Übach-Palenberg: Stadt prüft Anbieter von Ferienwohnungen

Stadt greift durch : Vermietung von Wohnraum an Touristen wird überprüft

In Übach-Palenberg soll die Vermietung privaten Wohnraums an Touristen bis Jahresmitte überprüft werden. Von wie vielen so vermieteten Wohnungen die Stadt eigentlich ausgeht, bleibt offen.

Übach-Palenbergs Stadtverwaltung will innerhalb des ersten Halbjahres 2019  sämtlichen als Ferienwohnungen angebotenen privaten Wohnraum im Stadtgebiet überprüft haben. Dies teilte Pressesprecher Thomas de Jong unserer Zeitung diese Woche auf Nachfrage mit. Bedingt durch einen Krankheitsfall in der Verwaltung sei mit der konkreten Überprüfung bislang noch nicht begonnen worden, so de Jong.

Bereits im September hatte das Rathaus seine Kontrollen erstmals angekündigt, und untätig war man seitdem nicht. Insbesondere im Internet habe man nach entsprechenden Angeboten gesucht, erklärt de Jong weiter. Im nächsten Schritt werde nun geprüft, ob die Anbieter über die notwendigen bauordnungsrechtlichen Genehmigungen verfügen. Nach der Überprüfung werde „das Bauordnungsamt über die Fälle nicht genehmigter Nutzungsänderungen informiert und um weitergehende Maßnahmen gebeten. Parallel dazu wird das hiesige Ordnungsamt gebeten zu prüfen, ob die notwendigen gewerberechtlichen Anzeigeverfahren durchgeführt wurden.“

Die Vemietung privaten Wohnraums an Touristen oder andere Gäste ist besonders in vielen europäischen Metropolen zu einem Riesenproblem geworden, in Berlin oder Barcelona gehen die Verwaltungen schon seit langem dagegen vor. Die entsprechenden Internetplattformen – die weltweit bekannteste ist Airbnb – tragen in den Tourismushochburgen erschwerend dazu bei, dass der Wohnraum für Einheimische knapp wird, weil die zeitweise Vermietung der Wohnungen für die Eigentümer lukrativer ist. Zudem wird dem professionellen Gastgewerbe erhebliche Konkurrenz gemacht.

Von dieser Dramatik sind die Probleme in Übach-Palenberg freilich nicht. Jedoch hat die Verwaltung auch dort registriert, dass ganze Häuser, Wohnungen oder Zimmerchen vermietet werden, ohne dass ein Gewerbe angemeldet wird, also womöglich am Fiskus vorbei Geld verdient wird. Nicht nur hinsichtlich baurechtlicher Fragen, sondern auch in fiskalischer Hinsicht spielt die Vermietung sich also häufig bestenfalls im halblegalen Bereich ab. „Das kann so nicht länger hingenommen werden“, sagte im September der Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, Heinz Waliczek.

Kaum mehr als 20 Angebote

Offen blieb bislang, von wie vielen Wohnungen in Übach-Palenberg überhaupt die Rede ist. Klickt man sich mit dem Suchbegriff „Übach-Palenberg“ selbstständig durch Plattformen wie Home ToGo, fewo-von-privat.de oder eben Airbnb, hat man Mühe, mehr als 20 Angebote zu sammeln, die tatsächlich in Übach-Palenberg liegen. Der Nutzer landet schnell bei Vorschlägen für die touristischen Oberzentren Aachen und Maastricht oder in deren näherem Umfeld. Von ihnen liegt Übach-Palenberg wohl zu weit weg, als dass die Übach-Palenberger Anbieter den ganzen großen Reibach machen könnten.

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