1. Lokales
  2. Geilenkirchen
  3. Übach-Palenberg

Chor Tonart aus Übach-Palenberg gratuliert Misereor

60 Jahre Misereor : Übach-Palenberger Chor Tonart gratuliert

Das Aachener Hilfswerk Misereor wird 60 Jahre alt. Der Übach-Palenberger Chor Tonart brachte zum Geburtstag ein Ständchen. Auch Spenden wurden gesammelt.

1948 gründete der Kölner Erzbischof Josef Kardinal Frings auf der Bischofskonferenz in Fulda das bischöfliche Hilfswerk „Misereor“ gegen Hunger und Krankheit in der Welt. Der Name stammt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie „ich erbarme mich“. Heute ist Misereor eines der größten Hilfswerke der katholischen Kirche in Deutschland mit Sitz in Aachen. Seit seiner Gründung unterstützte es über 106.000 Projekte in den Entwicklungsländern.

In diesem Jahr feiert Misereor sein 60-jähriges Jubiläum unter dem Motto „60 Jahre – 60 Chöre“, womit es 60 Chöre anregen möchte, ein Benefizkonzert zu veranstalten, dessen Spenden Bedürftigen zugutekommen sollen. „Soviel ich weiß, haben schon 40 Chöre zugesagt!“, erklärt Herbert Günther, Dirigent und Leiter des Übacher Frauenchores „TonArt“. Auch sein Ensemble mit 45 Sängerinnen zwischen 30 und 75 Jahren beteiligt sich an der Aktion. „Wir veranstalten schon seit Jahren Konzerte für einen guten Zweck und haben schon oft Spenden an Misereor weitergegeben“, erzählt er.

Kürzlich durften sich nun zahlreiche Besucher in der Übacher Pfarrkirche St. Dionysius auf das Konzert der vor 15 Jahren gegründeten Formation freuen. Die Gesamtleitung bestritt Herbert Günther, der seit 14 Jahren bei den Damen den Taktstock schwingen darf. Zum Jubiläum hatte er sich etwas Besonderes ausgedacht, nämlich eine Jubiläumskantate in vier Sätzen. „Eine Kantate besteht eigentlich aus ‚Teilen‘, nicht aus ‚Sätzen‘, aber die Unterteilung ‚Allegro, Moderato, Adagio und Scherzo‘ aus der Sinfonie passt so schön zu unserer Kantate!“, erläuterte er augenzwinkernd.

Unter lebhaften Trommelwirbeln von Alexander Mainz, der seit 22 Jahren Schlagzeug spielt und den Chor durch das Konzert begleitete, betraten die Sängerinnen, gekleidet in elegantes Schwarz mit bordeauxroten Halstüchern, den Altarraum und stimmten schwungvoll das erste Lied des ‚Allegro‘ an – „Cantar“ von J. Althouse, das die Zuhörer, wie alle folgenden Stücke, gebührend beklatschten.

Tonschön ging es weiter mit geistlichen Liedern wie „Und das Recht strömt wie Wasser“ von A. Durada und C. Kießig, dem brasilianischen „Cantate brasilia“ von R. Emerson sowie „Alleluja – du bist der Weg“ von T. Quast und T. Laubach, immer mit einer bemerkenswert guten Textaussprache. Während des Konzerts unterstützte Dirigent Herbert Günther seine Sängerinnen souverän an seinem E-Piano. Teils begleitete auch seine Tochter Verena Schnorr den Chor ausdrucksstark mit ihrer Querflöte, der sie seit 18 Jahren Töne entlockt.

Mirjam Günther, Bildungsreferentin von Misereor aus Aachen, gab einen Überblick über die Aktionen ihrer Einrichtung in den vergangenen Jahren. Foto: Renate Kolodzey

Vor dem „Moderato“ ergriff eine weitere Tochter des Dirigenten, Mirjam Günther, Bildungsreferentin von Misereor aus Aachen, das Wort und freute sich: „Wir feiern Geburtstag heute!“ Sie betonte jedoch, dass es traurig sei, dass es nach so vielen Jahren „Misereor“ immer noch geben müsse und nicht überflüssig sei und ließ die vergangenen Jahre mit an die Wand projizierten Bildern Revue passieren.

Im ‚Adagio‘ durften die Besucher träumen zu Popsongs wie „Bridge over troubled water“ von P. Simon und „Can you feel the love tonight“ aus dem Musical „König der Löwen“, beide mit viel Gefühl und teils geschlossenen Augen interpretiert von Verena Schnorr. Ira Königsmann, seit 13 Jahren klarinettenafffin, faszinierte mit ihrem Instrument das Publikum im „Solostück für Klarinette“. Die Melodien kreierten eine fast meditative Atmosphäre in der Kirche, und die Menschen lauschten wie gebannt, viele schlossen die Augen.

Der letzte Satz, das „Scherzo“, wurde dominiert von Coldplays fröhlichem „Viva la vida“ und dem rhythmus-geprägten „Adiemus“ von K. Jenkins, ehe sich brausender Applaus über den äußerst harmonisch auftretenden Chor ergoss, der sich nicht ohne zwei Zugaben verabschieden durfte. Am Ausgang gab es dann viele großzügige Spenden für Misereor.