Übach-Palenberg: Stele in chinesischer Sprache am Friedens-Mahnmal

Neue Stele am Friedens-Mahnmal : Weil der Hass nicht das letzte Wort haben darf

Die neue Stele am Friedens-Mahnmal in Übach-Palenberg zieren chinesische Schriftzeichen. Übersetzt bedeuten sie: „Wisset, die Euch den Hass lehren, erlösen Euch nicht“.

Gleich an der Grenze zwischen den Niederlanden und Deutschland am Schloss Rimburg steht auf Übach-Palenberger Stadtgebiet seit nunmehr 50 Jahren ein Friedens-Mahnmal. „Wisset, die Euch den Hass lehren, erlösen Euch nicht“ ist auf den Stelen des Mahnmals zu lesen. Zehn Stelen wurden in den vergangenen 50 Jahren beschriftet und zwar zunächst in niederländischer und deutscher Sprache, in den folgenden Jahren dann in Hebräisch, Persisch, Polnisch, Englisch, Türkisch, Französisch, Litauisch und Gälisch. „Unser Wegbeleiter“, wie Übach-Palenbergs Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch Hans-Paul Jouck nannte, stiftete nun zum 50. Jubiläum des Friedens-Mahnmals die elfte Stele, dieses Mal mit der Inschrift als chinesische Schriftzeichen in Eichenholz geschnitzt.

Hans-Paul Jouck war, als das Mahnmal an der Brücke am Schloss Rimburg errichtet worden war, 30 Jahre alt. Als nun die elfte Stele feierlich im Beisein zahlreicher Bürger enthüllt wurde, feierte er auf den Tag genau seinen 80. Geburtstag. So ist der Begriff „Wegbegleiter“ sicherlich nicht zu hoch gegriffen; wurde Jouck doch bereits vielfach für sein soziales aber auch musikalisches Engagement ausgezeichnet unter anderem mit dem Kunst- und Kulturpreis der Stadt Übach-Palenberg sowie mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland.

Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch: „Du engagierst dich wieder einmal für andere, in diesem Fall für den Frieden, und stellst Dich und Deinen Geburtstag in den Hintergrund. Doch ich weiß, dass Dir dies nichts ausmacht, solange Du dich sozial einsetzen kannst.“ Jungnitsch verwies auf die Errichtung des Friedens-Mahnmals am 25. Mai 1969. Es sei auf Betreiben von Pfarrer Hermann Poll und des Kulturrings am Grenzübergang Marienberg installiert worden. Pfarrer Poll habe damals kein Kriegsdenkmal, sondern ein Mahnmal schaffen wollen, das für Völkerverständigung und verbindende Freundschaft stehen sollte.

Jungnitsch: „Die meisten Menschen wünschen sich nichts sehnlicher als Frieden. Doch dass das nicht so einfach ist, sehen wir in der heutigen Zeit sehr oft, da der Frieden, meist durch politische Unruhe, oft in Frage gestellt wird.“ Wer sich einsetze für Wahrheit, Gerechtigkeit, Freiheit, Geschwisterlichkeit und Leben, wer sich in irgendeiner Form sozial engagiere, der setze sich für den Frieden ein, stellte Jungnitsch fest.

Auf die aktuelle Weltlage ging auch Pfarrer Johannes de Kleine ein. Er verwies auf den „spaltenden und Unfrieden stiftenden, mächtigsten Mann der Welt“, die schrecklichen Ereignisse in Halle und das erschreckende Wahlergebnis vom letzten Sonntag in Thüringen, wo eine Partei ein Viertel der Stimmen bekommen habe, die Hass und Spaltung säe. Dies seien drei Beispiele von vielen, so Johannes de Kleine, die deutlich machen würden, dass das Friedens-Mahnmal seine Bedeutung nicht verloren habe.

Der Hass dürfe nicht das letzte Wort haben, so de Kleine. Jeder habe die Möglichkeit, sich durch bürgerschaftliches Engagement für Frieden und Gerechtigkeit einzubringen, da wo Menschen sich begegnen. Traditionell wird stets eine leere Stele neu angebracht, wenn die letzte mit einer Inschrift versehen wurde. So wird der Gedanke „Wisset, die Euch den Hass lehren, erlösen Euch nicht“ auch kommenden Generationen vermittelt werden.