Geilenkirchen: Teverener Ortsvorsteher will Kreisverkehr vorfinanzieren

Geilenkirchen: Teverener Ortsvorsteher will Kreisverkehr vorfinanzieren

Nicht nur die Bürgerliste, auch der Teverener Ortsvorsteher Hans Josef Paulus ist über die Entscheidung des Landesbetriebes Straßenbau, den Unfallschwerpunkt auf der Kreuzung L42/Lilienthalallee/Chorherrenstraße mittels einer Ampelanlage zu beseitigen, mehr als verärgert. Auch er hält den Kreisverkehr für die eindeutig bessere Lösung.

Zwischenzeitlich hat er Straßen. NRW sogar angeboten, die Mehrkosten von etwa 200.000 Euro gegenüber einer Ampelanlage privat vorzufinanzieren. „Als der Landesbetrieb mein Angebot abgelehnt hat, war ich niedergeschlagen. Ich habe gedacht, damit sei die Kuh vom Eis“, erklärt Paulus. Unverständlich ist für ihn auch ein Schreiben des Landesbetriebes Straßenbau vom 9. Mai an Markus Mönter, Technischer Beigeordneter der Stadt Geilenkirchen, in dem es heißt: „Die Anlage eines Kreisverkehrsplatzes, wie er vom Umwelt- und Bauausschuss des Rates der Stadt Geilenkirchen vorgeschlagen wurde, stand bislang nie zur Diskussion.“

In einem Brief an den Leiter des Landesbetriebes Straßenbau, Regionalniederlassung Niederrhein, Christoph Jansen, den Paulus am Mittwoch zur Post gebracht hat, erklärt er, dass er der in Teveren gegründeten Bürgerinitiative in jeder Hinsicht seine volle Unterstützung zukommen lassen werde. Er schreibt: „Die Behauptung, dass ein Kreisverkehrsplatz nie zur Diskussion gestanden habe, ist schlichtweg falsch; denn vor der Beschlussfassung am 5. September 2011 ist im Bericht der Unfallkommission vermerkt, dass auch die mögliche Einrichtung eines Kreisverkehrs als Lösungsvorschlag diskutiert wurde.“ Weiter schreibt der CDU-Mann Paulus rückblickend: „Da dieses Vorhaben aber kostenaufwendig sei und bis zur Realisierung zu viel Zeit verstreichen würde, wurde hiervon abgesehen und die Lichtzeichenanlage als probates Mittel zur Abwehr der Unfälle bevorzugt.“

Die Stadt, so Paulus im Gespräch mit unserer Zeitung, habe nur die Errichtung einer Ampelanlage anordnen können, den Bau eines Kreisverkehrs könne nur der Landesbetrieb Straßenbau veranlassen. „Damit hat das Land die Verantwortung auf die Stadt übertragen, damit es selbst aus der Verantwortung war. Die Stadt hatte also gar keine andere Möglichkeit“, schimpft der Ortsvorsteher. In seinem Schreiben an Jansen legt Paulus dar, „dass allseits anerkannte Verkehrsexperten, Wissenschaftler und Verkehrsforscher, wie z. B. Professor Michael Schreckenberg, sich grundsätzlich gegen Lichtzeichenanlagen und für Kreisverkehre aussprechen“.

„Die Kreisverkehre sind landauf landab weiter auf dem Vormarsch, und beim Landesbetrieb NRW tritt man kräftig auf die Bremse bzw. legt noch einen Rückwärtsgang ein! Immer wieder die lapidare Begründung: zu teuer, kein Geld“, kritisiert Paulus. Es seien nutz- und tatenlose Jahre vergangen, die ausgereicht hätten, einen Kreisverkehr zu planen und zu bauen, „während Sie mit Schreiben vom 9. Mai 2016 plötzlich die Dringlichkeit als Argument für die Errichtung einer Signalzeichenanlage in den Vordergrund stellen“. Es sei daran gedacht, alle in Betracht kommenden ministeriellen Dienststellen einzuschalten und das Vorhaben einer Petition für die zeitnahe Einrichtung eines Kreisverkehrs zu unterstützen.

Dass der Landesbetrieb das Angebot von Paulus abgelehnt hat, bestätigt am Mittwoch auf Anfrage Christoph Jansen: „Die finanziellen Mittel sind knapp, wir gehen sehr sorgsam damit um“, sagte er. Ein vom Landesbetrieb in Auftrag gegebenes Gutachten habe ergeben, dass eine Ampelanlage auf dieser Kreuzung leistungsfähig sei. Das Geld alleine spiele aber nicht die entscheidende Rolle bei der Entscheidung gegen einen Kreisverkehr. „Entscheidend für uns ist, dass die Ortsumgehung Scherpenseel gebaut wird. Sie wird parallel zur L 42 verlaufen, und die Kreuzung, von der wir heute reden, wird es so in etwa zehn Jahren nicht mehr geben. Die Kreuzung wird nur noch eine nachgeordnete Funktion haben, es wird weniger Verkehr fließen, da macht ein Kreisverkehr keinen Sinn mehr.“

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