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Unternehmer-Reise nach Tansania: Der Weg zu sauberem Wasser

Unternehmer-Reise nach Tansania : Der Weg zu sauberem Wasser

Sauberes Wasser und vorhandene Sanitäranlagen sind für uns Europäer normal. In vielen Teilen der Welt gibt es das allerdings nicht. Die Neven-Subotic-Stiftung versucht, das zu ändern. Ein Übach-Palenberger Unternehmen hat sich in Tansania ein Bild der Projekte gemacht.

„Der Moment, in dem die Kinder zum ersten Mal in ihrem Leben sauberes Wasser gesehen haben, war sehr beeindruckend und sehr emotional“, erzählt Julien Klinkenberg. Der 25-Jährige war im November eine Woche mit der Neven-Subotic-Stiftung in Tansania unterwegs. Dort hilft die Stiftung dabei, Brunnen zu bauen und den Menschen den Zugang zu sauberem Wasser und zu Sanitäranlagen zu ermöglichen.

Julien Klinkenberg arbeitet als Controller bei iteracon. Das Übach-Palenberger IT-Unternehmen unterstützt die Neven-Subotic-Stiftung, iteracons Geschäftsführer Markus Holländer ist einer ihrer Botschafter. Die Stiftung hat nun zum ersten Mal eine Reise organisiert, bei dem deutsche Unternehmen, die die Arbeit der Stiftung unterstützen, die Projekte vor Ort ansehen können. Ein knappes Dutzend Vertreter von Firmen aus ganz Deutschland – aus München, Hamburg, Düsseldorf und eben auch aus Übach-Palenberg – sind mit dem Stiftungsteam nach Tansania gereist, um vor Ort zu erleben, was ihre Unterstützung bewirkt.

Bei der Reise machten sie Halt in drei Gemeinden, an denen die verschiedenen Entwicklungsstufen verdeutlicht werden konnten: eine, die noch keinen Brunnen hat, eine, bei der er eingeweiht wurde, und eine, die seit einigen Monaten den Zugang zu Wasser besitzt.

Die erste Gemeinde hat noch keinen Zugang zu sauberem Wasser. Die Bewohner müssen kilometerweit laufen, um zur nächsten Wasserstelle zu kommen. Und selbst das Wasser ist kontaminiert und eigentlich nicht trinkbar, erzählt Klinkenberg. „Zu sehen, wie eine junge Mutter einen vollen 20-Liter Kanister den weiten Weg trägt, mit einem Kind auf dem Rücken und ohne festes Schuhwerk – das ist ein Bild, das für mich sehr prägend war“, sagt Klinkenberg. Viele der Bewohner des Ortes litten an Krankheiten. Das habe man ihnen angesehen. In ein paar Monaten will die Stiftung hier einen Brunnen errichten. Dafür muss weit über hundert Meter in den Boden gebohrt werden, um an sauberes Wasser zu kommen. Vorher müssen die Voraussetzungen geschaffen werden, denn für diesen Brunnen braucht es eine elektrische Pumpe.

Bei einer Reise nach Tansania mit der Neven-Subotic-Stiftung spricht Markus Holländer, Geschäftsführer des Übach-Palenberger Unternehmens iteracon, bei der Eröffnung eines Brunnens mit Schulkindern.
Bei einer Reise nach Tansania mit der Neven-Subotic-Stiftung spricht Markus Holländer, Geschäftsführer des Übach-Palenberger Unternehmens iteracon, bei der Eröffnung eines Brunnens mit Schulkindern. Foto: Darius Marelius

Bei der zweiten Gemeinde stand der letzte Schritt bei den Brunnenarbeiten an. Hinter einem Schulgebäude wurde ein 95 Meter tiefer Brunnen gespült, der in den Tagen zuvor gebohrt wurde. Dabei wird Luft in das Rohr geblasen, die das Wasser von unten nach oben drückt, um Sand und kleine Steine aus dem Rohr zu entfernen. Als das Wasser plötzlich aus dem Boden sprudelte, stand Julien Klinkenberg inmitten der jubelnden Schulkinder. „Das war einer der emotionalsten Momente der Reise“, sagt der 25-Jährige.

Die ganze Tragweite dieser Aktion habe ein Erlebnis am Rande der Brunnenflutung deutlich gemacht, sagt Markus Holländer. Eine ältere Dame sei zu ihnen gekommen und habe sich bedankt. „Die Kinder haben sich gefreut, aber diese Frau, die nie Zugang zu sauberem Wasser hatte, verstand am besten, was das für die Zukunft der Kinder und der Gemeinde bedeutet“, erzählt Holländer.

Als drittes besuchte die deutsche Gruppe einen Ort, der bereits seit ein paar Monaten an eine Wasser- und Sanitärversorgung angeschlossen ist. Im konkreten Vergleich zur ersten Gemeinde konnte man sehen, was das bedeutet. „Die Menschen dort sehen deutlich gesünder aus“, sagt Julien Klinkenberg. Es gibt hier neben sauberem Trinkwasser auch Toiletten – barrierefrei und mit Hygieneartikeln für die Schülerinnen. Es gebe nun mehr Schüler und besseren Unterricht, da die Energie, die sonst fürs Wasserholen aufgewendet werden musste, in die Schularbeit fließen könne, berichtet die Stiftung.

Für Julien Klinkenberg war die Reise ein prägendes Erlebnis. Es habe ihm nochmal vor Augen geführt, wie richtig es sei, sich persönlich und unternehmerisch zu engagieren, und wie wichtig der Einsatz für sauberes Wasser sei. „Wir haben ungefiltert gesehen, wie schlimm es in manchen Gegenden ist. Dabei ist das Wasser da. Es bedarf nur großen Aufwands, da dranzukommen“, sagt Klinkenberg. „Das hat mir auch gezeigt, was wir hier in Deutschland für ein Privileg haben.“