Übach-Palenberg: Gedenkfeier zum Volkstrauertag in Scherpenseel

Volkstrauertag : Gemeinsamer Appell für den Frieden

Einen gemeinsamen Appell für den Frieden sandten bei der Gedenkstunde zum Volkstrauertag auf dem Scherpenseeler Friedhof alle Beteiligten aus.

Hauptredner Oberst i.G. Axel Schneider vom Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr (ZVBw) ließ dabei stellvertretend für den leider erkrankten Brigadegeneral Peter Braunstein noch einmal anhand des vor 100 Jahren zu Ende gegangenen Ersten Weltkrieges die Schrecken dieser oft zitierten „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ Revue passieren.

Schneider erinnerte an den mit unfassbaren Schrecken verbundenen Stellungskrieg am „Hartmannsweiler Kopf“, der über zehn Monate unzählige Menschenleben forderte, derweil sich die Front nur um wenige Meter hin- oder herschob. Oberst Schneider blickte auf „unvorstellbare Verluste“, die exemplarisch zeigten, warum Soldatengräber von Hass, unendlichem Leid oder auch der Teilung des Vaterlandes zeugten.

Und mit dem Ausspruch von Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker – „Das Geheimnis der Versöhnung ist die Erinnerung“ – schlug er die Brücke ins Jetzt. Denn, so betonte der Spezialist für Abrüstung, inzwischen stünden beispielsweise mit Bedrohungen durch atomare oder chemische Waffen wieder Dinge auf der Tagesordnung, die Fachleute längst im Buch der Geschichte entschwunden sahen.

Gerade deswegen sei es wichtig, für Frieden und Freiheit einzutreten. „Wir wissen aus unserer Geschichte, dass Freiheit und Demokratie nicht von alleine entstehen“, so der Oberst, „wir brauchen Menschen, die für diese Werte einstehen“. Wachsam sein und sensibilisieren für politische Entwicklungen seien zwei wichtige Schritte auf dem Weg, Frieden und Freiheit als hohes und nicht selbstverständliches Gut zu sichern.

Auch Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch sah im Gedenken zum Volkstrauertag die Chance, eine Botschaft für Frieden und die Wahrung von Menschenrechten zu senden. „Das ist mehr als ein Ritual“, betonte Jungnitsch, „denn es ist beklemmend, zu sehen, wie damals die Spirale der Eskalation in Gang kam“, meinte er zu den sich aufschaukelnden Konflikten, die schließlich zwei Weltkriege in einem Jahrhundert auslösten. Darum sei es auch wichtig, die Menschenwürde zu wahren, unabhängig davon, wer welche Herkunft habe.

„Natürlich sind Friedensgespräche nicht immer einfach, aber langfristig lässt sich durch gemeinsame Gespräche mehr erreichen als durch den Einsatz von Waffen“, schloss er. Zu den Klängen der Privat-Musikkapelle Scherpenseel und unter Begleitung von Abordnungen von Bundeswehr, Freiwilliger Feuerwehr, Schützen und unter Teilnahme von gut 200 Anwesenden wurden zum Ende noch Kränze am Ehrenmal in Scherpenseel niedergelegt und gemeinsam mit Schülern gebetet.

(mabie)