Übach-Palenberg: Schüler gestalten Segel für Ship of tolerace

Ship of tolerance : Kreative Zeugnisse für Respekt und Völkerverständigung

Das Ship of Toleranz ist ein Kunstprojekt des weltweit renommierten Künstlerehepaars Emilia und Ilya Kabakov. Sie hatten dieses Projekt, das seit 2005 weltweit für Toleranz und Respekt wirbt, unter anderem schon in Ägypten, Italien, der Schweiz, den USA und Russland verwirklicht.

Im Spätsommer könnte das Ship of Tolerance auf der „Dürener Adria“ seine Jungfernfahrt erleben. Der Badesee in Düren-Gürzenich soll aber voraussichtlich nicht zum Heimathafen des Schiffes der Toleranz werden, vielleicht kann es einmal im Dürener Brückenkopfpark vor Anker gehen. Der Kreis Düren befindet sich derzeit nach Terminverschiebungen noch in Abstimmungsgesprächen für den Termin und Ort des „Stapellaufs“.

Die zehn teilnehmenden Kinder der OGS in Scherpenseel wurden von Angelika Keller aus Aldenhoven und Diplom-Ingenieurin Hedwig Klee aus Übach-Palenberg betreut. Angelika Keller ist Kermamikkünstlerin. Hedwig Klee widmet sich der Malerei. Die beiden Künstlerinnen hatten sich für dieses Projekt beworben und waren von einer Jury für die Teilnahme am Kunstprojekt Ship of Tolerance ausgewählt worden. Keller und Klee ist es seit vielen Jahren ein Anliegen, Kinder und Jugendliche an die Kunst heranzuführen. Sie waren begeistert vom Thema und hatten gemeinsam einen Entwurf für die Aktion des Künstlerehepaars Kabakov erstellt. Als Partner für ihre Idee hatten sie die OGS Scherpenseel in Trägerschaft des Vereins „spielend lernen“ der Awo Heinsberg gewinnen können.

Als ausgewählte Teilnehmer dieses Kunstprojektes erhielten die beiden Künstlerinnen ein spezielles Segeltuch, auf dem sie mit den Kindern ihr Segel gestalten konnten. Später werden die einzelnen Teile zu einem großen Segel zusammengesetzt. Das Ship of Tolerance soll als Teilhabe-Projekt Toleranz und Respekt durch gemeinsames Tun mit anderen erfahrbar machen. Kreative Zeugnisse für Respekt und Völkerverständigung werden von den Teilnehmern erwartet.

Die beiden Künstlerinnen Angelika Keller (l.) und Hedwig Klee (r.) gestalteten mit Kindern der OGS Scherpenseel ein Segel für das Ship of Tolerance. Foto: Dettmar Fischer

Der künstlerische Leitgedanke der von Angelika Keller und Hedwig Klee eingereichten Arbeit laute, so Hedwig Klee: „Stärkung des Selbstbewusstseins, der Toleranz und Mut zum Anderssein. Durch haptisches Herangehen und eigenständige Bildgestaltung zeigt das Kunstwerk eine Darstellung der Menschen im Netz des Universums.“

In den Kunsträumen der Grundschule Scherpenseel wurde einen Tag gemeinsam das Segel bemalt und mit getöpferten Figuren bedruckt. Ton zum Druck zu benutzen, war allen Kindern neu, ebenso die Technik der Bemalung eines Segels mit Pinseln, Spaten, Karten oder den bloßen Händen. Alle waren begeistert bei der Sache. Zusammen schaffte man ein ausgefallenes Kunstwerk, sprach beim gemeinsamen Essen über das Thema und war am Ende des Tages froh, viel Neues erlebt zu haben und ein so tolles Ergebnis präsentieren zu können.

Die Teilnehmer sollen alle eingeladen werden, wenn das Schiff der Öffentlichkeit präsentiert wird. Emilia Kabakov soll zur feierlichen „Schiffstaufe", so die Planung, aus den USA anreisen, um die 120 Unikate vor Ort zu würdigen. Nach der Jungfernfahrt soll das Schiff der Toleranz einen würdigen Platz im Kreis Düren finden. Dann steht neben der Tate Modern in London und dem MoMa in New York auch ein Kunstwerk des Künstlerehepaars Emilia und Ilya Kabakov in der Region. Den Rumpf des Schiffes hatten die Kabakovs entworfen, die Segel kreierten Menschen zwischen Düren und Scherpenseel.

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