Übach-Palenberg: Übacher Gesangsverein begeistert im Seniorenzentrum

Neujahrskonzert im Seniorenzentrum : Erst zart und weich, dann mit der Urgewalt von 29 Männerstimmen

Sonore Männerstimmen entführten in vergangene Zeiten. Beim traditionellen Neujahrskonzert des „Übacher Gesangvereins 1848 unter der Leitung von Wilfried Hirche faszinierten die Sänger die Gäste im Übacher Carolus-Seniorenzentrum.

Schon lange freuten sich die Bewohner des Übacher Carolus-Seniorenzentrums der Arbeiterwohlfahrt auf das traditionelle Neujahrskonzert des „Übacher Gesangvereins 1848“. Auch Gäste von außerhalb wissen es zu schätzen: „Ich komme immer hierher, wenn dieser Chor singt“, verriet beispielsweise Gertrud Schlosser (85) aus Palenberg. Dirk Weidner, Leiter des Sozialen Dienstes, begrüßte die Anwesenden, und Hans-Josef Bröhl, seit zwölf Jahren Vorsitzender des Ensembles, betonte: „Sie sind herzlich eingeladen, mitzusingen!“

Sage und schreibe 170 Jahre besteht der „Übacher Gesangverein“ nun schon und zählt neben 30 aktiven Sängern auch 80 Fördermitglieder. Seit 17 Jahren dirigiert und leitet Organist Wilfried Hirche den Männerchor, in dem alle vier Stimmlagen vertreten sind.

In dunklen Anzügen mit roten Krawatten, auf denen der Chorname und das Stadtwappen Übach-Palenbergs prangen, ließen die stimmgewaltigen Barden zunächst die besinnlichen „Weihnachtsglocken“ von H. Sonnet erklingen, um dann mit dem fröhlichen „Weißen Winterwald“ von D. Smith/K. Schwielow und dem lebhaften „Hört, es klingt vom Himmelszelt“, Chorsatz P. Thibaut, die Zuhörer in beschwingte Stimmung zu versetzen. Viel Applaus, wie auch nach allen folgenden Stücken, lohnte ihnen ihre Mühe.

Der ruhige „Abendfriede am Rhein“ von M. Neumann sowie „Das Dörfchen“ von F. Schubert ermöglichten den Musikfreunden nun eine gedankliche Reise in vergangene Zeiten, und viele lauschten mit geschlossenen Augen. „Schäfers Sonntagslied“ von C. Kreutzer kam ebenfalls erst zart und weich daher, um dann mit der Urkraft von 29 Männerstimmen, die an jenem Tag das Konzert bestritten, lautstark anzuschwellen.

Wilfried Hirche begleitete seine Sänger hinreißend auf dem E-Piano und dirigierte dabei oft gleichzeitig temperamentvoll mit einem Arm, so dass man ihm eigentlich drei Arme wünschte, damit er es einfacher habe. Was seine Schützlinge betrifft, so überzeugte bei allen Liedern vor allem der Zusammenklang hochkarätiger Einzelstimmen.

Teils erstaunlich hohes Timbre berührte in Schuberts „Nächtlichem Ständchen“, ehe das „Slavonische Ständchen“, Chorbearbeitung H. Jüngst, in eine kurze Pause überleitete. Danach empfing der Chor die vom fleißigen Personal des Seniorenheims mit Kaffee und Kuchen frisch gestärkten Gäste beschwingt mit dem Lied „An die Normandie“, Chorsatz G. Anton. Bei „Mala moja“ von A. Kempkens sangen alle den flotten Refrain „lalala“ ohne Mühe mit.

Anschließend ging es musikalisch an die Bar: In dem Lied „Die 12 Römer“ von R. Pappert, wurden die Trinkgefäße, nicht die Bürger von Rom, besungen, und jede Stimmlage intonierte abwechselnd ein Römer-Glas. Hirche meinte später augenzwinkernd: „Beim zwölften Römer sind meine Jungs immer sehr lustig!“

Weinselig ging es mit „In vino veritas“ von F. Silcher in die „Heimat“, komponiert von E. Hansen. Versonnene, in sich gekehrte Gesichter der Gäste signalisierten, dass wohl viele bei diesem Lied an früher dachten. „Frisch gesungen“ und „Loreley“, beide von F. Silcher, munterten gleich darauf wieder auf, und die Zuhörer stimmten erstaunlich textsicher mit ein, ebenso bei „Amazing grace – Zum Abschied“ von O. Ruthenberg

Mit „En unserem Veedel“ von den Bläck Föös wollte der Chor dann „Tschüss“ sagen, musste jedoch zwei Zugaben geben, die sich die Gäste stürmisch erklatschten. Dirk Weidner bedankte sich bei den Chormitgliedern mit den Worten: „Ihre Gesangsdarbietung war große Klasse!“ und überreichte einen Präsentkorb voll alkoholischer Delikatessen, „damit die Töne weiterhin ‚wie geschmiert‘ aus den Kehlen kommen“.

Neue Sänger sind herzlich willkommen: Geprobt wird dienstags von 19.30 bis 21.30 Uhr im Vereinsheim Marienberg, Schulstraße 42. Weitere Informationen gibt es bei Hans-Josef Bröhl unter 02451-446390.