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Reaktion auf Song-Verbot: Rockfabrik schmeißt Party zum „Layla“-Skandalhit

Reaktion auf Song-Verbot : Rockfabrik schmeißt Party zum „Layla“-Skandalhit

Mancherorts wurde der Skandal-Hit „Layla“ wegen seines angeblich sexistischen Textes verboten. In Übach-Palenberg wird ihm als Antwort darauf eine Party gewidmet.

Die endlose Diskussion um den Party-Hit „Layla“, der in Deutschland auf Platz eins der Single-Charts ist und seit seinem Verbot auf dem Würzburger Kiliani-Volksfest in aller Munde ist, scheint auch die Betreiber der Rockfabrik in Übach-Palenberg beschäftigt zu haben. Sie reagieren zumindest auf die Debatte – indem sie dem Lied eine Party widmen. Am Samstag soll dort unter dem Titel „#freelayla – Die Party zum Skandalsong“ die Rede- und Kunstfreiheit gefeiert werden, „mit den besten skandalösen Malle-Hits“, wie es in der Beschreibung heißt.

Inspiriert dazu wurde Betreiber Holger Kim nicht nur von der zahlreichen Berichterstattung, sondern auch von seinen Mitarbeitern und den Gästen. Es vergehe kein Abend, erzählt Kim, bei dem „Layla“ von den Gästen nicht gewünscht wird. Also habe man in der Rockfabrik das Thema besprochen und sich recht kurzfristig entschlossen, diese „Layla“-Party zu veranstalten – auch wenn Mallorca-Schlagerhits nicht unbedingt das Hauptmusikgenre der Location sind. „Wir waren immer schon alternativ, und wollen auch hier eine alternative Meinung präsentieren“, sagt Kim.

Dass eine solche Veranstaltung provozierend wirken kann, ist Kim klar. Sorge davor, dass es Besucher vor den Kopf stoßen könnte, hat er nicht. Die Resonanz sei bislang durchweg positiv. „Wer sich von dem Songtext provoziert fühlt, sollte nicht in die Disko gehen“, meint Kim. Denn dort würden viel provokantere Dinge passieren.

Die Rockfabrik sei bei den Themen LGTBQ und MeToo immer mit dabei. Doch darum ginge es bei dem Skandal nicht. „Wir reden über Musik und Kunst.“ Es sei nicht nachvollziehbar, warum „Layla“ so einen Aufruhr schaffe, lang bekannte Mallorca-Titel wie „Zehn nackte Friseusen“ oder „Dicke Titten, Kartoffelsalat“ aber nicht.

Ironisch sei die Veranstaltung aber nicht zu verstehen, vielmehr sei es ein „Jetzt erst recht“. „Ich meine das ernst. Es muss in Deutschland möglich sein, so etwas zu texten“, sagt Kim. „Und ich finde es lächerlich, darüber zu diskutieren. Da haben wir ganz andere Probleme.“

Das Verbot für den Song „Layla“ war jedenfalls die beste Werbung, die er bekommen konnte. Die Diskussion hat ihn bereits zum Kult gemacht. Und beschert vielleicht auch der Rockfabrik eine erfolgreiche Party.