Mobilität: Mit Masterplan gegen den zunehmenden Verkehr

Mobilität : Mit Masterplan gegen den zunehmenden Verkehr

Durch das neue Industriegebiet Drinhausen Süd in Übach-Palenberg wird zukünftig mit mehr Verkehr gerechnet. Wie kann darauf reagiert werden? Ein Kreisel gilt nicht als mögliche Lösung.

Im neuen Industriegebiet Drinhausen Süd in Übach-Palenberg soll zukünftig kleinteilig Gewerbe angesiedelt werden. Als eine weitere Ansiedlung des Lidl Konzerns für dieses Gebiet noch im Gespräch war, hatte die Stadt mit einer dramatischen Zunahme des Verkehrs gerechnet und sich mit einer neuen Verkehrsplanung befasst. Laut einem Gutachten war mit  einer Zunahme des Verkehrs um mehr als 6000 Fahrten täglich zu rechnen, die zum Teil aber auch durch die Erweiterungen in Weißenhaus verursacht werden sollten. Für das Industriegebiet Drinhausen-Süd gingen die Verkehrsfachleute bei den Berechnungen des zukünftigen Verkehrsaufkommens von 4470 Fahrten pro Tag aus. Eingerechnet waren Beschäftigten-, Kunden- und Lieferverkehr. Gezählt werden sowohl Quell- als auch Zielverkehr.

„Ob das bisherige Gutachten und die neue Verkehrsplanung noch relevant sind, wird aktuell durch das Büro Brilon Bondzio Weiser, Ingenieursgesellschaft für Verkehrswesen mbH, aus Bochum untersucht“, so Thomas de Jong, Leiter des Bürgermeisterbüros und Pressesprecher der Stadt Übach-Palenberg auf Nachfrage unserer Zeitung. Das Büro sei von der Stadt mit der Erstellung  eines „Masterplans Mobilität“ beauftragt.

Bereits mehrfach wurde in Übach-Palenberg ein Kreisverkehr in der Kreuzung Roermonder Straße /Friedrich-Ebert-Straße / Bockreiterstraße diskutiert. „In den zuständigen Fachbehörden wird ein einstreifiger Kreisverkehr an dieser Stelle aber nicht mehr als Lösung betrachtet“, erklärt Thomas de Jong. Auch ein zweistreifiger Kreisverkehr sei aus Verkehrssicherheits-  und Platzgründen wegen des Außendurchmessers an dieser Stelle nicht möglich.

Die Hauptverkehrsachse der Stadt Übach-Palenberg, die Nordtangente, führt die Verkehre von der Wurmtalbrücke bzw. Alte Aachener Straße kommend über die Poststraße, Carlstraße, Friedrich-Ebert-Straße auf diesen Verkehrsknotenpunkt an der Roermonder Straße. „In den Hauptverkehrszeiten wird dieser Knoten zunehmend belastet“, erklärt der Pressesprecher. Ein Kreisverkehr würde hier allerdings keine Entlastung bringen, weshalb aktuell mit den zuständigen Straßenbaulastträgern andere Lösungen gesucht werden.

Nach Datenauswertung im Umfeld des Knotenpunktes Roermonder Straße/Friedrich-Ebert-Straße /Bockreiterstraße sowie Verkehrszählungen aus den Jahren 2013 bis 2018 ist laut Stadt Übach-Palenberg festzustellen, dass die Verkehrsbelastung am Knotenpunkt auf einem konstant hohen Level anzusiedeln ist: „Es zeigt sich, dass die Gesamtbelastung aller zuführender Ströme des Knotens nach Eröffnung der B57n im Jahre 2015 zunächst deutlich angewachsen ist.“ 

Bei der Betrachtung einzelner Ströme am Knotenpunkt sei eine deutliche Steigerung der Abbiegevergänge  von Osten kommend und in Richtung Norden fahrend von der Zählung 2013 zu den Zählungen ab 2015 bis 2018 festzustellen. „Der Rückstau, der hierdurch entsteht, bedarf einer analytischen Betrachtung, um den richtigen Lösungsansatz zu finden“, erklärt der Pressesprecher.

Als problematisch wurde bereits erkannt, dass Geradeausfahrer und Rechtsabbieger sich einen Kombistreifen teilen müssen, weshalb eine zusätzliche Rechtsabbiegespur geprüft wird: „Die Verkehrsunfallkommission hat diesen Knotenpunkt und den Einmündungsbereich Bockreiterstraße/David-Hansemann-Straße bereits als Unfallhäufungsstelle eingestuft, weshalb weitere Verkehrssicherheitsmaßnahmen  und Ampelphasenanpassungen geprüft werden müssen.“

Eine Aussage zu weiteren Entlastungswirkungen zusätzlicher Verkehrsmaßnahmen könne erst mit dem Verkehrsmodell getroffen werden, welches im Zuge des „Masterplans Mobilität“ derzeit erstellt wird. „Ergebnisse in Form von Belastungsplänen stehen voraussichtlich zur Jahresmitte 2019 bereit“, verrät Thomas de Jong.

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