Das Outbaix kämpft sich zurück : Böse Überraschung sorgt für Überstunden am Outbaix

Die Bauarbeiten liegen drei Wochen hinter dem Zeitplan. Der Eröffnungstermin soll trotzdem gehalten werden. Der Vorverkauf startet bereits im Juni.

Michael Kerres schiebt aktuell Nachtschichten am Outbaix in Übach-Palenberg. Bis zu 16 Stunden arbeitet der Metallbaumeister täglich auf dem Gelände des ehemaligen Kultclubs  – und das neben seinem eigenen Betrieb. „Wir hängen beim Umbau drei Wochen hinter unserem Zeitplan, mein Puffer ist weg“, erzählt Kerres, während er schnell ein belegtes Brötchen isst - seine erste Pause für die Presse an diesem Tag. Es ist 17.30 Uhr.

„Nur durch einen Zufall beim Fluten ist uns aufgefallen, dass die Kanalrohre nicht in Ordnung sind. Das Wasser kam schlicht nicht da raus, wo es sollte“, erzählt Michael Kerres. Nicht die erste böse Überraschung für die beiden neuen Betreiber aus Alsdorf. „Diese Arbeiten waren unerwartet und teuer, aber unbedingt notwendig“, ergänzt Wilfried Schüller.

Um nicht noch weiter Zeit zu verlieren, musste schweres Gerät anrücken und eine Baufirma wurde hinzu geholt. „Wir werden den Termin für die Eröffnung auf jeden Fall halten“, stellt Wilfried Schüller klar. Der Club will sich mit einer zweitägigen Eröffnungsfeier am 6. und 7. September zurückmelden.

Schon große Fortschritte: Beim Kauf waren die Kellerräume bis zur Decke zugemüllt und sämtliche Kabel waren aus den Wänden gerissen worden. Foto: ZVA/Michèle-Cathrin Zeidler

Damit die Besucher an dem Wochenende dem Outbaix wieder so richtig einheizen können, haben die Innenräume und die Terrasse nun Priorität. „Es geht auch erst einmal ohne unseren Biergarten im hinteren Bereich und die geplante Lärmschutzmauer“, so Schüller. Laut Lärmschutzgutachten brauche der Club keine zusätzliche Lärmschutzmauer. Trotzdem wollen die Betreiber abwarten, wie es sich mit den Nachbarn und der Lärmbelastung nach dem Start entwickelt.

„Als nächstes stehen nun draußen die Pflasterarbeiten an“, erzählt Michael Kerres. Als Vorbereitung wurden nach den Kanalarbeiten auf dem Gelände zehn  Lkw-Ladungen Material verfüllt und verfestigt.

Bisher hat die Outbaix-Gemeinde beim Umbau in beeindruckender Weise Wort gehalten und steht jedes Wochenende mit 15 bis 20 Leuten voller Tatendrang vor dem Bauzaun. „Wir sind unendlich dankbar für diese Unterstützung. Da steckt so viel Kraft, Zeit und Idealismus drin - das ist der Wahnsinn“, ist Wilfried Schüller glücklich über jeden engagierten Helfer.

„Am nächsten Samstag, dem 1. Juni, können wir zu den Pflasterarbeiten wieder viele Hände brauchen“, so Schüller weiter. Interessierte können sich bei ihm unter der Telefonnummer 0172 5929249 melden.

„In ein paar Wochen wird man das Haus kaum wiedererkennen“, ist Michael Kerres überzeugt. Bereits jetzt ist von den zahlreichen bunten Graffitis an der Fassade nichts mehr zu sehen. „Die Logos und die Leuchtreklame für die Fassade kommen die Tage, der Elektriker rückt ebenfalls an und auch die Küche wird nächste Woche eingebaut“, verrät Kerres. Außerdem hatten die Betreiber am Freitag einen wichtigen Termin beim Notar: Die Outbaix KG wird gegründet, sie soll das Tagesgeschäft des Clubs regeln.

„Ab Juni läuft dann auch der stationäre Kartenvorverkauf“, erzählt Wilfried Schüller, der sich vor allem um die organisatorischen Arbeiten, Vertragswerke und Öffentlichkeitsarbeit kümmert. Online sind Tickets bereits jetzt erhältlich (Link über die Facebook-Seite des Clubs). Schüller will außerdem bald anfangen, die ersten Plakate aufzuhängen.

Zur Eröffnungsparty konnte das Duo am Freitag, 6. September, ab 18 Uhr „Jancee Pornick Casino“  und „ Tito Tequila“ gewinnen. Am Samstag geht die „Outbaix Followers Revival Party“ um 18 Uhr dann weiter mit Live-Musik von den „Los Barstardos“, „The Hobbyraums“ und „Carlos Cachafeiro“. An den beiden ersten Abenden ist der Eintritt frei. Die neuen Betreiber wollen an das alte Programm anknüpfen und legen viel Wert auf qualitativ hochwertige Live-Bands, aber auch Comedy-Veranstaltungen sind geplant.

„Wir sind sehr froh, dass es keine weiteren Probleme mehr mit Vandalismus gegeben hat“, erzählt Wilfried Schüller. Die Drogenszene sei weg und die Verschmutzungen auf dem Berg seien quasi nicht mehr vorhanden.

Auch hätten einige Jugendliche beim Umbau bereits kräftig mitgeholfen. „Die Jugend in der Stadt liegt uns am Herzen“, sagt Schüller. Zusammen mit der Stadt sei da auch ein Projekt in Überlegung. Doch bevor sich die Betreiber dieser nächsten Baustelle widmen, werden erst einmal wieder die Ärmel hochgekrempelt. Es steht noch viel Arbeit an. Schließlich soll die Outbaix-Gemeinde für all ihre Hilfe mit einer pünktlichen und ausschweifenden Eröffnungsparty entschädigt werden.

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