Geilenkirchen: Spielplatz am Anemonenweg plötzlich abgebaut

Geilenkirchen: Spielplatz am Anemonenweg plötzlich abgebaut

Verwundert rieben sich die Anwohner des Anemonenweges im Geilenkirchener Blumenviertel am Dienstag die Augen. Plötzlich fehlten zwei der Spielgeräte auf dem Spielplatz, um den die Straße im Karree angeordnet ist.

Auch die restlichen würden entfernt, lautete die Information der Arbeiter. „Uns hat niemand gesagt, dass der Spielplatz abgebaut wird. Werden als Nächstes die Bäume gefällt?“, fragte Anwohner Dirk Siebert, als er am Mittwochmorgen in unserer Redaktion anrief.

Beschluss im Juni

Im Juni vergangenen Jahres hatte der Umwelt- und Bauausschuss beschlossen, kaum genutzte Spielplätze in Freiflächen umzuwandeln oder zu verkaufen — auch der Spielplatz am Anemonenweg gehörte dazu. „Der Platz wird auch in Zukunft eine städtische Fläche bleiben“, beruhigt Andreas Eickhoff, Leiter des Stadtbetriebes bei der Stadt Geilenkirchen. „Er wird in eine pflegeleichte Grünfläche umgewandelt. Die Bäume bleiben alle stehen.“

Auch wenn der Beschluss bereits acht Monate alt ist, will Dirk Siebert sich damit nicht ohne Weiteres zufrieden geben. Er hat sofort eine Petition gestartet, die bereits von 17 der 25 Anlieger des Anemonenweges unterschrieben worden sei. Diese Aufforderung, den Spielplatz zu erhalten, will er nun Ortsvorsteher Johannes Henßen (CDU) und dem Grünen-Ratsherrn Jürgen Benden übergeben. Siebert verweist darauf, dass neben zwei Familien zwar vermehrt ältere Menschen in der Straße wohnen.

„Aber die haben doch auch Enkelkinder, die zum Spielen kommen.“ Zudem habe es seit der Einzäunung des Spielplatzes keine Zerstörungen oder Verschmutzungen mehr gegeben. Die Anwohner hatten eine Patenschaft übernommen und schließen seither das Tor jeden Abend ab und morgens wieder auf. Ein System, das hervorragend funktioniere. Die Pflege einer Grünfläche sei zudem für die Stadt doch teurer als die Unterhaltung eines Spielplatzes.

Spielplätze sind „pflegebedürftig“

Genau dem ist nicht so, erklärt Eickhoff. Und auch der mehrheitliche Beschluss des Ausschusses ging auf die Einschätzung der Verwaltung zurück, dass kaum genutzte Spielplätze ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor seien.

„Ein Spielplatz ist sehr pflegebedürftig“, bestätigt auch Eickhoff. Neben dem Standort am Anemonenweg war in der damaligen Ausschusssitzung auch über die Plätze an der Luxemburgstraße, Walloniestraße, Vennstraße und Daimlerstraße diskutiert worden. An diesen Standorten gebe es keine neue Entwicklung, teilte Eickhoff mit. Dagegen sei der Spielplatz an der Graf-Goldstein-Straße bereits zurückgebaut worden.

Die Petition der Anwohner dürfte also nur symbolischen Wert haben, denn der Rückbau des Spielplatzes ist ja nicht nur beschlossen, sondern bereits in vollem Gange. Immerhin versichert Andreas Eickhoff: „Es bleibt ein Platz zum Verweilen erhalten, da muss sich niemand Sorgen machen.“

Ob die Fläche mit Rasen oder Bodendeckern begrünt wird, sei noch nicht entschieden, erklärt der Leiter des Stadtbetriebes. Vielleicht kommt die Stadt ja auch auf den Gedanken, im Blumenviertel ein paar schöne Blumen zu pflanzen...