Übach-Palenberg: Daniel Bulabula organisiert Profi-Boxnacht

Erste Übacher Profi Boxnight : „Den ersten Schritt zu machen, unterscheidet den Gewinner vom Verlierer“

Wenn Daniel Bulabula die Augen schließt, kann er es hören: Das Raunen der Zuschauer, das Quietschen der Schuhe im Ring, Schweiß, der auf den Boden tropft, und der dumpfe Schlag des Handschuhs, der seinen Gegner trifft.

Es sind die Geräusche, die in der Vergangenheit oft in Übach-Palenberg zu hören waren. In den 60er und 70er Jahren war die Stadt eine Boxhochburg. Immer wieder gab es Kämpfe. In Begegnungen standen sich zahlreiche Amateur-Boxer gegenüber, 600 bis 700 Zuschauer waren keine Seltenheit.

„Aber das ist leider lange her“, bedauert Daniel Bulabula, 28-jähriger Profi-Boxer, der seine Wurzeln beim VfR Übach-Palenberg hat und noch immer in den Räumen des Vereins trainiert. „2010 hat die letzte Amateur-Boxveranstaltung in Übach-Palenberg stattgefunden. Danach gab es nichts mehr.“

Warum das so ist, kann sich Daniel Bulabula eigentlich auch nicht erklären. Schon als kleiner Junge hat er nur den einen großen Traum: das Boxen. Mit zwölf Jahren beginnt er mit dem Training, und es stellen sich erste Erfolge ein. Er bestreitet rund 40 Amateur-Kämpfe, die meisten gewinnt er. Mit 14 kämpft er für die Nationalmannschaft des Deutschen Boxsport-Verbands. Er gewinnt vier Mal die Mittelrheinmeisterschaft, ist vier Mal Westdeutscher Meister und holt Bronze und Silber bei Deutschen Meisterschaften.

Dann, 2013, kommt das Aus: Trommelfellriss und Bandscheibenvorfall. „Für mich ist eine Welt zusammengebrochen.“ Daniel Bulabulas Pause dauert ganze fünf Jahre. Im Dezember 2017 wiegt er 130 Kilo, niemand hat ihn mehr auf der Rechnung, und auf einmal macht es wieder Klick. Er beginnt mit dem Training, kämpft sich wieder nach oben, Stunde um Stunde, Kilo um Kilo.

Und tatsächlich: Im Juni, rund 20 Kilo leichter, wagt er den großen Schritt und meldet sich für seinen ersten Profi-Boxkampf an. Und er gewinnt. Eine zweite Profi-Begegnung folgt im November. Er gewinnt wieder. Und plötzlich ist der Weg nach oben wieder frei.

Wer Daniel Bulabula kennt, weiß, dass die Geschichte des „Black Lion“ wie er sich als Boxer nennt, noch nicht zu Ende ist. Denn sein Traum geht weiter. Er möchte den Boxsport zurück nach Übach-Palenberg bringen. Zwischen Job, Training und der Familie beschließt er, seine eigene Agentur zu gründen, die „Black Lion Event Promotion“.

Er führt zahlreiche Gespräche, er lernt viel über Management, Sponsoring, Versicherungen und Auflagen und hat innerhalb kürzester Zeit einen Termin: Am Samstag, 8. Dezember, findet die „erste Übacher Profi Boxnight“ in der Waschkaue statt. Im Ring steht natürlich der Black Lion, Daniel Bulabula, außerdem sein Vereinskollege und Profi-Boxer, Martin Houben.

„Nicht jeder hat daran geglaubt, dass ich Erfolg haben würde“, meint Bulabula. Trotzdem entschließt er sich, es zu versuchen. Ein Sprichwort aus dem Boxen besagt: „Den ersten Schritt zu machen unterscheidet den Gewinner vom Verlierer.“ So gesehen kann Daniel Bulabula eigentlich nur gewinnen.

Der Kartenvorverkauf für die Boxnacht läuft gut. Die zehn angebotenen VIP-Tische sind allesamt ausgebucht. Im Moment versucht Daniel Bulabula noch, einen elften zu organisieren. „Das macht mich natürlich stolz, und ich bin auch sehr erleichtert. Boxsport kostet viel Geld. Ich selbst habe viel in diese Veranstaltung reingesteckt. Der Rest wird von Sponsoren und durch die Eintrittsgelder gedeckt.“

Die vergangenen Wochen und Monate sind entsprechend anstrengend für den jungen Boxer. Das Training und die Vorbereitung auf den zweiten Profikampf im November sind sehr intensiv. „Und immer ist der Druck da, dass man gewinnen muss, damit auch die eigenen Veranstaltung ein Erfolg wird.“ Vor allem mental ist diese Zeit also eine echte Herausforderung für Daniel Bulabula.

Momentan trainiert er drei Mal pro Woche, absolviert an diesen Tagen jeweils zwei Trainingseinheiten. Zwischendurch führt er zahlreiche Telefongespräche, kümmert sich um Bestuhlungspläne, Genehmigungen und Brandschutzauflagen. „In Deutschland gibt es echt viele Gesetze“, meint Bulabula. Aber im Ring und auch organisatorisch hat er alles gut im Griff.

„Trotzdem bin ich ehrlich: Ich bin froh und erleichtert, wenn dieser Kampf vorbei ist.“ Für die nächste Woche hat er sich deshalb selbst völlige Ruhe verordnet. „Kein Training, keine Termine. Diese Zeit und natürlich auch das Weihnachtsfest verbringe ich ganz ruhig und besinnlich mit meiner Familie in Geilenkirchen.“

Mal abwarten, wie lange diese Ruhe dauern wird, denn für das nächste Jahr hat sich Daniel Bulabula schon wieder einiges vorgenommen. Zehn Kilo müsste er noch verlieren, um wieder im Cruisergewicht kämpfen zu dürfen. Wenn das geschafft ist, will er in der Deutschen Meisterschaft antreten, „und die Europameisterschaft wäre natürlich auch ein Traum für mich“. Bis dahin hat sich Bulabula für 2019 fünf weitere Profikämpfe vorgenommen, einen davon wieder im Rahmen einer eigenen Veranstaltung in Übach-Palenberg. Für die Stadt ist dies sicher ein Gewinn: ein Schritt in die Richtung der goldenen Zeiten des Boxsports in Übach-Palenberg.

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