Die Kirche in Frelenberg beteiligt sich am Tag des offenen Denkmals

Tag des offenen Denkmals : Ein Schmuckstück mit toller Akustik

Wie in jedem Jahr am zweiten Sonntag im September öffnen auch in diesem Jahr am 8. September rund 8000 historische Baudenkmale, Parks oder archäologische Stätten in Deutschland zur größten Kulturveranstaltung – dem Tag des offenen Denkmals. Mit dabei ist traditionell auch die alte katholische Pfarrkirche in Frelenberg.

„Wir wollen hier für die jungen Menschen ein Stück Geschichte erhalten und sie ihnen näher bringen, darum nehmen wir an dem Aktionstag teil“, erzählt Hans Hansen. Er war früher im Kirchenvorstand und ist nun die gute Seele der Kirchen in der Annabergstraße: „In einem so kleinen Ort wie Frelenberg geht das Wissen sonst verloren, und es kommt auch sonst kaum noch jemand in die Kirche.“

Einblick in die Geschichte

In dem weiß geschlämmten, einschiffigen Bau in Bruchstein und Backstein mit Westturm und Choranbau bietet er von 14 bis 17 Uhr Führungen an. „In den vergangenen Jahren kamen immer um die 50 Besucher“, freut sich der Geschichtsliebhaber. Wenn er sonst freitags die Kirche öffnet und seine Geschichten rund ums Bauwerk erzählt, hat er oft nur eine Handvoll Zuhörer.

Kostbares Schmuckstück: das Kreuz. Foto: ZVA/Michèle-Cathrin Zeidler

„Ein Pfarrer von Frelenberg wurde schon 1382 erwähnt“, weiß Hans Hansen. Ausgrabungen in der St. Dionysius Kirche Frelenberg förderten in der Nähe des heutigen Turmes Fundamente aus der Karolinger Zeit zu Tage. „Im 15. bis 16. Jahrhundert bestand ein einfacher Saalbau aus Bruchsteinen. Vorher stand hier wohl ein Holzbau“, erzählt Hansen. „Insgesamt wurden hier 60.000 Steine gebrannt und verbaut.“ Der Bau wurde im 17. Jahrhundert durch Backsteine nach Westen erweitert und erhielt einen Turm. „Der Übergang ist heute noch gut von außen zu erkennen“, sagt Chorleiter Wilfried Hirche.

Im 19. Jahrhundert hat die Kirche schließlich einen Chor, eine Sakristei und eine Vorhalle am Turm erhalten. „In den 1960-er Jahren wurde der Bau renoviert. Seither besteht er in seiner jetzigen Form“, sagt Hans Hansen.

Doch das könnte sich vielleicht bald ändern. „Wir sind gerade dabei, einen Förderverein für die Kirche zu gründen“, verrät Wilfried Hirche. Schließlich habe die „wunderschöne alte Kirche eine tolle Akustik.“ Das will der Verein nun nutzen. „Die Kirche soll neu belebt werden: mit Konzerten, Gottesdiensten und Hochzeiten“, ergänzt Hans Hansen. Die Gründungsversammlung ist für den 5. September angesetzt. „Die Satzung ist fertig. Wir sind bereits um die 30 Gründungsmitglieder“, führt Wilfried Hirche aus.

Rund um die Kirche befinden sich auf einem Rundgang die Priestergräber. Foto: ZVA/Michèle-Cathrin Zeidler

Und die Förderer haben bereits viele Idee. Auch baulich soll sich etwas ändern. „Die beiden Kühlräume zum Aufbahren werden heute nicht mehr gebraucht. Sie nehmen viel Platz in der Kirche weg und dienen nur noch als Abstellkammer“, erklärt Hans Hansen. „Wir haben schon mit dem Architekten von damals gesprochen, die Räume sollen jetzt weg“, so Wilfried Hirche.

Grab aus dem Jahr 1614

Ein interessanter Anblick sind die alten Kreuze der  Priestergräber,  die rund um die Kirche angelegt sind. Das älteste aufgefundene Grabkreuz auf dem Friedhof aus dem Jahre 1614 ist in die Außenwand der Nordseite der Kirche bei der Renovierung im Jahre 1966 eingemauert worden. Über dem Portal im Turm ist ein Grabkreuz aus dem Jahre 1762 zu sehen.

Blick in das Innere der alten katholischen Kirche Frelenberg. Foto: ZVA/Michèle-Cathrin Zeidler

Schon länger muss die Kirche ohne Orgel auskommen: Die bis 1982 in der Kirche befindliche Orgel stammte aus dem Jahre 1846 und wurde in Reifferscheid in der Eifel gebaut. Seit 1982 dient sie allerdings im Gregoriushaus Aachen Musikschülern zur Ausbildung.

Zum Tag des offenen Denkmals wird Hans Hansen sicher auch die Geschichte um die wertvolle Monstranz von dem berühmten Meister Hans von Reutlingen zum Besten geben. Sie wurde zusammen mit dem Kommuniontuch im Zweiten Weltkrieg geraubt. „Soldaten haben sie damals mitgenommen“, weiß Hansen. Glücklichen Umständen war es zu verdanken, dass im Jahre 2007 die  Monstranz aus den USA wieder zurück nach Frelenberg kam. Auf Grund des hohen Wertes wurde diese Monstranz dem Aachener Domschatz als Dauerleihgabe überlassen. „Auch die damals mitgenommene Frauenfahne hat mittlerweile ihren Weg aus den USA zurückgefunden“, so Wilfried Hirche. „Mal gucken, was wir noch so finden.“

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