Kreis Heinsberg - Sparkassendirektor Thomas Pennartz fällt der Abschied schwer

Sparkassendirektor Thomas Pennartz fällt der Abschied schwer

Von: disch
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Diesen Chefsessel wird er bald räumen: Thomas Pennartz, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Heinsberg, wird am 1. Januar Geschäftsführer des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes in Düsseldorf. Foto: Koenigs
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2014 eröffnet: Hauptstelle der Kreissparkasse Heinsberg in Erkelenz. Foto: KSK

Kreis Heinsberg. In der siebeneinhalb Jahre währenden Amtszeit von Sparkassendirektor Thomas Pennartz als Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Heinsberg gab es zweifellos markante Ereignisse: Da wäre die Eröffnung der neuen Hauptstelle in Erkelenz im Jahr 2014 zu nennen.

Das 20-Millionen-Euro-Projekt wurde als „Green Building“ („Grünes Gebäude“) unter dem Leitgedanken der Nachhaltigkeit realisiert. 2015 entwickelt, 2016 wirksam geworden: die Neuordnung des Filialnetzes. Zwar wurde die Zahl der Selbstbedienungsfilialen von zwei auf 13 erhöht, sprich Personal aus einigen Niederlassungen abgezogen, aber die Gesamtzahl der Standorte im Kreisgebiet konnte mit 52 komplett aufrechterhalten werden.

Doch wer Thomas Pennartz in diesen Tagen kurz vor seinem Ausscheiden aus den Diensten der Kreissparkasse Heinsberg nach einem nach seiner Erinnerung als besonders herausragend einzustufenden Ereignis befragt, der hört als erstes die Antwort: „Die Vorstellung unseres Berichtes an die Gesellschaft, weil wir damit dokumentieren können, dass wir nicht nur eine Bank in öffentlicher Trägerschaft sind, sondern fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in unserer Region sind – mit etlichen positiven Impulsen.“

Im Juli 2014 hatte Pennartz, als er den erstmals von einer Sparkasse in Deutschland in dieser Form vorgelegten Bericht präsentierte, gesagt: „Wir bekennen uns zum Prinzip der Nachhaltigkeit.“ Auf 52 Seiten stellte das Geldinstitut – vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband intensiv unterstützt – seine Leistungen für nachhaltigen Wohlstand und Lebensqualität im Kreis Heinsberg dar. Inzwischen ist der Bericht bereits zum vierten Mal erschienen – wenn auch inzwischen nur noch in digitaler Form. „Für uns stehen Nähe, Freundlichkeit, Verlässlichkeit, Fairness im Vordergrund“, so Pennartz. In dem „Bericht an die Gesellschaft“ informiere die Kreissparkasse darüber, „wie wir diese Werte konkret mit Leben füllen“.

Mit 45,575 Millionen Euro beziffert die Kreissparkasse in dem Bericht ihren Beitrag zum Gemeinwesen im vergangenen Jahr. Diese Summe teilt sich auf in ertragsabhängige Steuerzahlungen in Höhe von 5,382 Millionen Euro, Löhne und Gehälter mit einem Gesamtbetrag von 30,201 Millionen Euro, Spenden, Sponsoring und Zweckerträge mit 1,810 Millionen Euro, Auftragsvergaben an regionale Unternehmen mit einem Volumen von 7,182 Millionen Euro sowie Ausschüttungen an Träger in Höhe von 1,0 Millionen Euro: 800.000 Euro für den Kreis Heinsberg und 200.000 Euro für die Stadt Erkelenz. Und spätestens da kommt eine Botschaft ins Spiel, die Thomas Pennartz stets wichtig war und die er bei vielen Anlässen betonte: „Die Kreissparkasse gehört den Bürgern.“

„Was machen wir gut? Was können wir besser machen?“ Das wolle die Kreissparkasse im Dialog mit den Bürgern erfahren, dabei auch gesellschaftliche Impulse aufgreifen und im Netzwerk umsetzen, wie dies 2015/2016 beim Flüchtlingszuzug im Zusammenwirken mit Kommunen, Rotem Kreuz und Unternehmerschaft gelungen sei.

„Der Beruf macht mir Spaß“

Nach Abitur am Carolus-Magnus-Gymnasium Übach-Palenberg und Bundeswehr (als Zeitsoldat war er beim Wachbataillon in Bonn) hatte Thomas Pennartz 1986 als Auszubildender seine Laufbahn bei der Kreissparkasse Heinsberg begonnen. Die Filialen Marienberg und Palenberg waren seine ersten Stationen. Hatte er als Junge zu Schulzeiten einen Traumberuf? „Tennisprofi“, antwortet er – scherzhaft! Auch wenn es für ihn im Jugendbereich immerhin zu Kreismeisterehren langte und seine Begeisterung für diesen Sport bis heute anhält. Eigentlich wollte er nach der Bundeswehrzeit Betriebswirtschaftslehre studieren, doch da eine Bewerbung bei der Kreissparkasse auf Anhieb erfolgreich war, absolvierte er „erst einmal“ die Lehre.

Aus „erst einmal“ und der Lehre wurden inzwischen mehr als 31 Jahre bei der Sparkasse. Er habe sofort gemerkt: „Der Beruf macht mir Spaß, das Arbeiten mit Menschen, mit Kolleginnen und Kollegen, mit Kundinnen und Kunden.“ Dienstleistung sei nicht für jeden etwas, für ihn aber auf jeden Fall. Im berufsbegleitenden Studium erlangte er an der Sparkassen-Akademie in Bonn 1996 das Diplom als Sparkassen-Betriebswirt.

„Der Aufstieg in die Führungsebene war schon gewollt“, hat er selbst einmal gesagt, zugleich eingeräumt, dass auch Glück dazu gehört habe. Als Chance begriff und nutzte er seine Rolle als Gesamtprojektleiter für die Euro-Einführung: „Da konnte man sich zeigen.“ Weiter ging es: 2000 Ernennung zum Bezirksdirektor, 2002 Verantwortlicher für das Firmenkundengeschäft, 2005 Verhinderungsvertreter im Vorstand, 2008 stellvertretendes Vorstandsmitglied – Stationen seines Werdegangs, der ihn schließlich 2010 in der Nachfolge von Lothar Salentin auf den Chefsessel der KSK führte. Als sehr vertrauensvoll und sehr angenehm bezeichnet er die Zusammenarbeit im Vorstand: mit seinem Stellvertreter Dr. Richard Nouvertné und mit Hans-Josef Mertens (der 2016 plötzlich und unerwartet im Alter von 57 Jahren gestorben ist).

An seiner neuen Aufgabe als Geschäftsführer des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes in Düsseldorf reizt den Geilenkirchener vor allem der strategische Charakter der Arbeit. Im Zusammenwirken mit den Sparkassen vor Ort auf der einen und dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband auf der anderen Seite Weichen mit zu stellen für die Entwicklung des Sparkassenwesens in den Themenfeldern Vertrieb, Betrieb, Personal und Steuerung, das reizt ihn.

„Ich hätte mir gut vorstellen können, das noch 15 Jahre zu machen“, sagt Pennartz (52) zu seiner Aufgabe bei der Kreissparkasse, die er nun aufgibt. Auf seinen neuen Posten habe er sich nicht aktiv beworben, vielmehr sei er angesprochen worden. Der Abschied falle ihm schwer. Wichtig gewesen sei für ihn im Prozess der Entscheidungsfindung, in dem er gute Gespräche auch mit Landrat Stephan Pusch geführt habe, dass „eine gute Nachfolge in Aussicht stand“. Auch wenn Niedrigzinsen, Digitalisierung und Regulatorik alle Geldinstitute vor große Aufgaben stellen würden, sieht er die Kreissparkasse Heinsberg mit ihrem regionalen Geschäftsmodell „auf einem guten „Weg“ – ohne Fusionsdruck: „Das Thema stellt sich nicht.“

So wählt er für die Stabübergabe an seinen aus dem Vorstand der Volksbank Heinsberg gekommenen, aber mit reichlich Sparkassen-DNA ausgestatteten Nachfolger Thomas Giessing (der als Staffelläufer Europameister und Olympiateilnehmer war) ein Bild aus der Welt des Sports: Gelaufen werde auch in Zukunft im selben Stadion und in die gleiche Richtung. Und er sei sicher, so Pennartz mit Blick auf Giessing, „dass wir die Geschwindigkeit mit ihm beibehalten“.

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