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800 Zugteilnehmer: Nicht nur Konfetti hagelt vom Himmel

800 Zugteilnehmer : Nicht nur Konfetti hagelt vom Himmel

Die Damen und Herren vom Festausschuss Übach-Palenberger Karnevalsvereine dürften von Sonntag auf Rosenmontag ziemlich schlecht geschlafen haben. Denn draußen stürmte es, was das Zeug hielt.

Ob aber das ganze „Zeug“, das die insgesamt 39 teilnehmenden Gruppen liebevoll gebaut und zusammengetragen haben, um sich dann mit dem passenden Kostüm und der richtigen Portion Schminke zum zentralen Rosenmontagszug aufzustellen dem Wetter standhält, war die zentrale Frage. Beim zweiten Kaffee gegen 8 Uhr morgens fiel die Entscheidung: „Wir ziehen, pünktlich 10.11 Uhr“ lautete die kurze Whatsapp-Nachricht von Josef Switalla vom Festausschuss.

Und damit war klar, dass sich die weit über 800 Zugteilnehmer beim traditionell größten Zug der Stadt in Schale schmeißen und auf den langen Weg zum Übacher Rathausplatz machen durften.

Hunderte Feierwütige

Dort wartete nicht nur das neue Karnevalszelt auf Gäste, wie immer trafen sich hier viele hundert Feierwütige, um den Zug auch wirklich gebührend in Empfang zu nehmen.

Es war also eine immer noch gute Entscheidung des Festausschusses, der vor etlichen Jahren beschloss, statt der einzelnen, kleinen Veedelszüge, die von immer weniger Karnevalsgesellschaften ausgerichtet werden, einen großen Zug anzubieten. Und so waren auch diejenigen dabei, die beispielsweise früher am Rosenmontag bei den nicht mehr existenten „Löstige Jonge“ aus Boscheln mitzogen.

Dass sie wirklich eine lustige Truppe sind, die sich immer wieder etwas Neues einfallen lässt, bewies auch die Mannschaft vom Löschzug Übach der Freiwilligen Feuerwehr Übach-Palenbergs. Sie erschufen nicht nur eine gewaltig große Grubenlampe und bauten auch eine Kohlelore, sondern genossen in der waschechten Bergmannskluft und natürlich mit den passenden „klütteschwarzen“ Gesichtern viel Aufmerksamkeit.Die sicherten sich auch die Kollegen, die gleich ihr neues Einsatzfahrzeug als Vorbild für den Zugwagen nahmen und hinter der so geschaffenen Einsatzkulisse mächtig abfeierten.

Das durften auch die in prunkvollen Kostümen gehüllten Vertreter der Übach-Palenberger Karnevalsgesellschaft (ÜPKG). Im sechs Mal elften Jubiläumsjahr brachten sie ihren von einem eindrucksvoll mit Rössern ausgestatteten Zugfahrzeug beförderten Prunkwagen auf Hochglanz.

Das galt natürlich auch für die weiteren Gruppen: Ob es die schicken Piraten waren, die schon beim Aufstellen am Palenberger Bahnhof gut drauf waren, die „Kuschelmonster“ von der KG „Lustige Marienberger Jekken“ oder die tolle Kutsche der Karnevalsvereinigung „Wurmtal-Funken“: alle Teilnehmer gaben wirklich alles, und keine der vor allem von den Kindern mitgebrachten Tüten für die vielen Kamelle und Leckereien blieb leer.

Der Höhepunkt des Zuges kam allerdings ganz am Schluss: Denn dort wartete der herrlich ausstaffierte Wagen des amtierenden Stadtprinzenpaares Andy I. und Gerda I. (Steinmetz) von der KG „Frelenberger Esel“ auf seinen Siegeszug. Angefeuert von „Esel“-Präsident Marcel Derichs ließ es das dynamische Duo zum Abschluss seiner ganz eigenen Traumsession nochmal so richtig krachen. Und wenn auch am Ende noch eine kräftige Hagelböe über die Köpfe der Jecken hinwegzog, ließen sich die echten Karnevalisten doch nicht vom Wetter abschrecken.