Übach-Palenberg: kämpferische Töne beim Neujahrsempfang der SPD

Übach-Palenberg : Kämpferische Töne beim Neujahrsempfang der SPD

SPD-Vorsitzender Alf-Ingo Pickartz schlägt beim Neujahrsempfang kämpferische Töne an. Kritik am „Bürgerbrief“ der CDU: „Ich hätte eine Entschuldigung erwartet.“

„Ich hätte gerne noch mehr gesagt, aber ich habe mich dann noch ein wenig zurückgehalten“, meinte SPD-Stadtverbandsvorsitzender Alf-Ingo Pickartz am Ende seiner Ausführungen beim traditionellen Neujahrsempfang der SPD in Übach-Palenberg. Am Samstagvormittag versammelten sich dabei rund 70 Interessierte im städtischen Seniorenzentrum des Mehrgenerationenhauses (MGH) am Palenberger Bahnhof.

Die Anwesenden rekrutierten sich dabei nicht nur aus der eigenen Partei, auch die Grünen mit dem Vorsitzenden Frank Kozian und die Christdemokraten mit ihrem Stadtverbandsvorsitzenden Oliver Walther gehörten dazu. Nicht dabei war hingegen Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch, der sich beim offiziellen Bürgerempfang in der letzten Woche noch sehr erfreut über die boomende Wirtschaft auch in der ehemaligen Zechengemeinde freute.

Und das war natürlich auch ein Ansatzpunkt für Pickartz, der das Gesagte von vor einer Woche so nicht  stehenlassen wollte. Die Freude Jungnitschs war für ihn dabei wenig verwunderlich, sei doch eine außergewöhnlich gute Konjunktur ein „stetiger und treuer Weggefährte seiner bisherigen Amtszeit“. Jungnitsch versuche „den wirtschaftlichen Aufschwung mit einem CDU-Aufschwung zu erklären“.

Dass dies ganz klar nicht so sei, machte Pickartz schon an den gut eine Milliarde Euro an Investitionen von Lidl fest, die getätigt worden seien. Nicht auf sich beruhen lassen wollte der SPD-Chef auch die Aussage des CDU-Fraktionsvorsitzenden Gerhard Gudduschat, der meinte, die SPD hielte mit all ihren Anträgen die Verwaltung von der Arbeit ab. „Das zeigt – höflich formuliert – ein merkwürdiges Demokratieverständnis“, fand Pickartz, es zeige aber auch, wie unentbehrlich die SPD in Übach-Palenberg sei. „Wir haben in nicht-öffentlichen Sitzungen manche Vergabeentscheidung, manche Kauf- oder Verkaufsentscheidung sehr kritisch beurteilt“, ließ er durchblicken. Es sei ohnehin eine viel zu lange Zeit mehr Geld ausgegeben als eingenommen wurde. „Längst ist es allerdings Normalität, dass Bund und Land die schwarze Null anstreben, und so ist es auch richtig, dass Übach-Palenberg den gleichen Weg eingeschlagen hat“, sagte er zum immer wieder vom Bürgermeister und der CDU betonten Sparwillen.

„Den Blick 20 Jahre zurück auf die Verantwortung der SPD und die Mitverantwortung der CDU zu lenken, verstellt den Blick in die Zukunft, genau wie die Derivatsgeschäfte, die seinerzeit von allen Beteiligen und Beratern für gut befunden wurden“, machte er klar. Auch den „Bürgerbrief“ der CDU, der kurz vor Weihnachten an die Haushalte in der Stadt verteilt wurde, sprach Pickartz an. „Ich hätte beim Bürgerempfang eine Entschuldigung von der CDU erwartet für diese Form der Weihnachtsbescherung“, führte er aus. Mit hetzerischer Wortwahl, die der Bürgermeister bei anderen verurteile, sei dieses einseitige Schreiben ein Grund zur Sorge. „Es ist höchste Zeit, dass auch Wolfgang Jungnitsch sich von diesem Flyer distanziert“, der voller Unwahrheiten, Populismus und unbegründeter Rückschlüsse auf die Arbeit und die Ansichten der Sozialdemokraten in der Stadt stecke.

Wünsche der Investoren

Und so ließ Pickartz auch die vielen positiven Aspekte auch für die Zukunft nicht außer Acht. „Übach-Palenberg ist ein überschaubarer Kosmos, dennoch ist die Vielfalt der Sport- und Kulturvereine, das Engagement der Freiwilligen Feuerwehr, der Kirchen und Wohlfahrtsverbände einzigartig“, unterstrich der Vorsitzende.

Würde die Stadt nicht länger nur den Wünschen von Investoren folgen, dann könne sie noch mehr erreichen, schloss er unter dem Applaus der Gäste.

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