Konzert: Schwungvolle russische Lieder begeistern Publikum

Konzert : Schwungvolle russische Lieder begeistern Publikum

Übacher Gesangverein mit dem Chor „Rjabinushka“

Es gibt Momente im Leben, da sollte der Alltag einfach ganz ausgeblendet werden. Was dabei oft und gerne hilft, ist gute Musik: Insofern waren die fleißigen Herren des traditionsreichen Übacher Gesangverein 1848 (ÜGV) und die nicht minder eifrigen Damen vom Chor „Rjabinushka“ aus Erkelenz beim Jahreskonzert des ÜGV in der ehemaligen Lohnhalle des Carolus-Magnus-Centrums bestens in der Spur. Passend mit „Musik verbindet – Stimme bewegt“ verzückten beide Akteure abwechselnd und auch gemeinsam mit ihren Klängen, die durchaus auch von einem ganz eigenen, zum Chor passenden Charakter, geprägt waren.

Bestes Beispiel war da schon der Übacher Sängergruß, mit dem die Gastgeber ihre Gäste bei allen Auftritten schon ganz zu Anfang davon überzeugen, mit dem Konzertbesuch alles richtig gemacht zu haben. Lokal, ja sublokal ging es weiter: Es ging um den Schäfer, der sein Sonntagslied anstimmt, den Fuhrmann, dessen rheinische Herkunft ihn romantisch werden lässt, das „Dörfchen“, die „Birke“ und ein „Nächtliches Ständchen“, für das wie bei allen anderen Beiträgen auch ein tosender Applaus die passende Antwort des begeisterten Publikums war. Dass der Gastchor „Rjabinushka“ nicht nur optisch mit wechselnden Kostümen eine Pracht war, sondern auch eine schöne Geschichte hinter den aktiven Sängerinnen steckt, erklärte ÜGV-Chef Hans-Josef Bröhl. So spielt die Eberesche bei den Damen eine wichtige Rolle, ist deren Verniedlichungsform „Rjabinushka“ doch die deutsche Übersetzung des Chornamens. Der wurde von den vor mehr als einem Vierteljahrhundert aus Russland übergesiedelten Gründerinnen bewusst gewählt, stehen sie doch mit deutschen wie russischen Liedern für ein kulturell übergreifendes, tonales Schauspiel. Sie ließen mit Schwung den „Ungarischen Tanz“ von Johannes Brahms durch die Lohnhalle fegen, erinnerten an den schönen Frühling, sangen ihr Loblied auf den Heimatort mit „Mein Erkelenz“ und rieten mit froher Stimme: „Liebe das Leben“.

Auch der zweite Teil hatte mit „In unserem Veedel“ von Hartmut Prieß, „Die Wolgaräuber“ oder auch „Moja Jube“ auf Seiten des ÜGV viel Abwechslung zu bieten. Da ließen sich auch die Frauen nicht lumpen, und legten mit „Balalaika“, dem „Blumengarten“ als russischem Volkslied und auch dem „Kosakenlied“ nach. Und als am Ende dann bei der Zugabe „Amazing Grace“ beide Chöre das Auditorium verzückten, folgten auf dem Fuße stehende Ovationen.

Mehr von Aachener Zeitung