Übach-Palenberg: Ehrenamtspreis Rolf geht an Hospizdienst Camino

SPD-Ehrenamtspreis: Hospizbewegung Camino erhält den Rolf

„Camino gibt die Sicherheit, dass man nicht alleine gehen muss“, sagte die Laudatorin Sonja Engelmann bei der Verleihung des Ehrenamtspreises „Rolf“ 2018 des SPD-Ortsvereins Geilenkirchen an die Ambulante Hospizbewegung Camino. Renate von Birgelen als stellvertretende Vorsitzende und Franz-Josef Breukers als Vorsitzender der Hospizbewegung Camino nahmen den Preis entgegen.

Geilenkirchen-Immendorf Im Rahmen einer Feierstunde im Saal Werden-Pongs in Immendorf übergaben Sonja Engelmann, Geschäftsführerin des SPD-Ortsvereins Geilenkirchen, und der Vorsitzende Marco Banzet gemeinsam die von dem Linderner Künstler Willi Arlt gestaltete Skulptur und den mit dem Preis verbundenen Geldbetrag in Höhe von 500 Euro.

Um den ehrenamtlichen Einsatz für die Gesellschaft zu würdigen, vergibt die SPD Geilenkirchen jährlich den Ehrenamtspreis. Erstmalig 2015 war dieser auf Initiative von Jürgen Plein und Christoph Grundmann ausgelobt worden. Der Preis kann sowohl an einzelne Personen, die im Stillen und kontinuierlich arbeiten, als auch an Organisationen und Vereine, die sich sozial engagieren, verliehen werden. Die Vorschläge kommen aus der Bevölkerung und werden alljährlich von einer Jury ausgewertet.

Wie in den vergangenen Jahren auch, so Sonja Engelmann, sei es auch in diesem Jahr wieder schwer gefallen, unter den Nominierten auszuwählen. Engelmann: „Jeder einzelne Vorschlag ist ganz wunderbar. Jeder einzelne Vorschlag hat die Ehrung verdient.“

Um auch die übrigen Nominierten zu würdigen, wurde ihr ehrenamtliches Engagement im Rahmen der Preisverleihung ebenfalls vorgestellt. Neben der Ambulanten Hospizbewegung Camino waren vier weitere Nominierungen eingegangen: Birgit Schulte-Boecker ist seit zwölf Jahren als ehrenamtliche Lesepatin in der Stadtbücherei Geilenkirchen tätig. Sie bereitet Kindern den Weg in die Welt der Information und befähigt sie, sich selbst durch Wissensaneignung eine Meinung zu bilden. Dabei vermittelt sie als Lesepatin den Kindern ein überaus positives Leseerlebnis.

Ebenfalls für den Ehrenamtspreis vorgeschlagen war die Interessengemeinschaft Bauchem. Sie kümmert sich seit 30 Jahren um den gesellschaftlichen Zusammenhalt speziell im Geilenkirchener Ortsteil Bauchem. Ein besonderes Augenmerk legt die IG dabei auf die Senioren. So überbringen zum Beispiel die Mitglieder der IG bei einem persönlichen Besuch zwischen Nikolaus und Weihnachten den über 80-Jährigen im Ort Präsenttüten. Ab der Goldenen Hochzeit werden die Ehejubilare besucht, und den Mitbürgern wird zum 90. Geburtstag gratuliert. Zur Finanzierung der Spendengaben wird alljährlich das Maifest gefeiert. Auch ist die IG im Förderverein für das Bürgerhaus Bauchem aktiv.

Buchpflege in der Stadtbücherei Geilenkirchen

Marianne Müller-Ohligschläger kümmert sich seit ihrer Pensionierung um die Buchpflege in der Stadtbücherei Geilenkirchen. 20.000 Bücher und die dazu gehörenden Regale hat sie im vergangenen Jahr gepflegt, das heißt, die Bücher wurden hygienisch gereinigt und aufbereitet, Eselsohren und Verschmutzungen entfernt. Mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit entlastet Marianne Müller-Ohligschläger das Team der Stadtbücherei und trägt zur kulturellen Vielfalt in Geilenkirchen bei.

Ebenfalls für den „Rolf“ nominiert war das Trainerinnenteam des Tanzvereins Stardust, Simone Rahmen, Vanessa Oligschläger und Daniela Oetgen. Ehrenamtlich vermitteln sie den Kindern die Freude am Tanz. Nicht nur das Training mit den verschiedenen Altersgruppen wird von ihnen geleistet, sondern auch die Organisation von Auftritten, Vereinstagen und Ausflügen sowie die Planung der Tanzgala und die Teilnahme am Nikolausmarkt liegen in ihren Händen. Dabei gehen die drei Trainerinnen auf die Belange und Wünsche jedes Kindes ein.

„Wir können dem Leben nicht mehr Tage geben, aber den Tagen mehr Leben geben.“ Als Sonja Engelmann diesen Satz der Ärztin Cicely Saunders zitierte, wusste sicherlich jeder im Saal Werden-Pongs, wer der diesjährige Ehrenamtspreisträger der Geilenkirchener SPD sein würde. Es konnte sich nur um die Ambulante Hospizbewegung Camino handeln, die ganz im Sinne der Begründerin der modernen Hospizbewegung, Cicely Saunders, ihr Ehrenamt ausübt.

In dem Wissen um die Endlichkeit des Daseins, so Sonja Engelmann in ihrer Laudatio, nicht in Trauer und Starre zu verfallen, sondern aktiv die verbleibende Zeit zu nutzen, sei eine Intention der Arbeit. Engelmann: „Unabhängig von Nationalität, Konfession und Weltanschauung begleitet Camino die Sterbenden. Es zählt alleine der Mensch und seine individuellen Wünsche und Bedürfnisse.“

„Großer Dienst an der Gesellschaft“

Für die Angehörigen bietet Camino regelmäßige Trauercafés, Gesprächskreise und Sprechstunden an. Für Kinder kann ein Trauerkoffer ausgeliehen werden. Die Ermöglichung eines begleiteten, würdevollen Sterbens, so Engelmann, sei ein großer Dienst an der Gesellschaft. Den Sterbenden erleichtere Camino die oft belastenden letzten Stunden. Die Angehörigen würden auch über den Tod des Betreuten hinaus begleitet.

Renate von Birgelen dankte im Namen der Camino-Mitarbeiter. Sie wies darauf hin, dass derzeit 45 Menschen begleitet würden von 25 Ehrenamtlern. Das gehe an die Substanz. Daher wünsche man sich bei Camino einige neue Ehrenamtler. Franz-Josef Breukers sagte über den Gewinn, den die ehrenamtliche Hospizarbeit auch für die Begleiter bedeutet: „Man nimmt viel mit, das mit Geld nicht zu bezahlen ist.“

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