Übach-Palenberg: Städtepartnerschaft: Landgraaf und Übach-Palenberg feiern 15-jähriges Bestehen

Übach-Palenberg: Städtepartnerschaft: Landgraaf und Übach-Palenberg feiern 15-jähriges Bestehen

„Brücken überspannen nicht nur Gräben, Flüsse oder Schluchten, sie verbinden auch Menschen aus unterschiedlichen Ländern!“, so Übach-Palenbergs Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch vor der Neuunterzeichnung der Urkunde zur Städtepartnerschaft zwischen Übach-Palenberg und der niederländischen Gemeinde Landgraaf.

Dass dieser Akt zum 15-jährigen Bestehen der Partnerschaft auf der Rimburger Wurmbrücke stattfand, hatte also symbolische Kraft, und die war sogar groß genug, um am Samstag für einen hellen Mittag mitten im trüben Herbst zu sorgen. Zum Festakt hatten sich neben den Offiziellen der beiden Gemeinden auch Ratsvertreter und Bürger von beiden Seiten der Grenze eingefunden.

Dass diese Bürger zu Freunden werden, so Wolfgang Jungnitsch, sei viel mehr der Sinn von Städtepartnerschaften als der Austausch zwischen Funktionsträgern. Im Falle von Landgraaf und Übach-Palenberg sei diese Form der Partnerschaft dank der vielen Begegnungen von Senioren, Schülern, Sportlern, Künstlern und Vereinen gelungen. Städtepartnerschaften seien ein ideales Forum, um das Aufeinanderzugehen von Menschen zu gestalten.

Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingsproblematik werde die Bedeutung von grenzüberschreitenden Freundschaften deutlich. „Wer aufgeschlossen ist, kann Menschen, die mit anderen Sitten und Gebräuchen aufgewachsen sind, besser verstehen und hat keine Angst vor ihnen“, sagte der Bürgermeister. Nur wenn Menschen, die schließlich die Völker ausmachten, aufeinander zugingen, könne sich etwas wie eine europäische Identität entwickeln.

Für die besondere Freundschaft zwischen Übach-Palenberg und Landgraaf hatte Jungnitsch ein aktuelles Beispiel: Beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit kam der Festredner, nämlich Landgraafs Bürgermeister Raymond Vlecken, aus den Niederlanden.

Die Feststellung seines deutschen Kollegen „Aus Partnern sind Freunde geworden!“ bestätigte auch Vlecken in seiner Ansprache, die er übrigens in fließendem Deutsch hielt. Dabei warb er verschmitzt und unter Beifall um ein wenig Anteilnahme der deutschen Gäste wegen des Scheiterns der niederländischen Fußball-Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation.

„Gute Nachbarn sind wertvoller als ferne Freunde“ — so charakterisierte Vlecken das besondere Verhältnis zwischen Landgraaf und Übach-Palenberg. Diese Beziehung, die mit Begegnungen auch auf kultureller und wirtschaftlicher Ebene noch weiter ausgebaut werde, zeige, dass „die Bande der Freundschaft nicht kostspielig sein müssen“. Es seien gerade auch die kleinen Schritte, die Erfolg brächten.

Auf die Bedeutung der Sprache in den Beziehungen zwischen Völkern wies Stefan Starek als Vorsitzender des Übach-Palenberger Partnerschaftsvereins hin. Zwar sei die hehre Vorstellung von Politikern, jeder EU-Bürger möge neben seiner Muttersprache zwei andere europäische Sprachen lernen, wohl schwer zu verwirklichen, doch gerade im Grenzraum an der Wurm gebe es viele Gelegenheiten zu Treffen und Gesprächen — zum Beispiel auf dem Samstagsmarkt im niederländischen Eygelshoven oder beim Spaziergang im Übach-Palenberger Naherholungsgebiet mit seinen vielen niederländischen Besuchern.

Darauf, dass eine sprachliche Brücke bereits historisch gewachsen ist, wies Rob Silvertand als Vorsitzender der niederländischen „Stichting Landrychów“ hin. Das jeweils gesprochene Platt verstehe man auf beiden Seiten der Grenze. Man werde auch weiterhin vieles gemeinsam tun, um die Freundschaft zu pflegen, sagte Silvertand.

Das Wetter hielt an diesem Samstagmittag, und so konnte der Festakt, der übrigens niederländisch-folkloristisch mit Akkordeonmusik umrahmt wurde, mit vielen Einzelgesprächen in Deutsch, Niederländisch oder Platt enden.