Übach-Palenberg: Stadt veröffentlicht Artenschutzgutachten zu Mariental

Übach-Palenberg : Stadt veröffentlicht Artenschutzgutachten zu Mariental

Die Stadt Übach-Palenberg hat das Artenschutzgutachten zum geplanten Baugebiet Mariental veröffentlicht. In der Sitzung des Bauausschusses am Dienstag, 19. Juni, soll es zudem durch den Gutachter, Diplom-Biologe Ulrich Haese, vorgestellt werden.

Dies geht aus der am Donnerstag bekanntgemachten Tagesordnung zur Bauausschusssitzung hervor. Das Gutachten, bestehend aus einer „Prüfung der Artenschutzbelange“ und einer „Fledermauskartierung“, ist der Tagesordnung beigefügt.

Damit ist das Gutachten, das bereits im Februar fertiggestellt wurde, erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich. Bislang hatte die Stadtverwaltung es lediglich den Ratsfraktionen zur Verfügung gestellt und dabei Vertraulichkeit angemahnt. Auch die Sprecher der Bürgerinitiative, die das Baugebiet verhindern will, sollen über Exemplare verfügen. Das Gutachten bescheinigt Mariental einen „besonderen Reichtum schutzwürdiger Arten“ und ist ausschlaggebend dafür, dass sich zurzeit nur noch ein Gebiet von zwei Hektar mit 34 Grundstücken in konkreter Planung befindet.

Keine Mehrfamilienhäuser

Nichtsdestoweniger strebt die Stadt an, das gesamte Gebiet zwischen Waubacher Weg im Norden, Grenzweg im Osten, Kiesgrube im Westen und deutsch-niederländischer Grenze im Süden in eine Siedlungsfläche umwandeln zu lassen, auf der weitere Bebauungspläne ausgewiesen werden könnten.

Dem gegenüber steht die Überlegung aus dem politischen Raum, einen Teil der Fläche als Naturschutzgebiet auszuweisen — was einem Kompromiss zwischen dem Begehren von Stadt und Investor auf der einen Seite und der Bürgerinitiative auf der anderen Seite gleichkäme (siehe auch Ausgabe von Donnerstag).

In der Sitzung wird es auch um ein weiteres Baugebiet gehen, das in der Vergangenheit nicht ganz unumstritten war: das Beyelsfeld. Hier haben sich offenbar die Pläne zerschlagen, neben Einfamilienhäusern auch einige Mehrfamilienhäuser zu bauen. „Nachdem mehrere Investoren von dem städtebaulich attraktiven Konzept abgerückt sind, soll auf die Planung verzichtet werden“, heißt es zur Erklärung. „Abstriche an dem Konzept zur Reduzierung der Kosten, etwa durch Einsparung der geplanten Tiefgarage, können nicht akzeptiert werden, um die Hochwertigkeit des Baugebietes insgesamt nicht zu gefährden.“

Der frei werdende Raum soll nunmehr neu parzelliert und ebenfalls für die Bebauung mit Einfamilienhäusern freigegeben werden. Um dies in die Wege zu leiten, müssen neben dem Bauausschuss auch der Haupt- und Finanzausschuss und der Stadtrat zustimmen, womit gerechnet werden darf.

Mehr Kontroverse bergen da möglicherweise die Baumfällungen durch die Regionetz, um die es in der genannten Sitzung ebenfalls gehen wird. Vergangenes Jahr waren bereits Dutzende Platanen auf der Roermonder Straße gefällt worden, weil deren Wurzeln die Gasleitungen gefährdeten. Eine andere Lösung gab es angeblich nicht. Verbunden mit der Fällung auf der Roermonder Straße war damals die Ankündigung, dass weitere 54 Bäume im Stadtgebiet folgen würden — wenn sich denn keine andere Lösung fände.

Das Ergebnis der dahingehenden Prüfung sieht nunmehr so aus, dass gut die Hälfte der 54 Bäume durch verschiedene Maßnahmen gerettet werden können, der Rest wird in der Tat gefällt. Die Stadt weist darauf hin, dass nicht garantiert werden könne, dass die vorläufig erhaltenen Bäume nicht irgendwann doch noch weichen müssen.