Übach-Palenberg: Uebach: Lebensgefahr bei Starkregen

Übach-Palenberg : Uebach: Lebensgefahr bei Starkregen

In der kleinen Parkanlage südlich des Rathauses und östlich der Dammstraße ist der Uebach eher zu erahnen als wahrzunehmen. Er ist von beiden Seiten so dicht bewachsen, dass das Wasser kaum zu sehen und kaum zu hören ist. Und dann verschwindet Übachs Namensgeber ja auch schon unter dem Rathausplatz, geführt von einer Röhre.

Wie ein Scherz mögen manchem da die Schilder vorgekommen sein, die den Uebach neuerdings säumen. „Achtung, Lebensgefahr bei plötzlich auftretenden Flutwellen“, steht da. Illustriert wird die Warnung von einem dramatischen Piktogramm: Es zeigt ein Männchen, das einer Flutwelle zu entrinnen versucht, offensichtlich mit bestürzend geringen Erfolgsaussichten. Geht’s noch?

Leider ist die Sache weniger lustig als sie aussieht. Die Schilder wurden durch den Wasserverband Eifel-Rur aufgestellt, der unter anderem für die Sicherheit von Gewässern in der Region verantwortlich ist. Und den Mitarbeitern ist nach den Starkregenereignissen der vergangenen Monaten aufgefallen, dass vom Uebach in dem beschriebenen Bereich tatsächlich eine Gefahr ausgehen kann.

Das liegt nicht nur an dem Bach selbst, sondern vor allen Dingen an einem unterirdischen Regenrückhaltebecken, das zuletzt offenbar überfordert wurde. „Wir gehen davon aus, dass der Wasserspiegel bei Starkregen schlagartig auf bis zu 180 Zentimeter ansteigen kann“, sagt Robert Steegmans, Dezernent für den Bereich Gewässer beim WVER. Das Wasser fließt dann nicht mehr in seinem Bett, sondern tritt über die Ufer.

Kein Entrinnen

Verbunden sei der Wasseranstieg mit einer hohen Fließkraft, erklärt Steegmans, stark genug, um einen erwachsenen Mann mitzureißen. Richtig gefährlich würde es, wenn jemand in Richtung der Röhre gezogen würde. Diese ist mit einem sogenannten Rechen bestückt, der eigentlich verhindern soll, dass Holz und Laub unter den Rathausplatz fließen. Innerhalb des beschriebenen Szenarios gäbe es von dort vermutlich tatsächlich kein Entrinnen. Man mag es sich nicht ausmalen.

Dabei ist die Gefahr natürlich eher theoretischer Natur. Wenn es Hunde und Katzen regnet, kommt in aller Regel niemand auf die Idee, einen kleinen Spaziergang im Park zu unternehmen. Darauf will und darf der WVER sich aber nicht verlassen. Man überlegt dort bereits, wie sich die Situation vor Ort entschärfen ließe. Die Beschilderung ist also lediglich als Provisorium zu betrachten.

Zu brenzligen Situationen oder gar einem Unglück sei es bei den Starkregenereignissen dieses Jahres aber nicht gekommen, sagt Steegmans. Vielmehr sei seinen Kollegen bei einer Ortsbegehung aufgefallen, dass der beschriebene Rechen nach einem Starkregen stark deformiert war. Dabei handelt es sich um eine massive Vorrichtungen, die geeignet ist, auch schweres Treibgut aufzuhalten. Der Zustand des Rechens lässt also erahnen, welche Kräfte vor Ort freigesetzt wurden, als sich die Himmelsschleusen öffneten.

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