Geilenkirchen: Teverener Sängerin meistert ersten Soloauftritt mit Bravour

Geilenkirchen : Teverener Sängerin meistert ersten Soloauftritt mit Bravour

Es ist zwar nicht mehr so kalt an diesem Freitagabend im Herzen von Geilenkirchen. Dennoch zeigt der Winter vielleicht zum letzten Mal so richtig, was in ihm steckt: Schon am Nachmittag hatte es leicht zu schneien begonnen, und als Angy Waldmann sagt „Wir können anfangen“ hat sich draußen vor dem Bürgertreff in der Gerbergasse schon eine leichte Schneedecke ausgebreitet.

Drinnen ist es angenehm warm, 30 Gäste, die später noch um vier Nachzügler ergänzt werden, haben es sich an den gewohnt wohnlich hergerichteten Tischen mit Getränken und Salzstangen gemütlich gemacht.

Im Rhythmus schwingende Arme, Mitklatschen und Mitsingen: Die Besucher waren vom Fleck weg begeistert. Foto: Markus Bienwald

Eine eher ungemütliche Woche hat hingegen Angy Waldmann hinter sich. „Ich bin noch ein wenig grippegeplagt“, sagt die Sängerin. Aber den Auftritt absagen, das gilt nicht. „Ist ja schließlich das allererste Mal als Solosängerin“, erzählt sie mit leicht zittriger Stimme. Da hilft es, dass mit Benny Sprenger einer ihrer Kollegen aus einer Coverband dabei ist, mit der sie manchmal auftritt. Und noch mehr hilft es sicherlich, dass Ehemann Andy Waldmann dabei ist.

Ehemann Andy Waldmann zeichnete die Premiere seiner Frau natürlich als Video auf. Foto: Markus Bienwald

Verliebter Glanz in den Augen

„Ich lebe mit ihrer Musik, mit ihrem Gesang“, sagt er mit einem verliebten Glanz in den Augen. Und kurz bevor es losgeht, checkt Andy noch seinen Teil der Technik, schließlich nimmt er die Premiere seiner Herzdame mit der Kamera auf, während Angy noch letzte Instruktionen an Benny durchgibt. „Ich war eigentlich als Gast gekommen, jetzt übernehme ich die Technik“, sagt er, der sonst Schlagzeuger, Techniker und Sänger ist, „aber so ist das eben manchmal“.

Und während Benny sich zufrieden lächelnd in die Technik hineindenkt, begrüßt Nicole Abels als Vorstandsvorsitzende des Bürgertreffs die Besucher. Sie spricht über das ehrenamtliche Engagement, das Sparschwein, das lieber raschelnde Scheine denn klingelnde Münzen frisst und das freiwillige Engagement aller Beteiligten an diesem Abend.

Dazu gehört auch Angy Waldmann, denn sie wird keine Gage bekommen für ihre Lieder. Während eine Lichtkugel bunten Glitzer an Boden und Decke verteilt und den Bürgertreff zumindest im improvisierten Bühnenbereich in ein discoartiges Licht taucht, schwingen die ersten Takte Musik durch die Luft. Angy singt „Atemlos durch die Nacht“, lässt ihre Stimme bei „Tausend Träume weit“ fliegen und präsentiert das Lied „Die Hölle morgen früh“. Es sind bekannte Nummern, die Gäste sind nach einer Minute schon dabei, die von Angy geforderte Feierstimmung aufkommen zu lassen.

Arme schwingen rhythmisch durch die Luft, es wird geklatscht und mitgesungen. Draußen drückt sich derweil ein Passant die Nase an der Eingangstür des Bürgertreffs platt. Statt reinzukommen, winkt er lieber jemandem zu, nimmt ein paar Züge aus seiner frisch entzündeten Zigarette und stapft trotz der tollen Stimmung an diesem Abend lieber durch das Dunkel des vielleicht letzten Winterabends dieser Saison.

Drinnen ist aber nicht nur der frisch gebrühte Kaffee heiß, der in den Musikpausen gut hörbar durch die Maschine läuft, auch die Menschen können sich ob des Gebotenen sehr für die Stimmung und die Stimme von Angy Waldmann erwärmen.

Lächeln statt Angst

Ob es sich gelohnt hat, die leicht angeschlagene Stimme zu strapazieren, das muss Angy in diesen Momenten während ihres ersten Solokonzertes nun wirklich niemand zu fragen. Denn ihre anfangs noch leicht ängstlichen Blicke angesichts der direkten Nähe zum Publikum im Bürgertreff sind längst einem strahlenden Lächeln gewichen.

Und die Gewissheit, dass sich der Treff nicht nur wegen des freien Eintritts und des tollen Teams hinter der vielen Arbeit dort längst vom Geheim- zum Kulturtipp entwickelt hat, wird auch von Abenden wie diesem getragen. Und wenn Angy dann irgendwann in der Zukunft einmal das Video zur Solo-Premiere anschaut, wird sie sicherlich gerne daran zurückdenken.