Geilenkirchen: Theater-AG des St. Ursula-Gymnasiums führt „Lysistrata” auf

Geilenkirchen: Theater-AG des St. Ursula-Gymnasiums führt „Lysistrata” auf

Die Theater-AG des Bischöflichen Gymnasiums St. Ursula lädt für Mittwoch, 21. März, 19.30 Uhr, und für Freitag, 23. März, 19.30 Uhr, zur Aufführung der Komödie „Lysistrata” in die Aula der Schule ein.

Die „Lysis-trata” des griechischen Dichters Aristophanes (um 450 bis etwa 385 v. Chr.) ist eine Komödie, die unbedingt als politisch zu bezeichnen ist, sie wurde im Jahr 411 uraufgeführt. Es ist eine Zeit, in der das Friedensthema wieder aktuell wurde, und das mehr als je zuvor. Seit 431 befand man sich mit Sparta im Peloponnesischen Krieg.

Die Lage war nicht nur für Athen ziemlich ernst, sondern auch für ganz Griechenland: Die Spartaner hatten seit 412 mit Persien einen mächtigen und gleichzeitig gefährlichen Bündnispartner an ihrer Seite. Um den Sieg doch zu erringen, mussten die Athener energisch aufrüsten.

Damit einher gingen mehr oder weniger offene Bestrebungen, die demokratische Verfassung der Polis in eine oligarchische umzuwandeln, was dann auch im Sommer 411 durch einen Putsch erfolgte. Kurzum - kriegerische Auseinandersetzungen standen außen- wie innenpolitisch auf der Tagesordnung.

„Heeresauflöserin”

Zum Inhalt: Anders als die Männer sind die Frauen in Athen kriegsmüde. Hier tritt Lysistrata, ihren Namen kann man mit „Heeresauflöserin” übersetzen, auf die Bühne. Sie ruft die Frauen von ganz Hellas auf, sich den Männern so lange zu versagen, bis diese dem unsinnigen Krieg ein Ende gemacht haben...

So verrückt, und gerade für die Antike ungewöhnlich, sich die Idee der Lysistrata anhört, so modern ist ihre Umsetzung: Die ehemalige Streetworkerin Leymah Roberta Gbowee rief vor zwölf Jahren die liberianischen Frauen zum „Sex-Streik” auf, um die Männer zu einer pazifistischen Politik zu zwingen. Diese Aktion fand unter den Frauen große Akzeptanz und sorgte für einen ebenso großen Zulauf.

Leymah Gbowee wurde in ihrem Einsatz für den Frieden und den gewaltfreien Kampf um die Rechte der Frau im Jahr 2011 mit dem Friedensnobelpreis gemeinsam mit Ellen Johnson Sirleaf (ebenfalls aus Liberia) und der Jemenitin Tawakkul Karman ausgezeichnet. Modern ist auch die Inszenierung der Komödie. Die Figuren sind im Hier und Heute verortet, um die Frage danach, was dem Menschen nötiger sei - Krieg oder Liebe? -, in der Gegenwart aufzuwerfen.

Modernisiert und abgeschwächt ist zudem die Sprache der Figuren, die im Original doch ziemlich derb und sexuell eindeutig ist.

Jedermann ist herzlich willkommen.