Übach-Palenberg: Benefizkonzert des Heeresmusikkorps Koblenz im PZ

Benefizkonzert : Heeresmusikkorps bringt den Grand Canyon nach Übach-Palenberg

Das Heeresmusikkorps Koblenz ist ein gern gesehener Gast in Übach-Palenberg, der auch in diesem Jahr wieder das Kulturprogramm der Stadt Übach-Palenberg bereicherte.

So konnte Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch denn auch sehr viele Zuhörer in der Aula des Pädagogischen Zentrums begrüßen, die sich dieses Konzerterlebnis nicht entgehen lassen wollten. Das Heeresmusikkorps Koblenz bot in Übach-Palenberg nicht nur einen musikalischen Genuss auf hohem Niveau, sondern spielte auch für einen guten Zweck. Der Erlös des Benefizkonzertes kommt der Aktion „Unsere Kinder vor Ort“ zugute. Bürgermeister Jungnitsch betonte, dass mit den Spenden Kindern geholfen werde, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Solch ein Benefizkonzert wirke auch dem Gedanken entgegen, dass man ja eh nichts tun könne. In der Gemeinschaft könne man durchaus etwas bewirken und die Welt ein wenig heller machen.

Die Welt ein wenig heller zu machen, war ja von je her auch ein Aufgabengebiet der Musik. Und auf diesem Gebiet sind die Musiker des Heeresmusikkorps Koblenz Profis. Die Fledermaus Ouvertüre von Johann Strauß etwa spielte das große Orchester unter der Leitung von Oberstleutnant Alexandra Schütz-Knospe so beschwingt, als stünde der Frühling vor der Tür.

Eröffnet hatte das Heeresmusikkorps sein Konzertprogramm mit dem Stück „Wir präsentieren“ von Haus Ailbout. Mit diesem Militär-Marsch hatte Ailbout 1912 den ersten Preis in einem Kompositionswettbewerb gewonnen, und noch im selben Jahr war der Präsentiermarsch in die preußische Armee-Marsch-Sammlung aufgenommen worden.

Doch nicht nur Freunde der Militärmusik kamen beim Benefizkonzert auf ihre Kosten. Geboten wurde ein sehr abwechslungsreiches Repertoire, in dessen Verlauf Oberstleutnant Alexandra Schütz-Knospe, die bundesweit die einzige Leiterin eines Musikkorps der Bundeswehr ist, den Taktstock an Hauptmann Wolfgang Dietrich weiterreichte, der das Korps etwa bei dem schönen Stück „Sunrise at Angel´s Gate“ dirigierte. Der englische Komponist Philip Sparke hatte in dieser Komposition seine Eindrücke von einem Sonnenaufgang am Grand Canyon verarbeitet. Alexandra Schütz-Knospe lud das Publikum in ihrer Anmoderation ein, die Augen zu schließen und die Morgendämmerung über dem Grand Canyon mitzuerleben.

Von den USA ging es gleich weiter nach Russland mit dem „Marsch der Minensucher“ von Semione Tshernetsky. Von dem zeitgenössischen niederländischen Komponisten Johann de Meij folgte das Stück „La Quintessenza“, das mediterranes Flair im PZ verbreitete.

Mit dem „Steinmetz Marsch“ von Karl Bratfisch eröffnete das Heeresmusikkorps Koblenz den zweiten Programmteil. Sogleich verließ man die irdischen Gefilde zu einem kleinen Ausflug mit Rossano Galantes „Journey through the Stratosphäre“. Der „Children´s March“ von Percy Grainger folgte, ein Klassiker, der die Klangfarben des Orchesters besonders zur Geltung brachte. Jazz- und Swing-Elemente standen bei „Groovin‘ hard“ von Don Menza im Vordergrund. Soli von Saxofon, Trompete und Posaune bewiesen die individuellen Qualitäten der Musiker und wurden mit viel Beifall des Publikums belohnt.

Die Besucher kamen auch beim diesjährigen Auftritt des Heeresmusikkorps wieder voll auf ihre Kosten und geizten ihrerseits nicht mit Applaus. Viele Zuhörer werden sich sicherlich noch lange an das tolle Stevie Wonder-Medley erinnern und sich auf den nächsten Auftritt der Bundeswehr-Musiker in Übach-Palenberg freuen.

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