Fußballvereine vor der Saison: Verein zieht Strich unter Saison und blickt auf einen Neuanfang

Fußballvereine vor der Saison : Verein zieht Strich unter Saison und blickt auf einen Neuanfang

Beim TuS Rot-Weiß Frelenberg spielte sich in den vergangenen Monaten ein Horrorszenario ab. Plötzlich war bei der ersten Mannschaft der Wurm drin, anscheinend soll fehlende Kommunikation untereinander der Grund für ein großes Leck im Vereinsschiff gewesen sein.

Frelenberg stellte zu Saisonbeginn der Spielzeit 18/19 zwei  Mannschaften in den B-Ligen, der TuS II schwebte nach dem Aufstieg aus der C-Liga auf Wolke sieben. Wobei die Aufsteigermannschaft zum Start noch nicht wusste, dass man selbst Spieler zur Ersten abgeben musste. Der Neuling zahlte bitteres Lehrgeld und in der Fußballszene schien es nur eine Frage der Zeit, bis der Neuling die Segel bei teilweise deftigen Niederlagen streichen würde.

„Wir haben gleich gesagt, dass ein Rückzug überhaupt nicht zur Debatte steht. Wir haben uns alle geschworen, es durchzuziehen“, so Trainer Josef Rüttgers. Dabei konnte die Mannschaft in einigen Spielen nicht einmal elf Spieler auflaufen lassen. Sie war Kanonenfutter in der Liga, zeigte aber dennoch  großes Fairplay und gewann die Fair-Play-Wertung.  „Wir hatten einfach Spaß am Fußball“, erzählt der Coach.  

Und plötzlich wurde dann Frelenberg II zur Nummer Eins im Verein. Zahlreiche Spieler der ersten Garnitur verließen den Club, einige bereits zur Winterpause. Beim Durchzählen der Mannschaft 19/20 stockte der Atem- es waren zu wenig Spieler.

So zog der Vorstand die Reißleine, zog die Mannschaft aus der B-Liga Gruppe III zurück und wurde erster Absteiger der neuen Saison. „Für uns die eindeutige richtige Entscheidung. Was hätte es genutzt, wenn unser Kader zur Ersten aufrückt und weiter B-Liga spielt. So starten wir in der C-Liga nach unserem Abstieg den Neuanfang. Erfolgreiche Spiele sollen nun wieder Selbstvertrauen bringen“, erklärt Trainer Josef Rüttgers. „Einige B-Ligaspieler teilten leider unsere Ansicht nicht. Sie sahen hier keine Zukunft und wechselten zu anderen Vereinen.“ Einige Spieler konnten jedoch vom Konzept überzeugt werden: „ Gemeinsam möchten wir neu durchstarten.“ Und es gibt bereits erste Erfolge: das erste Meisterschaftsspiel wurde bei Rhenania Immendorf II mit 3:2 gewonnen.  

Sebastian Hoffmann (SV Marienberg), Rene Lechner (SVG Birgden-Langbroich-Schierwaldenrath) und Stefan Schulz (SV Fischbach) stießen zum Kader.  Josef Rüttgers wird unterstützt von Frank Staas. Dieser trug sich auch gleich in die Torschützenliste beim Auswärtssieg ein.

Zwar sind einige Spieler der Mannschaft bereits über 30 Jahre alt, jedoch sind sie aufgrund ihrer Erfahrung und der Identifikation mit dem Verein für den Coach Gold wert. Sie sollen die Jugend auf dem Platz führen.

„Die Moral in der Truppe ist einzigartig“, schwärmt der Coach. „Wir sitzen wieder nach den Spielen alle beisammen und sind eine Einheit.“ Vom Aufstieg will der Trainer nicht reden: „Für uns gilt es erst einmal, Stabilität im Neuaufbau zu bekommen und dann sehen wir weiter.“ Einen einstelligen Tabellenplatz sieht man im Lager des TuS als realistisch an – der Auftakt wurde durch den Auswärtssieg gemacht.

(agsb)
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