Übach-Palenberg: Technology Center feiert wohl längste Eröffnungsfeier der Welt

Übach-Palenberg: Technology Center feiert wohl längste Eröffnungsfeier der Welt

Mit der Einweihungsfeier des neuen Technology Centers könnte Oerlikon Schlafhorst es ins Guinness Buch der Rekorde schaffen. Mehrere Jahre wird sie voraussichtlich dauern, meint Manager Jan Röttgering. Warum? Weil es keine offizielle Eröffnung gibt und es an die zwei Jahre dauern wird, bis jeder Kunde die neuen Räume für Textiltechnolgie besucht hat. Denn auf sie, die Kunden, ist das Technikzentrum zugeschnitten.

Auch fachverwandte Hochschulen und Schulen werden zu den Besuchern gehören, so, wie es auch schon in der Vergangenheit der Fall war. Im April des vergangenen Jahres war der Baustart, in wenigen Tagen werden die letzten Arbeiten erledigt sein. „Wir liegen ganz gut im Zeitplan“, sagte Birgit Ummelmann vom Gebäudemanagement bei einer Vorabbesichtigung. Zwei, drei Wochen Verzug, das sei bei einem Projekt dieser Größenordnung nichts Ungewöhnliches.

Eine der Spinnmaschinen im Technologiezentrum. Foto: Oerlikon Schlafhorst/V.Müller/M. Bienwald

Vor allem, wenn — wie im Falle des Technologiezentrums — nicht auf der grünen Wiese komplett neu gebaut, sondern der bestehende, mehrere Jahrzehnte alte Bau erweitert wird. So lagen auf einmal die Leitungen nicht dort im Boden, wo man sie erwartet hatte.

Der Bauprozess des Technology Centers: Die Fundamentlegung Mitte des vergangenen Jahres. Foto: Oerlikon Schlafhorst/V.Müller/M. Bienwald

Inzwischen sind auch diese, kleineren Hürden genommen und die letzten Maschinen aus Mönchengladbach nach Übach-Palenberg umgezogen. Mönchengladbach war erst der Hauptsitz, jetzt erinnert nur noch der Name der Bushaltestelle daran und Übach-Palenberg ist die Zentrale von Oerlikon Schlafhorst.

Der Bauprozess des Technology Centers von Oerlikon Schlafhorst in Übach-Palenberg: Die Fundamentlegung Mitte des vergangenen Jahres, das Gerippe aus Stahlträgern und schließlich die letzten Arbeiten rund ums Gebäude: Pflastern, Kies- und Rollrasenverlegen (v.l.) Foto: Oerlikon Schlafhorst/V.Müller/M. Bienwald

Das Technologiezentrum ist vor allem für die Kunden von Oerlikon Schlafhorst gedacht. Hier können sie Maschinen besichtigen, mit denen gesponnen und gespult wird, hier können sie auch ihre eigenen Garne laufen oder im Labor Proben testen lassen. Tonnen mit Baumwollband und synthetischen Fasern stehen schon bereit, aber die Maschinen stehen noch still. Eine beispielsweise ist neu und wird erst in Übach-Palenberg zusammenmontiert, andere, ältere, werden noch überarbeitet.

Der Bauprozess des Technology Centers von Oerlikon Schlafhorst in Übach-Palenberg: Die Fundamentlegung Mitte des vergangenen Jahres, das Gerippe aus Stahlträgern und schließlich die letzten Arbeiten rund ums Gebäude: Pflastern, Kies- und Rollrasenverlegen (v.l.) Foto: Oerlikon Schlafhorst/V.Müller/M. Bienwald

Von der Carlstraße aus sieht man zunächst die auffällige Fassade aus schwarzem Lochblech, die an textiles Gewebe erinnern soll. Geht man die Stufen zum Haupteingang des Werks rauf, befindet sich zur Linken die große Glasfront, hinter der die fünf Spinn- und Spulmaschinen stehen.

Neben dem sogenannten textilen Anwendungsbereich ist auch das Labor in die neuen Räume umgezogen, das hinter dem Maschinenpark liegt. Dieser wird aus einer Zentrale nebenan gesteuert. Außerdem verfügt das Technologiezentrum über Büro- und Besprechungsräume sowie eine Innovationsabteilung und ein Lager im Keller.

All das macht, trotz des etwas spröden Industriecharmes in Grau und Anthrazit, mit Sichtbeton, schwarzen Stahlträgern und sichtbaren Lüftungsrohren unter der Decke, einen hellen und freundlichen Eindruck.

Nach außen dringt laut Peter G. Gölden, Senior Manager, weder Lärm noch Staub. „Aus Rücksicht auf die Nachbarschaft“, wie er sagt, halte man sich nicht nur an die Vorschriften, sondern arbeite wirklich sauber und leise. Davon können sich in ein paar Tagen die Kunden von innen und die Übach-Palenberger von außen überzeugen.

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