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Gastronomie und Corona: Sonnige Zeiten für Eisdielen?

Gastronomie und Corona : Sonnige Zeiten für Eisdielen?

Milde Temperaturen, blauer Himmel, Feiertage: Ein beliebtes Osterfestmahl wird in diesem Jahr wohl das Eis auf die Hand. Eiscafé-Inhaber Giovanni Brustolon aus Geilenkirchen und Marvin Monego aus Heinsberg sprechen über das aktuelle Geschäft.

Giovanni Brustolon hat Glück: Sein Eiscafé liegt gut an der Konrad-Adenauer-Straße in Geilenkirchen. Von hieraus ist der Laden direkt zu Fuß und mit dem Auto erreichbar, Laufkundschaft kauft spontan eine Kugel auf die Hand. „Ich höre von Kollegen in Fußgängerzonen, dass sie aktuell Schwierigkeiten haben“, sagt er. „Die Leute wollen nicht das Auto parken und dann noch 500 Meter gehen, um Eis zu essen.“

Für die bevorstehenden Feiertage erhofft er sich ein gutes Geschäft. Schließlich sind Sonnenschein und milde Temperaturen in Aussicht. Generell laufe der Außer-Haus-Verkauf, „ich kann nicht klagen“, sagt Brustolon. Dass die Situation allerdings alles andere als optimal ist, liegt auf der Hand: Weder auf Terrassen noch im Café dürfen Menschen aktuell bewirtet werden, der Verkauf beschränkt sich auf das, was in Hörnchen und Pappbechern über den Tresen gereicht wird. Darin befinden sich im Eiscafé Brustolon gerne bewährte Sorten wie Erdbeere und Vanille, es gibt aber auch ungewöhnlichere Sorten in der Auslage – gerade zum Beispiel Marzipan.

Gerne wüsste Giovanni Brustolon, wie lange das noch so gehen soll – schließlich möchte er gegebenenfalls Personal für den Sommer einstellen. Momentan arbeiten drei Personen in der Eisdiele, ohne Coronavirus-Situation sind im Frühling fünf bis sechs angestellt.

Noch ausgedünnter ist die Personalsituation im Eiscafé Monego an der Hochstraße in Heinsberg. Inhaber Marvin Monego, der das Lokal in dritter Generation führt, hat momentan zwei Mitarbeitende, Aushilfen springen gelegentlich ein. Eigentlich wären sie jetzt zu neunt. Trotzdem ist er einigermaßen zufrieden mit dem Geschäft: „Man sagt ja, ‚Die Leute haben immer eine Mark für ein Hörnchen’.“ Auch Marvin Monego setzt neben Dauerbrennern auf ein bis zwei ungewöhnlichere Geschmacksvariationen. Diese Woche gibt es Kirsche mit Schokosplittern und Amarettoplätzchen. „Wir kommen durch – zumindest im Moment“, sagt er. Monegos Angst: Wenn Einzelhändler schließen, blieben Cafés als „Oasen“ in Städten übrig.

Die große Terrasse, die normalerweise mit 22 Tischen und 88 Sitzplätzen ausgestattet ist, darf er momentan nicht öffnen. Nach kurzem Überlegen sagt er: „Ich glaube, im Gastro-Bereich wären aufgelockerte Corona-Regeln gut.“ Zum Beispiel, damit Menschen wieder auf Café-Terrassen mit Abstand zueinander Eis essen können. „Es gibt ja auch keine Maskenpflicht auf der Straße. So könnten die Leute ihre Batterien wieder aufladen.“

Das würde auch Asmet Isenovs Kundschaft gefallen: Hinter dem Tresen seines Eiscafé Brööker an der Graf-von-Galen-Straße in Oberbruch hört er jeden Tag, dass sich die Leute gerne gemütlich hinsetzen würden. Die Lage bei ihm? „Nicht so toll“, sagt er – und muss wieder an die Arbeit, schließlich wartet ein Kunde. Und Mitarbeitende hat er zurzeit nicht.