Übach-Palenberg: Michael Steinbusch ist erster Bierbotschafter-IHK

Internationaler Tag des Bieres : Vom Rezept übers Brauen und den Reifeprozess bis zum Abfüllen

Am Freitag ist der Internationale Tag des Bieres. Grund genug, den ersten IHK-zertifizierten Bierbotschafter im Kreis Heinsberg vorzustellen. Michael Steinbusch aus Übach hat schon immer gerne Bier getrunken. Nun hat er seiner Leidenschaft eine Ausbildung folgen lassen.

Diese Szene spielt sich wohl regelmäßig in so einigen Haushalten ab: Nach dem Feierabend gibt es erstmal ein leckeres Bierchen: beim Fernsehen, zum Abendessen, zum gemütlichen Austausch über den Tag. Das ist auch bei Michael Steinbusch nicht viel anders, oder besser gesagt: Es war nicht viel anders. Denn der 49-Jährige hat neben seiner Berufsausbildung zum Elektriker und einigen Weiterbildungen nun noch einen zusätzlichen Titel: Er ist „Bierbotschafter-IHK“ und damit der erste zertifizierte Bierbotschafter im Kreis Heinberg.

„Klar, man könnte jetzt auf die Idee kommen, das kann jeder“, sagt Michael Steinbusch, der in Übach wohnt. „Aber Bierbotschafter ist kein Titel, den ich mir einfach irgendwie ausgedacht habe.“ Also keine Schnapsidee. „Will man echter Bierbotschafter sein, muss man einen offiziellen Kurs der IHK-Koblenz mit Erfolg abschließen“, weiß er. Nur mit dem Examen nach Standards der Industrie- und Handelskammer in Zusammenarbeit mit der Doemens Genussakademie gibt es dann das Zertifikat.

„Das Zertifikat aber ist nicht nur etwas für die Galerie“, sagt Michael Steinbusch, der sich nun ganz offiziell zu den Bierkennern zählen darf. Getrunken hat er Bier immer schon gerne, doch sein Interesse ging vor allem in letzter Zeit immer mehr weg von dem, was Spezialisten wie er im Fachjargon „Fernsehbiere“ nennen. Das sind meist in Massenproduktion hergestellte Biere von großen Brauereien. „Die werden klassisch vor dem Fernseher getrunken oder sind im TV zu sehen“, erklärt Michael Steinbusch den Begriff. Über den Besuch eines Fachhandels in Aachen und das Stöbern im durchaus wachsenden Angebot normaler Getränkemärkte tastete er sich an neue Geschmacksrichtungen heran. „Ich bin neugierig, will was entdecken“, sagt er, „und Bier ist mindestens genauso spannend wie Wein“.

Das weiß Michael Steinbusch nicht erst seit den sechs intensiven Tagen rund um Hopfen, Wasser und Gerste bei der IHK. Gelandet ist Michael Steinbusch für seinen Kurs übrigens in Düsseldorf in der Brauerei „Zum Schlüssel“. Dort wurde zwar auch verköstigt, doch neben einem ganzen Batzen Geld für die Ausbildung ließ er dort auch wertvolle Stunden seines Lebens, um das Getränk seiner Wahl vom Rezept übers Brauen bis zum Reifeprozess und dem Abfüllen vollständig kennenzulernen.

Hauptthemen des Kurses waren Sensorik, deutsche, belgische und englische Bierstile, Foodpairing und die professionelle Vorstellung eines Bieres. „Man musste fit sein, viel lernen, aber es hat auch Spaß gemacht, und am Ende stand eine herausfordernde Prüfung, die ich zum Glück bestanden habe.“

Was kann Michael Steinbusch denn nun mit dem Titel „Bierbotschafter-IHK“ machen? Da gibt es für den sympathischen Übacher nicht die eine einzig wahre Antwort: „Ich könnte mich zum Biersommelier weiterbilden, der Botschafter ist dafür eine Voraussetzung.“ Aber viel lieber will er den Menschen etwas übers Bier erzählen, ihnen zeigen, dass es abends eben nicht nur die eine einzige Sorte sein muss, die den Tag versüßen kann. „Bier hat unheimlich viele Varianten, ja selbst eine einzige Sorte kann – abhängig von der Schanktemperatur und dem benutzten Glas – völlig unterschiedlich schmecken“, betont er. Zum Beweis schenkt er mit fachkundiger Hand ein Bier in zwei verschiedene Gläser ein. „Der Geschmack ist ganz verschieden, schließlich werden beim Trinken aus unterschiedlich geformten Gläsern immer andere Bereiche der Zunge und damit der Geschmackswahrnehmung erreicht“; erklärt der Bierbotschafter. Und dass etwas wärmeres Bier ein ganz anderes Aroma hat, ergibt sich aus diesem Test auch.

Wenn Michael Steinbusch, der frischgebackene Bierbotschafter, von seiner Leidenschaft und den vielen kleinen Feinheiten rund ums Bier ins Erzählen kommt, zieht die Zeit wie im Fluge vorbei, und das eben noch frisch aus dem Kühlschrang geholte Bier hat schon ein paar Grad an Temperatur und damit einen wieder neuen Geschmack gewonnen. „Ist doch schön zu wissen, dass man so an einem Abend ganz viele verschiedene Geschmackserlebnisse haben kann.“

Am Abend wird Michael Steinbusch wie viele Menschen zum Kühlschrank gehen, und sich mit einem kühlen Bierchen für die Arbeit des Tages belohnen, aber Standardware kommt ihm dann nicht mehr ins Glas. „Ich habe ein Bier selbst gebraut“, erzählt er, „das werde ich probieren! Und natürlich kann dieses Bier heute Abend schon wieder ganz anders schmecken als gestern.

Mehr Informationen zum ersten geprüften Bierbotschafter im Kreis Heinsberg gibt es auch unter www.Bierbotschafter-HS.de

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