Einkaufen im Globalen Supermarkt : Erschrockene Gesichter an der Kasse

Einkaufen im Globalen Supermarkt : Erschrockene Gesichter an der Kasse

Mit dem Weidenkorb unterm Arm schlendern die Schüler am Carolus-Magnus-Gymnasium Übach-Palenberg durch die Regale des Globalen Supermarktes. Die Auswahl ist groß: Vom neusten Handy oder Tablet, über duftende Shampoos und Cremes bis hin zu den beliebten Sportschuhen oder den leckeren Schokoriegeln – aus insgesamt rund 150 verschiedenen Produkten können die Schüler wählen.

Am Ende geht es zur Kasse. Hier erhalten sie die „Quittung“ für ihren Einkauf. Darauf steht dann nicht der Preis für den Einkauf, sondern die ökologische Bilanz des gekauften Produktes. Wie viel Wasser wurde verbraucht bei der Produktion? Wurde Raubbau mit der Landschaft betrieben? Wie wurden die Arbeiter behandelt, die Waren hergestellt haben, wie lautet die CO2-Bilanz?

Eine Gruppe hat Fanta und Chips eingekauft und schaute erstaunt auf die traurigen roten Smileys im Display.

Zum Nachdenken anregen 

 „Die Öko-Bilanz der Fanta ist gar nicht gut“, erklärt Lehrerin Simone Schulte, die am Dienstag an der Kasse Platz genommen hatte. „Für die Herstellung einer Packung Chips werden beispielsweise 185 Liter Wasser benötigt.. Aber immerhin verzichtet der Hersteller schon einmal auf Palmöl.“

Beim Bau des Konsumsturms lernen die Schüler, dass Konsum auf natürlichen Ressourcen basiert und dass diese endlich sind. Foto: Michèle-Cathrin Zeidler

Der Globale Supermarkt ist ein Projekt des Vereins Eine Welt Forum Aachen. Er ist aufgebaut als interaktive Lernstation, die Kindern und Jugendlichen Zusammenhänge zwischen Konsum, Ressourcenverbrauch, Klima und Produktionsbedingungen vermittelt. Am Dienstag und Mittwoch war er zum ersten Mal am CMG zu finden. „Einige Schüler wissen schon recht gut über die Zusammenhänge Bescheid und vergleichen gezielt die veganen Frikadellen mit der normalen Currywurst, andere sind doch sehr schockiert von den Ergebnissen“, erzählt Projektleiterin Sonja Kremer. Es sei der Schule ein Anliegen, die Jugendlichen für das Thema Nachhaltigkeit zu sensibilisieren und Alternativen aufzuzeigen.

Erschrocken vom Ergebnis

Henrik interessiert sich besonders für die Smartphones. Leider zeigt der Scanner nur rote Smileys beim Iphone 7, denn mehr als 60 Rohstoffe wie Kupfer, Coltan, Zinn und Gold sind in dem Handy enthalten. Zudem werden für den Abbau der Metalle und Erze  Flächen genutzt, für die fruchtbares Land verloren geht. Viele Rohstoffe müssen außerdem im Bergbau oft unter lebensgefährlichen Bedingungen herausgeholt werden. „Ich dachte mir schon, dass das Ergebnis nicht so gut ist. Von dem Ausmaß bin ich aber doch überrascht“, erzählt der Schüler.

Im Globalen Supermarkt stehen Süßigkeiten und Kosmetikprodukte zur Auswahl, außerdem gibt es eine Abteilung für Sportbekleidung und Elektronik. Foto: Michèle-Cathrin Zeidler

Alternativen suchen

Er will nun einmal in dem Laden nach besseren Alternativen schauen. „Ich denke schon darüber nach, wo die Produkte so herkommen“, sagt der Elfjährige. „Gerade bei Lebensmitteln achtet meine Mutter auf Bio-Qualität.“

Enttäuscht stellt auch Thekla ihre ausgesuchte Handseife wieder zurück ins Regal. „Da ist Plastik drin. Das hätte ich nicht gedacht. Die Verpackung sieht so natürlich aus“, sagt die Schülerin. „Die werde ich mir nicht mehr kaufen.“ Generell ist sie gegen Tierversuche und sucht gezielt nach solchen Logos. Eine ähnliche Strategie verfolgt auch Jana vor dem Süßigkeitenregal. „Es ist mir wichtig, dass die Produkte fair gehandelt wurden“, meint die Schülerin. Daher suche sie gezielt nach dem Fair-Trade Logo. „Das findet man nicht nur bei Schokolade. Auch auf dem Eis habe ich eben eins entdeckt.“ Mit diesem Wissen schmeckt das Eis doch gleich doppelt gut.