EU-Kommissar Vella besichtigt Recyclinganlage der Schwarz Gruppe

Mit Hilfe der Recyclinganlage der Schwarz Gruppe : Plastikverbrauch bei Lidl und Kaufland soll deutlich reduziert werden

Ex und hopp ist schon lange zumindest für die meisten Nutzer von Einwegverpackungen nicht mehr zeitgemäß. Doch was alles daran hängt, bis die benutzte Verpackung etwa einer Plastikwasserflasche wieder im Regal steht, davon machen sich die wenigsten Nutzer ein realistisches Bild.

In Übach-Palenberg steht die Recyclinganlage der Schwarz-Gruppe am Ende der Borsigstraße. Dort war nun EU-Kommissar Karmenu Vella zu Gast und ließ sich das imposante Werk und seine Arbeitsweise zeigen.

„Nach eingehender Besichtigung der Recyclinganlage der Schwarz-Gruppe hier in Übach-Palenberg bin ich erfreut zu sehen, dass die praktische Anwendung der Plastikstrategie der Europäischen Kommission beginnt, Gestalt anzunehmen“, sagte Vella, der als EU-Kommissar zuständig ist für Umwelt, Fischerei und Meerespolitik. Das Recycling- und Kunststoffwerk PET Recycling West GmbH der Schwarz Gruppe in Übach-Palenberg ist eines von drei Kunststoff- und Recyclingwerken der Schwarz Gruppe, zu der unter anderem die beiden Handelsketten Lidl und Kaufland gehören.

Im Werk sind rund 100 Mitarbeiter beschäftigt, die aus zurückgeführten PET-Pfandflaschen lebensmitteltaugliches Granulat gewinnen. Dieses Granulat wird dann vor Ort zu Flaschenrohlingen weiterverarbeitet. Anfang 2019 wurde die Produktionskapazität durch die Inbetriebnahme einer neuen Anlage um mehr als 10.000 Tonnen PET-Regranulat erhöht. Dadurch wurde die Kapazität des Werkes nahezu verdoppelt. Jährlich werden jetzt bis zu circa eine Milliarde PET-Flaschen an der Borsigstraße in Übach-Palenberg recycelt.

Der Besuch des EU-Kommissars Karmenu Vella stand im Zusammenhang mit der EU-weiten Gesetzgebung zur Reduzierung des Plastikverbrauchs. Beim Ortstermin begleiteten Gerd Chrzanowski, Vorstandsvorsitzender der Schwarz Beteiligungs KG, Anja Köllner, Teamleiterin Plastikstrategie, sowie der Geschäftsleiter Produktion, Thomas Schwind, und Werkleiter Siegfried Mahr den Gast aus Brüssel. Die Gastgeber machten deutlich, dass die Schwarz-Gruppe seit Jahren besondere Anstrengungen zur Reduzierung des Plastikverbrauchs unternehme. Massiv treibe sie die Transformation hin zu einer Kreislaufwirtschaft und zur wirtschaftlicheren Verwendung von Plastik voran. Mit den Kapazitäten in den Bereichen Produktion, Handel und Recycling habe es die Schwarz Gruppe in der Hand, Wertstoffe im geschlossenen Kreislauf zu führen.

Der PET-Wertstoffkreislauf sei bereits seit 2010 aufgebaut worden. In den PET-Flaschen würden durchschnittlich mehr als 50 Prozent Recyclingmaterial eingesetzt. Einige Produkte würden sogar zu 100 Prozent aus recyceltem Kunststoff bestehen. Der Vorstandsvorsitzende Gerd Chrzanowski betonte: „Durch den Einsatz von Recyclingmaterial und die Verringerung der Flaschengewichte sparen wir über 55.000 Tonnen PET-Neumaterial und mehr als 100.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr.“

Die Unternehmensstrategie REset Plastic bestehe, so Chrzanowski, aus fünf Handlungsfeldern. Sie reiche über die Vermeidung über die Wiederverwertung, das ressourcenschonende Design und die Beseitigung von Plastikmüll aus der Umwelt bis zur Innovation und Aufklärung.

Bis zum Jahr 2025 solle der Plastikverbrauch bei Lidl und Kaufland länderübergreifend um 20 Prozent reduziert werden. Die Politik müsse aber für bessere Rahmenbedingungen sorgen, um die Entwicklung in Richtung Kreislaufwirtschaft zu forcieren. Gerd Chrzanowski forderte: „Wir brauchen geringere gesetzliche Hürden für die Nutzung von Recyclingmaterial im Lebensmittelbereich.“

Derzeit dürfen beispielsweise Kappen von Getränkeflaschen nicht für den Lebensmittelbereich recycelt werden. EU-weit müssten Sammelsysteme installiert und Plastik einen Wert gegeben werden. EU-Kommissar Karmenu Vella sicherte seine Unterstützung zu: „In der EU-Plastikstrategie haben wir unsere Vision einer nachhaltigen Kunststoffwirtschaft aufgezeigt. Die Schwarz-Gruppe ist Teil unserer Bemühungen, die Wiederverwendung und das Recycling von Materialien in Lieferketten zu stärken, um dadurch in Europa Wertschöpfung, Wachstum und Arbeitsplätze zu schaffen.“

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