ein Dummy, der von der Feuerwehr bei einigen Übungseinsätzen immer mal wieder in verschiedene Opferrollen schlüpfen muss, wurde als Dritter auch fachmännisch aus dem See gezogen.

Zum Glück musste dieser Kamerad von den Feuerwehrtauchern nicht zu einem Ernstfall, sondern „nur“ zu einer Übung ins Wasser. Foto: Markus Bienwald

Zwar konnte der ebenfalls anwesende Feuerwehrarzt Dr. Heiner Buschmann nur das Ableben der schweren Puppe mit dem hölzernen Schädel feststellen, aber das war in diesem Fall nicht weiter schlimm. „Wichtig war, dass wir aktiv und direkt an einem möglichen Einsatzort in der warmen Jahreszeit in unserer Stadt wichtige Erfahrungen bei diesem für uns nicht alltäglichen Szenario sammeln konnten“, freute sich Einsatzleiter Stefan Peters hinterher. Für den Winter wären die Feuerwehrtaucher dank Spezialanzügen übrigens auch bestens gerüstet, ergänzte Peters noch. Und die Beteiligten konnten sich sicher sein, dass im Fall der Fälle die aktive Vorbereitung auf einen solchen, natürlich hoffentlich nicht eintretenden Einsatz, nun noch besser ist. „Klar ist ja, das man Dinge, die man trainiert, die man übt und die man mal gemacht hat, beim nächsten echten Notfall mit mehr Routine und mehr Fachwissen angeht“, schließt Stefan Peters.

Und er durfte sich nicht nur über den Applaus der Anwesenden freuen, die sich durchweg positiv über die Übung äußerten. Es wurde auch deutlich, dass das Zusammenspiel mit Spezialkräften wie den Feuerwehrtauchern des Kreises Heinsberg funktioniert. Dafür gab es hinterher beim abschließenden gemeinsamen Grillen aller Beteiligten in der Feuerwache an der Friedrich-Ebert-Straße auch viel Lob.

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