Übach-Palenberg: Marienlob des Kirchenchors St. Dionysius Frelenberg

Marienlob : Festliche Lieder zu Ehren der Mutter Gottes

Der Kirchenchor St. Dionysius Frelenberg huldigt der Jungfrau Maria mit musikalischem „Marienlob“ in der „Alten Kirche“. Verschollen geglaubtes Kreuz steht wieder an seinem angestammten Platz.

Seit jeher verehren Gläubige in aller Welt im Monat Mai besonders die Mutter Gottes. Zum ersten Mal huldigte nun der Kirchenchor St. Dionysius Frelenberg Maria mit einem Chorkonzert und lud zum „Marienlob“ in die Alte Kirche Frelenberg ein. Die Örtlichkeit in der Annabergstraße war bewusst gewählt, denn nach der Aufführung bat man um eine Spende für die Instandhaltung des geschichtsträchtigen Kleinodes aus dem 15. Jahrhundert.

Gregor Mingers, Mitglied des katholischen Gemeindeausschusses, hieß die Anwesenden herzlich willkommen und wies explizit auf ein großes Kreuz hin, das mitten auf dem Altar stand, flankiert von zwei flackernden Kerzen. Dies sei das über 100 Jahre alte, aus Eichenholz gefertigte Kreuz, das früher schon den Hochalter der Alten Kirche zierte und lange als verschollen galt. Im letzten Jahr sei es zufällig in einem Abstellraum wiederentdeckt worden. Man habe es repariert, gestrichen und mit einem neuen Korpus versehen, da der alte verschwunden war. Chorleiter Wilfried Hirche habe den neuen aus Österreich mitgebracht, und zukünftig solle das Kruzifix wieder auf seinem angestammten Platz stehen – dem Altar in der Alten Kirche.

Mit dem Instrumentalsolo „Maria zart von edler Art“ von Arnold Schlick auf einer handgefertigten, hölzernen Digitalorgel, die quasi eine große Orgel im Miniaturformat ist, begann Organist Wilfried Hirche schwungvoll das Konzert. Der Chor, in elegantes Schwarz gekleidet mit bordeauxfarbenen Halstüchern, originell mit Noten bedruckt, schloss sich klangschön und gut verständlich an mit „O Maria, sei gegrüßt“ von Max Reger sowie „Heiligste Jungfrau“ und „Königin voll Herrlichkeit“ von Hans Berger.

„Ich bin immer auf der Suche nach unbekannten Marienliedern“, verriet der Chorleiter und betonte: „An diesem Konzert haben wir lange intensiv gearbeitet, da viele Titel für die Interpreten neu waren.“ Die 19 Sängerinnen und drei Sänger des Ensembles bewiesen in dem Konzert stets aufs Neue, dass sich die vielen Proben gelohnt hatten, so auch bei „Salve Mater“ von Hans Berger, „Salve Regina“ mit einem Text aus dem 11. Jahrhundert, dem „Lobgesang Mariens“ mit gregorianischer Musik und „Regina coeli“ aus der Feder von Antonio Lotti. Anrührend und ausdrucksstark entließen sie die Melodien in die Weiten des Kirchenschiffs, so dass die Anwesenden gedankenvoll und ergriffen lauschten.

Hervorragende Unterstützung erfuhr die Formation zudem durch zwei Gastsängerinnen, die schon öfter mit ihren Stimmen ausgeholfen haben: Mezzosopranistin Elisabeth Diart aus Dremmen und Sopranistin Angelika Lohren aus Würm. Diese zeigten vor allem in ihren Soli die ganze Bandbreite ihres Könnens und brachten das „Ave Maria“ von Giulio Caccini wie auch das „Ave Maria“ von Camille Saint-Saëns feinsinnig und prachtvoll zu Gehör. Franz Lists „Ave Maria“, Johann Pachelbels „Meine Seele erhebt den Herrn“ sowie Dietrich Buxtehudes „Magnificat primi toni“ hingegen interpretierte souverän Wilfried Hirche allein auf seiner kleinen, aber feinen Orgel.

Zwischen einzelnen Liedern rezitierte Gregor Mingers darüber hinaus vier zur Marienverehrung passende Texte, worin auch von „starken Frauen unter dem Kreuze“ die Rede war, was wiederum zur aktuellen Diskussion über „Frauen in der Kirche“ passte. Meditative Gebete mit den Kirchenbesuchern rundeten die Veranstaltung ab.

Kein Wunder, dass die Gäste am Schluss reichlich anerkennenden Beifall zollten, und Ellen Remmel aus Frelenberg wohl für viele sprach, als sie meinte: „Das Konzert war wunderschön und hatte einen super Sound mit toller Akustik. Zudem passte es perfekt zu meiner Stimmung!“

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