Abschiedsfeier bei der VHS in Übach-Palenberg

Sport zur Erhaltung der Gesundheit der Männer : Kameradschaft mit Gold nicht aufzuwiegen

Über solche Teilnehmer wie diejenigen, die es kürzlich in der Zweigstelle Übach der VHS Heinsberg zu feiern galt, kann sich wahrlich jedes Institut freuen: Drei Herren, die am Kurs „Sport zur Erhaltung der Gesundheit der Männer“ teilgenommen hatten, verabschiedeten sich zwar, doch erst nach sage und schreibe zusammen 111 Jahren.

Es sind die Übacher Adolf Cremer, der 51 Jahre dabei war, Alfred Janssen, der 37 Jahre die Treue hielt, und Dieter Damberg, der sich hier 23 Jahre fit hielt. Im Restaurant „Haus Houben“ fand nun eine fröhliche Abschiedsfeier mit allen Kurs-Teilnehmern bei leckeren Essen und alkoholfreiem „Sportlerbier“ statt, bei der jedoch Adolf Cremer (78) fehlte. Er lenkte sich vom „Abschiedsschmerz“ auf einer Kreuzfahrt durch Norwegen ab. Seit 1968 ertüchtigte er sich in dem Kurs und leitete ihn später bis 2013, ehe er die Leitung in jüngere Hände gab.

Dieter Damberg (70) kam 1996 dazu, um sich körperlich fit zu halten und wegen der Kameradschaft, die sich als so hervorragend erwiesen habe, dass sie „mit Gold nicht aufzuwiegen“ sei, wie er erklärt. Jetzt müsse er leider aus gesundheitlichen Gründen aufhören.

Alfred Janssen (83) ist seit 1982 dabei. „Ich wollte etwas für die Gesundheit tun“, beschreibt er seine Motivation. Zudem habe er damals als „Zugereister“ in Übach noch Anschluss an ein nettes Team gesucht.

Als Vertreter des Schulleiters der VHS fand Fachbereichsleiterin Nailya Khaertdinova herzliche Worte für die langjährigen Teilnehmer und übergab jedem von ihnen einen Kreisheimatkalender sowie ein Sach- und Heimatkundebuch. Auch Volker Enders (47), seit vier Jahren zuständiger Fachsportleiter, verabschiedete die langjährigen Sportbegeisterten mit Wehmut und überreichte ihnen Blumensträuße und Präsentkörbe mit alkoholischen Gaumenfreuden. Zu Dieter Damberg meinte er: „Wir werden dich vermissen als ‚lebende Wand‘ im Tor und freuen uns auf weitere gemeinsame Abende mit dir bei unseren Feiern.“ Alfred Janssen wurde ebenso herzlich verabschiedet, doch – oh Wunder – er entschloss sich, weiterhin dabei zu bleiben. Die übrigen Teilnehmer hatten ihn mit all ihren Überredungskünsten umstimmen können. „So lange ihr mich ertragt“, meinte er schmunzelnd.

Enders legte dar, den besagten Kurs gebe es seit 1963, und manche seien schon in der dritten Generation dabei. Er finde jeden Freitag von 20 bis 21.30 Uhr in der Sporthalle der Grundschule Übach, Freiheitsstraße, statt. Man spiele Hallenfußball, denn diesen könne man auch bei Regen ausüben. Der erste Teil des Abends diene der körperlichen Ertüchtigung, der zweite der filigranen Technik.

Ausklingen lasse man den Kurs stets in der urigen Kneipe „Alt Übach“, verriet Enders, und sehe sich dort ein Freitagabendspiel der Bundesliga an, „ob die das auch so gut machen wie wir“. Günter Thorien ergänzte augenzwinkernd: „Der dritte Teil dient auch der Alkoholvernichtung.“

Geselligkeit werde in diesem lustigen „Clübchen“ groß geschrieben, hob Dieter Damberg hervor und schilderte: „Einmal im Jahr machen wir eine Radtour, zudem gehen wir essen, auch bei runden Geburtstagen und Weihnachten.“

Jeder sei zum Probetraining herzlich willkommen, betonte Enders. Es seien keine speziellen Fähigkeiten erforderlich – nur Freude am Sport. Es gebe auch keine Altersgrenze, derzeit seien die Teilnehmer zwischen 18 und 83 Jahre alt.

Auf die Frage an die Sportbegeisterten, wie lange sie diesen Kurs noch zu besuchen gedenken, riefen alle lautstark wie aus einem Munde und mit einem gehörigen Schalk im Nacken: „Bis dass der Tod uns scheidet!“

(rk)