Just in time: Boardinghouse bereit für erste Gäste

Just in time : Boardinghouse bereit für erste Gäste

Bis eine Stunde vor Eröffnung wurde im neuen „in2- the Boardinghouse“ in Übach-Palenberg am Mittwoch noch fleißig gewerkelt. Dafür gab es beim Eintreffen der zahlreichen Gäste dann aber auch keine Spur mehr von Baustaub oder leeren Verpackungen.

Die Einrichtung strahlte auf Hochglanz, die Betten luden mit akkurat gezogenen Kanten zum Reinlegen ein, und der Check-in-Automat wartete auf seinen ersten Nutzer.

„Die letzten Abnahmen sind erst 30 Minuten vor der Eröffnung erfolgt“, verrät Ralf Wetzler, Geschäftsführer der Aixact Boardinghouse GmbH. Aus Erfahrungen durch zwei ähnliche Objekte in Aachen weiß er: „Das Finish kostet dann doch immer viel Zeit. Gefühlt werden 80 Prozent der Bauleistung in den letzten paar Wochen erledigt, aber nun ist jedes Zimmer bereit für die ersten Gäste.“ Sein gesamtes Büro habe beim Feinschliff mit angepackt, schließlich mussten 49 Zimmer auf 3.000 Quadratmetern komplett eingerichtet werden, samt Kaffeemaschine, Kühlschrank und Mikrowelle. Auch ihm selbst seien die Arme dabei ziemlich lang geworden: „Jedes Zimmer musste mit einen Tresor ausgestattet werden, und da haben wir immer ausgeknobelt, wer das schwere Teil bis in den vierten Stock schleppen muss.“

16 Monate wurde an dem neuen Objekt in der Straße An der Linde gebaut, nur an den Parkplätzen auf dem städtischen Grundstück wird aktuell noch gearbeitet.  „Wir sind im Zeit- und Kostenplan geblieben“, sagt Ralf Wetzler. Die Investitionen belaufen sich auf rund fünf Millionen Euro. Das besondere an dem Hotel: es gibt kaum Personal. Der Check-in erfolgt über eine App im Smartphone oder am Automaten. Auch ein Frühstück gibt es nicht, den morgendlichen Kaffee kann sich jeder Gast auf seinem Zimmer zubereiten, und im Loungebereich gibt es einen Snackautomaten.

Keine Rezeption, kein Frühstück und kein Restaurant: Die Ausstattung der Zimmer steht aber dafür einem Vier-Sterne-Hotel  in nichts nach. Foto: ZVA/Michèle-Cathrin Zeidler

Diese Einsparungen und Automatisierungen zahlen sich aus:  Damit es sich rechnet, muss das Boardinghouse nur eine Auslastung von 35 bis 40 Prozent schaffen, klassische Hotels sind erst ab einer Auslastung von 60 bis 70 Prozent rentabel. „Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Übernachtungen da ist“, sagt Ralf Wetzler. Experten hatten vorher eine entsprechende Untersuchung vorgenommen und bei den örtlichen Unternehmen nachgefragt, wie die Nachfrage und Anforderungen nach Unterkünften zu Schulungen sind. Das Hotel wurde speziell diesen Wünschen der Business-Kunden angepasst  und ist durch eine Kitchenette auch für längere Aufenthalte geeignet.

„Übach-Palenberg hat sich von einem ehemals grauen Entlein zu einem Schwan mit zahlreichen Unternehmen entwickelt“, findet Wetzler. „Unser Anspruch war es, lieber der Erste im kleinsten Ort zu sein, statt in Rom der Zweite.“ Auch Geilenkirchen sei als Standort zunächst in der Überlegung gewesen. „Doch Übach-Palenberg lag näher“, so der Scherpenseeler. Wenn es gut läuft, will das Unternehmen aber über weitere Ableger in der Region nachdenken: „Wenn es passt, gerne auch in Übach-Palenberg.“

Der Check-in erfolgt am Automaten oder in einer speziellen App. Foto: ZVA/Michèle-Cathrin Zeidler

Darüber würde sich  Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch natürlich sehr freuen. „Ich finde das Hotel sensationell. Meine Erwartungen wurden übertroffen“, so das Stadtoberhaupt. „Ich könnte mir gut vorstellen, einmal eine Nacht im Boardinghouse zu verbringen.“ Mit dem Objekt erhalte Übach-Palenberg ein neues attraktives Aushängeschild. „Die Anlage wirkt schon von außen einladend und wird allen heutigen Ansprüchen mehr als gerecht“, findet der Bürgermeister. Das Hotel setze einen gewinnenden neuen Akzent im Ort.

Bereits am Mittwochabend nutzten einige geladene Gäste die Möglichkeit, den Sekt unbesorgt in vollen Zügen zu genießen, das Auto stehen zu lassen und eine erste Nacht im Boardinghouse zu verbringen. Die ersten regulären Gäste werden Anfang kommender Woche erwartet. „Wir sind erst einmal mit einem Einführungspreis an den Start gegangen, damit man sich das Hotel einmal anschauen kann“, erzählt Ralf Wetzler. Anfang Juni ist das Hotel dann zum Pinkpop Festival bereits komplett ausgebucht.

Die 49 Doppelzimmer, Twinzimmer und Apartments sind an die Bedürfnisse von Businesskunden angepasst und für längere Aufenthalte geeignet. Foto: ZVA/Michèle-Cathrin Zeidler

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das neue Hotel in Übach-Palenberg ist bereit für Gäste

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