Geilenkirchen: Ständig die falsche Post im Briefkasten

Geilenkirchen: Ständig die falsche Post im Briefkasten

Neulich war es wieder mal so weit, ein falscher Brief lag im Kasten. Eigentlich war er für eine Geilenkirchenerin gedacht, die in Teveren wohnt, gut zu erkennen war das an der Beschriftung des Umschlags, ganz so wie bei den allermeisten Postsendungen. Trotzdem lag der Brief bei Herrn Schimmelpfennig im Briefkasten, der in Waurichen wohnt.

Der Absender war übrigens die Raiffeisenbank, gut möglich also, dass die Sendung vertrauliche Informationen enthielt. Wie auch immer: Herr Schimmelpfennig tat, was er in solchen Fällen seit einiger Zeit immer tut; er schoss zu Dokumentationszwecken ein Foto von dem Brief und gab ihn dann zurück an die Post. Ob er seinen eigentlichen Bestimmungsort jemals erreicht hat, kann Herr Schimmelpfennig nicht sagen. Darauf wetten würde er nicht.

Herr Schimmelpfennig nämlich, der eigentlich anders heißt, ist seit einiger Zeit nicht mehr besonders gut auf die Deutsche Post zu sprechen. Und zwar ziemlich genau seitdem der alte Waurichener Stammzusteller versetzt worden ist; das sei etwa anderthalb Jahre her. „Vorher ist es jahrzehntelang praktisch kein einziges Mal vorgekommen, dass ein Brief falsch eingeworfen worden ist“, schimpft er.

Heute hingegen passiere das ständig. Und die Post indes, die tatsächlich für Herrn Schimmelpfennig bestimmt ist, werde nicht ausnahmslos vom Boten eingeworfen. Sondern manchmal auch von Nachbarn, die dessen Aufgabe netterweise übernehmen. Wie viele Briefe ihn gar nicht erst erreichen, darüber kann Herr Schimmelpfennig nur spekulieren.

Er glaubt auch, dass in Waurichen nicht täglich die Post ausgetragen wird. Und sicher ist er sich, dass es keinen Stammzusteller mehr gibt. Vielmehr scheine Waurichen ein Ausbildungsbezirk zu sein. Herr Schimmelpfennig liegt da ganz richtig. Auf Anfrage unserer Redaktion hin wird mitgeteilt, dass man Waurichen nun doch wieder mit einem Stammzusteller versehen werde.

Es ist das zweite Mal innerhalb kurzer Zeit, dass Probleme bei der Postzustellung auftreten. Vor wenigen Wochen sorgte ein unbekannter Zusteller im Raum Gangelt für Aufsehen und sogar polizeiliche Ermittlungen, weil Briefe in Gullys und Mülleimern entdeckt worden waren. Dort war ein niederländischer Dienstleister verantwortlich, die Dame, die die Briefe entdeckt hatte, sagte damals: „Gut, dass es die Gelben noch gibt.“ In Waurichen allerdings hängen die Probleme mit dem einstigen Monopolisten zusammen, der Deutschen Post. Die Fotos, die Herr Schimmelpfennig von den Briefen gemacht hat, beweisen das.

Die „chaotischen Zustände“, wie er sie nennt, sind nur der eine Grund, aus dem Herr Schimmelpfennig mittlerweile reichlich angefressen ist. Der andere ist die Art und Weise, wie die Deutsche Post damit umgeht. Denn es ist mitnichten so, dass Herr Schimmelpfennig mit seinem Verdruss direkt an die Presse gegangen ist. Als erstes hat er sich beim lokalen Zustellamt beklagt, mit einem Einschreiben an dessen Leiter. Dieser Brief datiert auf den 16. Dezember vergangenen Jahres. Keine Reaktion. Ein zweites Einschreiben setzte er am 28. Januar dieses Jahres an das Verteilzentrum in Frechen auf. Keine Reaktion.

Das einzige Lebenszeichen, das Herr Schimmelpfennig dann doch erhielt, kam vom Kundenservice. Ob man damit als Beschwerdeführer zufrieden sein kann?

Bilden Sie sich selbst eine Meinung, hier ist die Antwort in voller Länge: „Sie haben sich die Mühe gemacht, uns Ihre Erfahrungen mit unserem Service zu schildern. Dafür sagen wir ‚Danke‘. Wie Sie uns mitteilen, sind Sie mit der Briefzustellung nicht zufrieden — das tut uns leid. Es ist gut, dass Sie uns benachrichtigt haben. Sie helfen uns damit, unseren Zustellservice noch besser zu machen. Deshalb haben wir sofort die Kollegen vor Ort über Ihr Anliegen informiert. Denn natürlich möchten wir, dass die Zustellung künftig wieder Ihren Erwartungen entspricht. Haben Sie noch Fragen rund um Deutsche Post DHL, dann melden Sie sich einfach. Wir sind gerne für Sie da.“