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Geilenkirchen: Theaterstück beschäftigt sich mit dem „Tatort Schule”

Geilenkirchen : Theaterstück beschäftigt sich mit dem „Tatort Schule”

Die gesellschaftlichen Realitäten haben es zur Gewissheit werden lassen, dass Schüler nicht mehr mit der Faust in der Tasche auf verbale oder tatsächliche Gewalt an Schulen reagieren. Was sich vor einem fiktiven Amoklauf auch in der Psyche des Täters oder des Menschen mit einer festen Tatabsicht tut, präsentierte das „Reibekuchentheater” mit dem Stück „Tatort Schule” auf der Bühne der Aula in der Städtischen Realschule.

Es entwickelte sich ein Schauspiel, das beklemmend realistisch das Schlaglicht auf die Wirkung moderner Medien richtete. „Ich mache Schluss und nehm die anderen mit”, sagt eine Stimme am anderen Ende einer Telefonleitung, die beim Sender „Free-TV” ankommt.

Was zunächst wie ein Scherz klingt, entwickelt sich zwischen den Schauspielern Stephanie Lehmann, Uwe Frisch-Niewöhner und Sascha Bauer zu einem spannenden Spiel, bei dem die jugendlichen Theatergäste in der ausverkauften Aula eine interessante Mischung zwischen Bühnenspiel und eingespielten Videosequenzen erlebten und so das Medium „Theater” nicht nur hautnah einsogen, sondern auch neue Formen erlebten.

Nach und nach recherchieren die drei Fernsehjournalisten, die manchmal mit etwas seltsamen Methoden arbeiten, dass es sich bei dem Jungen am anderen Ende der Leitung um Mike handelt, der eigentlich Michael Hartmann heißt, 16 Jahre jung ist und die zehnte Klasse des Charles-Lindbergh-Gymnasiums besucht.

Im Rahmen der auch von unserer Zeitung und dem Kulturamt der Stadt Geilenkirchen präsentierten Reihe „Theaterstarter” .

Mike kann einfach nicht mehr, er ist das Spannungsfeld im Schulalltag zwischen Siegen und Verlieren, zwischen Machern und Kaputtgemachten leid, er kapituliert vor dem Sich-Anpassen und hat nur noch ein Ziel vor Augen: Es denjenigen, die ihn seiner Meinung nach „fertig gemacht” haben mit einem großen Knall heimzuzahlen.

Den drei Reportern, die zunächst alles mit dem aktuellen Trend zur Sensationsmacherei aufarbeiten wollen, wird die Not ihres Anrufers immer klarer. Schließlich entdecken sie auch, was sie, die Medienmacher, an der Schule anrichten können. Dem Theater „Reibekuchen” gelang mit dem Stück eine hautnahe Annäherung an die Realität, wie sie sich auch schon öfter in Deutschland Bahn gebrochen hat.

Dafür und für die exzellente Leistung des Ensembles auf einer zwar spartanisch, aber treffend eingerichteten Bühne mit pointiertem Licht und gutem Ton gab es zu Recht den Applaus des jugendlichen Publikums.