Geilenkirchen: Syrien: Awacs-Verband wartet auf Einsatzbefehle

Geilenkirchen: Syrien: Awacs-Verband wartet auf Einsatzbefehle

Werden Awacs-Aufklärungsflugzeuge der Nato bald aktiv in den Syrien-Krieg eingreifen? Seitdem eine entsprechende Anfrage der USA an die Nato-Partner öffentlich geworden ist, wird die Airbase in Geilenkirchen mit Presseanfragen überhäuft.

Man sei zwar jederzeit einsatzbereit; der Ball liege aber nun im Spielfeld der Politik, heißt es dort. Der Kommandeur, Brigadegeneral Karsten Stoye, spricht von einer „unklaren Situation mit unserem Arbeitseinsatz“, will das aber nicht weiter kommentieren.

Nur soviel: Ungewöhnlich sei dies keineswegs. Die Teilnahme an einem Kampfeinsatz erfordere schließlich die Zustimmung aller 28 Nato-Partner. In Deutschland und vielen anderen Mitgliedsstaaten muss dazu das Parlament befragt werden.

Ohne die Russen geht nichts

Der Einsatz über Syrien und dem Irak gilt als politisch heikel. Die in Geilenkirchen stationierten Awacs-Flugzeuge können nicht nur zur Luftraumüberwachung eingesetzt werden, sie dienen auch als fliegende Gefechtsleitstände.

Die Russen haben in Syrien ihrerseits moderne Luftabwehrsysteme in Stellung gebracht. Ohne sie, so heißt es, geht in dem Konflikt praktisch nichts. Nach dem Abschuss eines russischen Jets durch die türkische Luftwaffe ist die Lage überdies extrem angespannt. Die Türkei hat daher ebenfalls Awacs-Unterstützung angefordert.

Entschieden ist auch in diesem Punkt noch nichts. Die Bundesregierung bräuchte nach eigener Einschätzung für einen Einsatz am türkischen Standort Konya kein neues Bundestagsmandat.

(mar)
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