Eröffnungstermin kann gehalten werden : Boarding House in den letzten Zügen

Eröffnungstermin kann gehalten werden : Boarding House in den letzten Zügen

Noch stapeln sich im Eingangs- und Check-In-Bereich die Kartons mit den Zimmertresoren, auf dem Fußboden liegt Verpackungsmaterial herum, und Maler nehmen die letzten Korrekturen mit weißer Farbe an den Wänden vor — doch schon in wenigen Wochen soll der Baustaub verschwunden sein und alles glänzen. Denn bereits am 8. Mai feiert das Boarding House in Übach Eröffnung.

 „Wenn man das hier so sieht, glaubt man nicht, dass wir bis dahin mit allem fertig sind“, weiß Ralf Wetzler, Geschäftsführer der Aixact Boardinghouse GmbH. „Doch ich bin optimistisch. Wir sind im Zeitplan.“ Aktuell erfolge das „Feintuning“ der Zimmer mit den Möbeln, Decken und Kissen, und es wird an der Außenanlage gearbeitet. Bisher führt nämlich kein fester Weg ins Boarding Hotel. Die zwei Check-In-Automaten stehen allerdings bereit und warten auf die ersten Gäste.

„Bei uns gibt es keine besetzte Rezeption, die Gäste müssen selbstständig einchecken“, erklärt Ralf Wetzler, der mit dem Konzept des Boarding Houses bereits Erfahrung hat. Der Scherpelseeler betreibt zwei erfolgreiche Häuser in Aachen. Die Hoteltür können die Gäste durch einen Code öffnen, am Check-In-Automaten erhalten sie dann ihre Zimmerkarte. Lediglich ein Hausmeister sei für den Bedarfsfall vor Ort und es gebe eine Notfallnummer.

„Alternativ kann auch die Anreise in der Bahn schon sinnvoll zum Check-In in unserer App genutzt werden“, erklärt Dunja Kahlen, ebenfalls Geschäftsführerin der Aixact Boardinghouse GmbH. Dann müssten die Gäste zum Öffnen der Zimmertür lediglich ihr Handy an das Lesegerät halten.

Keine Rezeption und kein Frühstück: Das Boarding House in Übach ist auf Geschäftskunden und Lehrgangsteilnehmer ausgerichtet. Foto: ZVA/Michèle-Cathrin Zeidler

Die 49 Doppelzimmer, Twinzimmer und Apartments im Boarding House richten sich primär an Gäste, die einen längeren Aufenthalt, beispielsweise für Tagungen und Lehrgängen, planen. „Wir sind ein reines Business-Hotel“, betont Ralf Wetzler. „Die Ausstattung der Zimmer steht dem in einem Vier-Sterne-Hotel aber in nichts nach.“ Die Zimmer verfügen alle über Herd, Mikrowelle und Kaffeemaschine, dafür gibt es  kein Restaurant und kein Frühstück: „Geschäftsreisenden ist der Service und das Restaurant erfahrungsgemäß nicht so wichtig. Die verlassen früh um sieben das Hotel, holen sich schnell ein Brötchen beim Bäcker und fahren dann ins Unternehmen.“

Mitarbeiterin Susanne Kuhnt ist aktuell noch mit den Feinarbeiten in den 49 Zimmern beschäftigt. Es gibt Zweibett-, Twinbettzimmer und Apartments. Foto: ZVA/Michèle-Cathrin Zeidler

Diese Einsparungen sind betriebswirtschaftlich wesentliche Aspekte. „Normale Hotels brauchen mindestens eine Auslastung von 60 bis 70 Prozent, uns reichen 40 bis 50 Prozent“, verrät der Geschäftsführer. Er ist zuversichtlich, eine solche Auslastung zu erreichen. „Der Bedarf ist einfach da“, so Wetzler. „Übach-Palenberg hat sich von einem ehemals grauen Entlein zu einem Schwarm mit zahlreichen Unternehmen entwickelt.“ Vorab sei von Experten eine Bedarfsanalyse durchgeführt wurden: „Wir haben auch mit den Unternehmen vor Ort gesprochen und abgeklärt, welche Erwartungen sie an ein Hotel haben.“

Fünf Millionen Euro wurden in das Objekt investiert. „Im Februar 2018 erfolgte der erste Spartenstich“, erinnert sich Dunja Kahlen. „Beim Bau gab es keine Probleme. Wir haben viel Unterstützung von der Stadt bekommen“. Über Buchungsportale sind bereits Reservierungen möglich, die eigene Seite befindet sich aber noch im Aufbau. „Anfang Juni sind wir durch das Pinkpop Festival bereits komplett ausgebucht“, verrät Ralf Wetzler freudig.

Das Boarding House verfügt  über einen Fitnessraum. An der Ausstattung der Zimmer wurde nicht gespart, dafür aber am Service und einem Restaurant. Foto: ZVA/Michèle-Cathrin Zeidler
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