Die womöglich letzte "Outbaix-Follower"-Party in der Kupferschmiede

Viel neue Hoffnung und ein Schlangengriff : „Outbaix-Followers“-Party in der Kupferschmiede

Kommt das Outbaix wieder? An der Treue der Szene sollte es jedenfalls nicht scheitern. Das stellte die - womöglich letzte - „Outbaix-Followers“-Party in der Kupferschmiede unter Beweis, bei der viel Andrang verzeichnet wurde.

Es sei vielleicht die letzte „Outbaix- Followers“-Party gewesen, die an einem Ausweichstandort hätte stattfinden müssen, hoffte Fritz Knizia, Bassist der Band The Hobbyraums. Der Geist des Outbaix waberte diesmal durch die Hallen der Eventlocation Kupferschmiede in Palenberg. Die Fans waren wie in den vergangenen Jahren recht zahlreich erschienen.

Auf der Bühne agierten wie gewohnt die Bands The Hobbyraums und Los Barstardos. Fritz Knizia, zu den legendären Zeiten des Outbaix dessen Mitbetreiber, sprach während des Auftrittes seiner Band davon, dass man das Outbaix bald zurückbekommen werde. Ob dann wieder alles wird wie früher, wird die Zeit zeigen.

Beim vermutlich letzten Followers Konzert zeigten sich die Fans wieder als eingeschworene Gemeinschaft, die die alten Zeiten sicherlich gerne wieder aufleben lassen würde. Beim vorangegangenen „Followers“-Konzert hatten Los Barstardos, die Outbaix-Oper ihres Gitarristen und Sängers Tito Tequila aufgeführt. „Alles was wir wollen, dass unsere geliebte Outbaix wieder da ist“, hatte der in Übach-Palenberg heimisch gewordene US-Amerikaner gedichtet.Der Wunsch könnte noch dieses Jahr in Erfüllung gehen, wenn die Stadt Übach-Palenberg als Eigentümerin der Immobilie das Outbaix an zwei Investoren verkauft, die die Geschichte des Musikclubs fortsetzen könnten. Kommenden Montag steht das Thema in nicht-öffentlicher Sitzung auf der Tagesordnung des Hauptausschusses.

Das Motto: 25 Jahre Outbaix

The Hobbyraums mit Fritz Knizia traten bei der Outbaix Followers Party in der Kupferschmiede auf. Foto: Dettmar Fischer

Die Followers Party stand unter dem Motto „25 Jahre Tatort Outbaix“. 1993 als Tatort eröffnet, hatte 2014 ein neuer Betreiber den beliebten Live-Musikclub Outbaix in die Pleite geführt. Vielleicht hatte Tito Tequila ja mit seiner Oper die Geister des Outbaix geweckt, die nun im Hintergrund die Wiederauferstehung des Clubs vorantrieben. Vielleicht war es auch die von Hobbyraum Sängerin Silvia Szymanski in liebevoller Heimarbeit gebastelte Voodopuppe, die das Schicksal des Outbaix lenkte.

Doch höchstwahrscheinlich war es doch der legendäre Schlangengriff des Fritz Knizia gewesen, mit dem dieser die Saiten seiner Bassgitarre magisch umschlängelt, der die Geister gnädig gestimmt hatte.Auch bei diesem Konzert kam der Schlangengriff zum Einsatz. Keiner weiß, wozu er gut ist. Jetzt dürfen wir vermuten, dass er das Outbaix aus dem Schlaf weckte. Vermisst wurde beim Hobbyraum-Auftritt sicherlich Hans „Branner“ Brandt, der Mystiker hinter den Tasten. Der neue Pianist Hubert Frohn schloss die Lücke aber kongenial. Silvia Szymanski sang, als hätten Iggy Pop und Patti Smith eine Tochter gezeugt.

Fritz Knizia hatte sich fürs 25-Jährige fein gemacht mit einem wunderbaren Tattoo-Shirt. Pete Hope am Schlagzeug und Hans Mansfeld an der Gitarre sind zwei ausgezeichnete Musiker mit langer Erfahrung. Im Zusammenspiel mit ihren Bandkollegen gewannen sie selbst dem Bo-Diddley-Klassiker „Who do you love“, an dem sich schon The Band, Quicksilver Messenger Service und nicht zuletzt The Doors abgearbeitet hatten, noch neue Töne ab, die sich zu einer schwindelerregenden Intensität steigerten.

„Los Barstardos“ passt genremäßig eigentlich nicht zu The Hobbyraums, aber irgendwie passte es denn doch. Tito Tequila mit Chris Schöbben am Schlagzeug und Egon Offermanns am Bass spielen ihre ganz eigene Countrymusik. Typisch für ihre Musikauffassung war, dass sie sich auch an einen Song von Spacecowboy David Bowie wagten. Dessen 1977 herausgekommener Welthit „Heroes“ hätte vielleicht auch ins Repertoire der Hobbyraums gepasst, - vielleicht ist Bowie aber auch schon zu sehr Mainstream.

„Heroes“ und Songs bei denen man die Pferde durch die Prärie galoppieren sah, werden Los Barstardos dann zukünftig wieder im Outbaix spielen können, wenn es kommt, wie viele Fans es zu hoffen wagen.