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Übach-Palenberg: Übach-Palenberg ersteigert „Outbaix“ für 120.000 Euro

Übach-Palenberg : Übach-Palenberg ersteigert „Outbaix“ für 120.000 Euro

Das „Outbaix“ hat einen neuen Besitzer: die Stadt Übach-Palenberg. Beim gestrigen Termin am Geilenkirchener Amtsgericht erhielt die Stadt als einziger Bieter den Zuschlag für 120.000 Euro. Dieser Preis liegt deutlich unter dem geschätzten Verkehrswert der Immobilie von 200.000 Euro.

Bei der Stadt war am Montagnachmittag niemand zu erreichen, der Auskunft geben konnte, was mit dem Gebäude nun geschehen soll.

Der weit über die Grenzen Übach-Palenbergs und des Kreises hinaus bekannte und beliebte Musicclub, früher als „Tatort“ bekannt, hat bekanntlich schon seit langem seine Pforten geschlossen. Vorangegangen war der Einstieg eines neuen Investors, der den Laden im Jahr 2012 übernommen hatte, neu aufziehen wollte — und sich dabei offenbar gründlich verhoben hat.

Im Herbst 2013 wurden plötzlich sämtliche Konzerttermine abgesagt, im Januar wurde dann bekannt, dass das Amtsgericht Aachen ein Insolvenzverfahren eingeleitet hat — in dessen Rahmen fand nun am Montag die Versteigerung statt.

Die Neuigkeit dürfte die Fantasie zahlreicher Musikliebhaber beflügeln, die die vielen Konzerte, die in den zurückliegenden Jahrzehnten am Stadionweg stattfanden, noch in bester Erinnerung haben. Denn auch wenn es seit rund einem Jahr still war um das „Outbaix“, haben manche die Hoffnung auf eine Neueröffnung nie so ganz aufgegeben.

Zwar gibt es von der Stadt keine Ansage, doch zu früh freuen sollte sich wohl niemand. Schon im Beschluss des Amtsgerichts heißt es, dass das Objekt „im jetzigen Zustand nicht mehr nutzbar“ sei. Das Amtsgericht stützt sich mit dieser Aussage auf ein Gutachten des Sachverständigenbüros Brünig. Dieses kommt unter dem Punkt „zukünftige, wirtschaftliche Nutzung“ zu dem Ergebnis, dass die Nachfrage nach einem Club nicht mehr gegeben sein dürfte.

Der Grund sei die Rockfabrik. „Nachdem das Konzept des Clubs verändert wurde, finden derartige Veranstaltungen in der Rockfabrik statt“, heißt es da. „Zwar ergaben unsere Recherchen, dass viele Bürger das Ambiente im Musik-Club Outbaix für derartige Verantaltungen besser fanden, jedoch haben sie sich nunmehr in der Rockfabrik etabliert.“

Soll heißen: Die Stadt ist zu klein für zwei Clubs dieser Sorte. Dass „Outbaix“ und „Rocke“ viele Jahre lang trotz zumindest ähnlicher Zielgruppe nebeneinander existierten, steht dort nicht.

Das Gutachten jedenfalls kommt zu dem Ergebnis, dass die Immobilie als Veranstaltungsort nicht rentabel zu betreiben sei, denkbar sei allenfalls eine Nutzung des Erdgeschosses als Café und eine Vermietung des Obergeschosses als Wohnraum.

Wie auch immer die Nutzung aussehen soll: Es müsste wohl noch einiges an Geld und Arbeit investiert werden. Das Objekt, heißt es in dem Gutachten weiter, befinde sich in einem „komplett verwahrlosten Zustand“, der einer Modernisierung des Erdgeschosses ebenso bedürfe wie einer Überarbeitung der Außenanlagen und einer Entrümpelung des Kellers.

(jpm)