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Geilenkirchen: „Spürnasen” im Halbschlaf

Geilenkirchen : „Spürnasen” im Halbschlaf

Was des einen Freud ist des anderen Leid. Während viele Kinder die weiße Winterpracht herbeisehnen, fluchen viele Autofahrer in früher Morgenstunde über Kälte und Glätte.

Damit sie wohlbehalten zur Arbeitsstätte gelangen und die Kinder sicher ihre Schulen erreichen, sind viele fleißige Menschen in aller Herrgottsfrühe im Einsatz.

Sagt der Wetterbericht Minustemperaturen voraus, quält sich Wolfgang Jansen, Leiter des Geilenkirchener Bauhofes, um vier Uhr in der Frühe aus dem Bett, verlässt sein Haus am Tripser Mühlenpfad mit einem Thermometer bewaffnet, misst die Temperatur und begutachtet die Straßenverhältnisse.

Sind die Straßen glatt, informiert der „vorgeschobene Beobachter” seine Kollegen vom Bauhof, die sich schnell auf Lkw und Unimogs schwingen und ihren Einsatz fahren.

„Zuerst wird die Dringlichkeitsstufe eins unseres Streuplanes bearbeitet”, erklärt Friedhelm Kamps, Sachbearbeiter im Tiefbauamt.

Zunächst werden die Straßen abgestreut, die vom Öffentlichen Personennahverkehr genutzt werden, „damit die Kinder pünktlich und sicher zur Schule kommen”, wie Kamps erklärt.

Dringlichkeitsstufe 1

Zur Dringlichkeitsstufe eins zählen unter anderem die Konrad-Adenauer-Straße, An der Friedensburg und die Landstraße zum Teverener Flugplatz.

Gleichzeitig fahren zwei Männer mit einem kleineren Fahrzeug durch die Stadt und streuen Überwege und Querungshilfen auf Schulwegen ab.

Die Nebenstrecken, die anschließend befahren werden, gehören zur Dringlichkeitsstufe zwei. 110 Tonnen Salz hält der städtische Bauhof bereit. Je nach Einsatz werden bis zu 16 Tonnen Salz verbraucht.

Auch in Übach-Palenberg starteten am Mittwoch Mitarbeiter des Baubetriebsamtes zu einer Kontrollfahrt durch die Stadt.

Auf den Hauptstraßen verwenden die Mitarbeiter des Baubetriebsamtes Feuchtsalz, „weil es am effektivsten und umweltfreundlichsten ist”, wie Amtsleiter Clemens Gehlen erklärt.

Einen Vorrat für knapp 14 Tage hält die Stadt bereit. Lava, Splitt und Sand sind für die Radwege vorgesehen. 28 Mitarbeiter, auch am Abend in Notfällen telefonisch erreichbar, stehen zur Verfügung, um mit ihren Dienst aufnehmen.

„Im Bett sterben die meisten Leute, da muss man nicht so lange drin liegen bleiben!” Franz Jansen, Leiter des Gangelter Bauhofes, gehört ebenso zwangsweise zu den Frühaufstehern.

Vier der 15 Bauhof-Mitarbeiter stehen immer Gewehr bei Fuß. Im Notfall wird Franz Jansen auch in der Nacht von der Polizei vorgewarnt. „In Hastenrath und Breberen war es am Morgen ganz schlimm, dort scheint es kälter zu sein”, erklärt Jansen.